LICHTENFELS

FC Lichtenfels gibt den Sieg aus der Hand

Lichtenfels - Neudrossenfeld
Kevin Wige (rotes Trikot) brachte die Lichtenfelser in der ersten Halbzeit in Führung. Foto: Gunther Czepera/Archiv

Der Nordwest-Landesligist FC Lichtenfels hat in einem Spiel mit zwei grundverschiedenen Halbzeiten ein 2:2 bei der DJK Schwebenried/Schwemmelsbach geholt.

Landesliga Nordwest

DJK Schwebenried/Schwem. – FC Lichtenfels 2:2 (0:2)

„Das weiß ich auch noch nicht“, antwortete FCL-Trainer Christian Goller auf die Frage, ob der FC Lichtenfels einen Punkt gewonnen oder zwei verloren hat. Geht es nach der ersten Halbzeit heißt die Antwort: Punkte liegen lassen. Betrachtet man die zweiten 45 Minuten, dann musste es eher heißen: einen Zähler etwas schmeichelhaft mitgenommen. „Alles in allem war es wohl ein leistungsgerechtes Unentschieden, weil wir zwei völlig verschiedene Halbzeiten gesehen haben“, sagte Goller.

Denn auch wenn die Schwebenrieder sich deutlich engagierter als in den vergangenen Partien präsentierten, Torgefahr sieht anders aus. Null Torchancen brachten die Gastgeber in den ersten 45 Minuten zustande. Einmal mehr ideenlos agierte das Mittelfeld, die beiden Spitzen hingen völlig in der Luft. Ganz anders dagegen Lichtenfels. Nach zwei guten Schusschancen war es Kevin Wige, der den FC in Front köpfte. Nach Ecke von Pascal Graf war Wige am kurzen Pfosten goldrichtg postiert und netzte aus fünf Metern mühelos ein.

„Wir wollten Standardsituationen gegen diese groß gewachsene und robuste Mannschaft vermeiden“, schimpfte DJK-Coach Dominik Schönhöfer. Seine Laune besserte sich auch mit dem zweiten Gegentreffer nicht. Nach einem Stellungsfehler in der Abwehr bediente Lukasz Jankowiak Lukas Schamel. Mutterseelenallein vor dem Tor hatte er keine Mühe, den chancenlosen DJK-Keeper Leon Hartmann zu überwinden. „Im Grunde hätten wir zur Halbzeit auch höher führen können“, sagte Goller. Es sah so aus, also ob Schwebenried der sechsten Niederlage in Folge entgegentaumeln würde.

Doch in der Kabine musste es mehr gegeben haben, als nur die taktische Anweisung von Trainer Schönhöfer „flach gegen die großen Jungs zu spielen“. Denn plötzlich marschierte die DJK wie zu besten Zeiten, alle Unsicherheit war verschwunden. „Wir haben in der Kabine das Licht angeknipst“, sagte der DJK-Coach. Zumal sich Lichtenfels unmittelbar nach Wiederanpfiff selbst schwächte: Jankowiak mähte an der Mittellinie Fabio Baum um und musste vom Platz. „Mit der Roten Karte bin ich einverstanden, nicht aber mit der Entstehung. Da ist ein Spieler von uns auf den Kopf gefallen, bleibt liegen und der Schiedsrichter lässt weiterlaufen. Lukasz wollte vermutlich eine Unterbrechung erzwingen, so geht das aber natürlich nicht“, analysierte Goller. Und nun kippte die Partie. Die Schwebenrieder Kevin Markert (56., Lattenkreuz) und Philipp Paul (59., Latte) hatten noch Pech, doch als Baum beherzt im Strafraum abgezogen hatte, waren exakt 400 torlose DJK-Minuten beendet.

Großchance in der Schlussphase

Und auch als Pascal Stürmer nur eine Minute später berechtigt die Ampelkarte sah, riss der Sturmlauf der Gastgeber nicht ab. Torjäger Marcel Kühlinger schaffte mit einem herrlichen Drehschuss den hochverdienten Ausgleich. Kühlinger war es auch, der noch den Siegtreffer auf dem Fuß hatte, aber knapp verzog. Davor hätte bei einem Konter allerdings der völlig freie Andreas Mahr Lichtenfels erneut in Front schießen müssen – der überhastete Schuss aus 15 Metern ging aber deutlich drüber. „Mit etwas Glück gewinnen wir sogar noch“, trauerte Goller dieser Chance ein wenig hinterher. „Letzlich ist das Ergebnis aber in Ordnung.“

DJK Schwebenried/Schwemmelsbach: Hartmann – Paul, Zöller, Wehner (65. Reck), Stürmer – Markert (89. Maximilian Müller) – Baum, Behr, Lichtlein – Hart (85. Jazev), Kühlinger. FC Lichtenfels: Kraus – Mohr, Hellmuth, Wige, Graf – Schamel (51. Pfadenhauer), Scholz, Mohr (84. Mex), Schaller (72. M. Jankowiak) – Wagner, L.Jankowiak. Schiedsrichter: Fenkl (Großpreppach) / Zuschauer: 250 / Tore: 0:1 Wige (22.), Schamel (38.), 1:2 Baum (67.), 2:2 Kühlinger (73.) / Rote Karte: L. Jankowiak (48./Lichtenfels, grobes Foulspiel) / Gelb-Rote Karte: Stürmer (68./Schwebenried, wiederholtes Foulspiel).

Schlagworte