MICHELAU

Tiger und Fohlen beim FC Michelau

Effenberg FC Michelau
Besuch aus der Bundesliga: Am 3. Juni 1996 trafen der FC Michelau um Thomas Löffler (Nr. 4) und Borussia Mönchengladbach...

Die Geschichte hinter dem Bild

Im Juni 1996, anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Gladbach-Fanclubs „Korbmacher-Mönche“, gastierte Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach beim FC Michelau. 3500 Zuschauer kamen damals beim Freundschaftsspiel auf der Anlage der Korbmacher am Maindamm voll auf ihre Kosten.

Elf Treffer, davon drei auf Seiten der Gastgeber, und eine Fohlenelf gespickt mit den Stars der damaligen Zeit. Angeführt von „Tiger“ Stefan Effenberg, der das 2:0 erzielte, brachten Christian Hochstätter, Martin Schneider und Michael Sternkopf die Gladbacher schnell auf die Siegerstraße.

Aber auf das Ergebnis kam es natürlich nicht an, wie es Gladbach-Trainer Bernd Krauss nach dem Spiel zu Protokoll gab: „Der sportliche Wert ist natürlich gleich Null, aber uns geht es darum, raus zu unseren Fans zu gehen, uns volksnah zu zeigen. Wir haben noch Zeit, bis es in den Urlaub geht, da machen wir halt so eine Tingeltour. Dabei soll auch der Gegner seine Chancen bekommen und den einen oder anderen Treffer schießen. Das sehen wir nicht so ernst.“

Gesagt, getan, dachte sich der damalige A-Klassist vom Obermain und hielt die Niederlage durch Treffer von Michael Marr, Michael Nemmert und Kai Zetzsche in Grenzen. Für die Fohlen netzten noch Carsten Nielsen und Jörg Neun ein.

Gerd Bergmann, seit Gründung in den 80er Jahren Vorsitzender des Fanclubs Korbmacher-Mönche, erinnert sich noch gut an die Partie. „Eigentlich wollten wir die Gladbacher schon 1995 zur 800-Jahr-Feier der Gemeinde Michelau zum Spiel einladen, da hat es aber nicht geklappt. Wir sind aber am Ball geblieben, so dass es im Jahr darauf zum Match kam“, erzählt der 57-Jährige.

Zusammen mit dem FC Michelau, in dem Bergmann ebenfalls Funktionsträger war (später dann und bis heute Vorsitzender) stellte der Fanclub die Organisation. Etwa 100 Helfer waren mit Einlasskontrollen, Ordnerdienst, Verkauf und dem Drumherum beschäftigt. „Finanziell hat sich das auf jeden Falle gelohnt“, sagt Bergmann. Die Erlöse seien dann zwischen beiden Vereinen aufgeteilt worden. „Wir vom Fanclub haben uns unter anderem Trainingsanzüge gekauft.“

Der Kontakt mit den Profis war damals noch enger, die Abschottung der Stars nicht so wie in diesen Tagen. „Effenberg und Sternkopf wurden in der Pause ausgewechselt. Denen haben wir in die Kabine schon Bier und Bratwürste gebracht.“

Trinkfeste Profis

Die Kontaktpflege der Fanclubmitglieder ging dann am Abend weiter. Die Mönchengladbacher waren im Kurhotel in Bad Staffelstein untergebracht. Die Korbmacher-Mönche waren zum Abendessen und beim Absacker in der Hotelbar dabei. „Effenberg und die anderen waren ja damals trinkfest. Das ging bis morgens um 4 Uhr“, erinnert sich Bergmann. Schließlich war die Saison für die Profis schon zu Ende. Da drückte dann auch Borussen-Trainer Krauss ein Auge zu. (joe/us)

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