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HSC Coburg will zurück in die Handball-Bundesliga

Fotos HSC Teil 4
Trainer Jan Gorr (rechts) hat mit dem HSC Coburg große Ziele. Foto: Hagen Lehmann/Archiv

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Die Zweitliga-Handballer des HSC Coburg bestreiten am 17. August mit der Pokalpartie gegen den Erstligisten TVB Stuttgart ihr erstes Pflichtspiel der Saison. Eine Woche später folgt der Ligaauftakt gegen den TV Emsdetten. HSC-Trainer Jan Gorr spricht im Interview über die Ziele in der anstehenden Saison.

Herr Gorr, was ist Ihnen lieber: Saisonablauf oder Vorbereitung?

Jan Gorr: Als Trainer mag ich Vorbereitungen sehr gerne, weil man Zeit hat, Dinge auf den Weg zu bringen. Andererseits ist der Nervenkitzel in der Wettkampfphase natürlich noch viel größer und das ist natürlich das, wofür wir uns schinden.

Apropos schinden: Das Team hat jetzt die Vorbereitung fast hinter sich. Wie zufrieden sind Sie?

Die Jungs sind in einem guten Zustand aus dem Urlaub zurückgekommen. Man hat gemerkt, dass sie sich individuell vorbereitet haben, und wir hatten ein Trainingslager, das einen fast rein athletischen Schwerpunkt hatte. Das ist eigentlich ganz gut gelaufen. Was das Arbeiten schwieriger macht, ist die Tatsache, dass wir aus der letzten Runde ein paar angeschlagene Leute haben. Jakob Knauer fällt länger aus, Pontus Zetterman ist gerade erst ins Team zurückgekehrt. Auch Tobi Varvne und Florian Billek hatten kleinere Blessuren.

Was wird sich innerhalb des Spielsystems ändern? Wird man in dieser Saison neue Varianten sehen?

Wir haben in den vergangenen Jahren eine sehr gute 6:0-Verteidigung gestellt. Wir verlieren mit Markus Hagelin und Anton Prakapenia aber den Innenblock. Da bleibt Marcel Timm übrig und eben unsere beiden Neuen, Stepan Zeman und Andreas Schröder. Aus den Dreien wieder einen funktionierenden Innenblock herzustellen, in Verbindung mit den Halb- und Außenverteidigern, ist jetzt die erste Priorität. Eine 3-2-1-Deckung ist außerdem aus meiner Sicht für uns eine lohnende Alternative dazu und eine echte Möglichkeit, nochmals einen Schritt weiter zu kommen und deswegen auch einer der Schwerpunkte.

Sie haben Marcel Timm angesprochen, der durch die Handball-Weltmeisterschaft der Junioren einen Teil der Vorbereitung verpasst hat.

Vor dem Hintergrund, dass wir das Abwehrzentrum neu aufstellen müssen, ist das natürlich eine Erschwernis. Aber wofür machen wir denn die Arbeit gerade mit den jungen Leuten? Damit sie Erfahrung sammeln können, damit sie im deutschen Trikot bei einer Weltmeisterschaft dabei sein können. Für ihn sind das extrem wichtige Spiele. Wir hatten ausreichend Zeit, um ihn zu integrieren.

Vergangenes Jahr mussten viele Spieler integriert werden. Ist es jetzt in diesem Jahr die größte Herausforderung, eben diesen Abwehr-Mittelblock neu zu installieren?

Darum dreht sich ganz viel. Wenn wir das gut schaffen, haben wir auch die Basis, um wieder eine gute Saison zu spielen. Wenn wir es nicht schaffen, dann wird das schwierig. Ansonsten gibt es noch eine Menge Themen, die uns schon im vergangenen Jahr begleitet haben und für die wir nicht so viel Zeit hatten. Es geht darum, Abläufe zu festigen. Mir hat in vielen Spielen im Angriff die Präzision im Auftakt und das Timing im Zusammenspiel nicht wirklich gut gefallen. Gerade in der Rückrunde war in den Spielen, in denen wir nicht als Sieger vom Parkett gegangen sind, die Zahl an technischen Fehlern dafür verantwortlich, dass wir nicht da anknüpfen konnten, wo es in der Hinrunde noch so gut lief.

Die Liga ist nicht einfacher geworden. Es sind zwar nur noch 18 Mannschaften, aber fast die Hälfte hat schon in der ersten Liga gespielt. Wir ordnen Sie das ein?

Ich finde es bemerkenswert in mehrerlei Hinsicht. Man hatte vergangenes Jahr schon gesagt: Das kann man nicht mehr toppen. Ich denke aber, die zweite Liga dieses Jahr toppt noch mal die Liga aus der vergangenen Saison. Das hat natürlich mit den Absteigern und vor allem auch mit besonderen Spielern zu tun. Wenn man sich überlegt, dass ein Nationalspieler wie Michael Kraus in Bietigheim zweite Liga spielt, dass Gummersbach mit einem Filip Ivic einen Ausnahmetorhüter aus Kielce verpflichtet hat, der noch vor zwei Monaten im Final Four der Champions League stand – das wäre vor ein paar Jahren nicht denkbar gewesen. Das spricht für das Handball-Unterhaus in Deutschland und macht es zu einer Herkules-Aufgabe, dort mitzumischen.

Immer wieder ist von Etat-Problemen die Rede. Wäre deswegen Florian Billek auf der aktuell vakanten rechten Rückraumposition eine Option?

Wir mussten in den vergangenen drei Jahren unseren Personal-Etat für die erste Mannschaft jedes Jahr ein bisschen reduzieren. Wir haben es trotzdem geschafft, sportlich besser zu werden. Wichtig ist für mich, dass wir nicht auf der Stelle treten, sondern es irgendwann schaffen, uns ins Sachen Etat nach vorne zu entwickeln. Das wird, wenn wir unser großes Ziel erste Liga erreichen wollen, sowieso unerlässlich sein. Und was die Linkshänder-Position betrifft, hoffen wir, mit Pontus Zetterman einen Spieler zu haben, der die Position zu Saisonbeginn spielt. Hinter ihm fehlt aktuell Jakob Knauer. Da haben wir ein paar Möglichkeiten: Eine ist Flo Billek, der als Rechtsaußen auch im rechten Rückraum spielen kann. Eine andere ist Girts Lilienfelds, der eigentlich kürzer tritt, uns punktuell aber helfen kann.

Das erste Pflichtspiel im Pokal steigt am 17. August gegen Stuttgart. Ist das der richtige Einstieg und der Vorgeschmack auf die Saison?

Es ist ein ganz guter Härtetest, um alle Abläufe auszuprobieren. Gegen die Stuttgarter, die in der ersten Liga spielen und das nicht schlecht machen, wird man merken, wo wir stehen.

Welche Erwartungen haben Sie an die kommende Saison?

Für uns war das vergangene Jahr ein herausragendes, bei dem das i-Tüpfelchen gefehlt hat. Wir waren lange vorne, haben es aber nicht geschafft, die Spielqualität auch kontinuierlich zu zeigen. Das hat aber Lust gemacht, wieder da vorne dabei zu sein. Von daher ist es für uns ein großes Ziel, bis zum Ende um die vorderen Plätze zu kämpfen. Dazu gehört, noch mehr Kontinuität in unsere Leistungen zu bekommen. Bei der Leistungsdichte der Liga ist das ein anspruchsvolles Unterfangen.

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