BAMBERG

Alba bestraft die Fehler

Pokal-Viertelfinale Brose Bamberg - Alba Berlin
Die Entschlossenheit, sich für die Niederlage im Pokalfinale vom vergangenen Jahr revanchieren zu wollen. spiegelt sich ... Foto: Daniel Löb

Basketball

Mit gesenktem Kopf schlurfte Christian Sengfelder aus der Kabine. Sagen wollte er erst einmal nichts. Dem Bamberger Power Forward war aber deutlich anzusehen, wie er sich fühlte. Eine Viertelstunde später brach er für den vereinseigenen Social-Media-Kanal sein Schweigen, doch den wartenden Reportern war schon vorher klar gewesen, was er sagen würde: „Diese Niederlage tut sehr, sehr weh“, meinte Sengfelder zum Pokal-Halbfinale gegen Alba Berlin, in dem sein Team Prügel bezogen hatte. In eigener Halle kassierte der Titelverteidiger eine 66:82-Abfuhr.

Qualitätsunterschied

Der Qualitätsunterschied zwischen dem Champions-League-Teilnehmer und dem Euroleague-Team aus der Hauptstadt wurde besonders im dritten Viertel deutlich. Während die Bamberger in der ersten Halbzeit noch mithielten, doch schon in dieser Phase deutlich mehr Aufwand für einen Korberfolg betreiben mussten als ihr Gegner, waren sie nach der Pause überfordert. Mit 7:28 verloren sie das dritte Viertel. Fünf ihrer insgesamt elf Ballgewinne gelangen den Berlinern in diesem Abschnitt, in dem sie mit sehenswertem Passspiel und schönen Spielzügen ihren Kontrahenten vorführten. Mit einem 17:0-Lauf, der zu einer 27-Punkte-Führung führte (70:43) entschieden die Berliner die Partie in diesen überragenden zehn Minuten zu ihren Gunsten.

„Wir haben vor dem Spiel über drei Dinge gesprochen, die wir Alba wegnehmen wollten: Schnellangriffe, Off-Ball-Movement und Offensivrebounds. Wir haben nichts davon geschafft. Die Berliner sind eine Mannschaft, die jeden kleinen Fehler bestraft. Im dritten Viertel haben sie nahezu jeden Wurf getroffen, und wenn nicht, dann den Rebound geholt“, kritisierte Brose-Trainer Roel Moors. Während die Berliner eine geschlossene Mannschaftsleistung zeigten (vier Spieler punkteten zweistellig), ließen die Bamberger nicht nur defensiv, sondern auch offensiv viele Wünsche offen. Ihre Trefferquote lag nur bei 41 Prozent. Hätte Bryce Taylor (15 Punkte) nicht fünf seiner sechs Dreierversuche versenkt, wäre sie noch niedriger ausgefallen. Das Reboundduell ging mit 38:29 klar an die Berliner, die sich 15 Offensivabpraller holten und daraus 18 Zähler generierten. Aus dem Alba-Team ragte Rokas Giedraitis mit 16 Punkten und vier Ballgewinnen noch heraus. „Es war eine große Energieleistung, auch defensiv war es richtig gut von uns“, freute sich Kapitän Niels Giffey. Der enttäuschte Bamberger Flügelspieler Louis Olinde meinte dagegen: „Es kann nicht sein, dass wir so aus der Pause rauskommen. Daran müssen wir arbeiten. Wir haben 20 Minuten auf Augenhöhe mit einem Euroleague-Team gespielt, doch dann hat man einen Unterschied gesehen.“Während sich durch den Halbfinal-K.o. für die Bamberger die Länderspielpause Mitte Februar um ein Wochenende verlängert, stellt die Berliner ihr Einzug ins Pokalendspiel in eigener Halle gegen die EWE Baskets Oldenburg vor ein Problem. Am vorgesehenen Spieltag (Sonntag, 16. Februar) ist die Arena am Ostbahnhof aufgrund eines DEL-Spiels der Eisbären Berlin belegt. Auch die Max-Schmeling-Halle steht nicht zur Verfügung, weil dort die Füchse Berlin ihre Handball-Bundesligapartie gegen den SC Magdeburg austragen. „Wir hoffen in den nächsten Tagen melden zu können, wo das Spiel stattfindet“, sagte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi bei Magentasport.

Aufgrund der Berliner Hallenproblematik denkt die Basketball-Bundesliga (BBL) darüber nach, in den kommenden Jahren das Pokalfinale an einem neutralen Ort auszutragen. Man sehe erneut, „dass das Auslosen des Heimrechts fünf Wochen vor dem Finale nicht der Weisheit letzter Schluss ist“, sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Schlagworte