LICHTENFELS

AC Lichtenfels hat den Kader fast komplett

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Griechisch-römisch-Ringen par excellence zeigte in den vergangenen Jahren Tobias Schütz (unten). Im Dezember 2016 erklärte der ACler seinen Rücktritt. In der kommenden Saison will der Pferdsfelder sein Comeback geben. Foto: Archiv/Christian Voll

Ringen

Der Ringerkader des AC Lichtenfels für die am 28. September beginnende Bundesliga-Saison füllt sich. Die ACL-Verantwortlichen meldeten vor Kurzem zwei Kracher.

Der eine ist ein alter Bekannter – Tobias Schütz. Der am Pfingstmontag 34 Jahre alt gewordene Pferdsfelder gibt sein Comeback. Der zweite Kracher heißt Alex Szöke und ist amtierender Junioren-Europameister. Der Ungar gewann Gold in der 98-Kilo-Greco-Klasse.

Meixner und Wagner bleiben

Des Weiteren hat der Bundesliga-Aufsteiger mit dem Polen Andrzej Sokalski verlängert. Ebenso bleiben Johannes Lurz, Kapitän Christoph Meixner und das Aushängeschild Hannes Wagner in Lichtenfels. Damit bleiben alle Aufstiegsathleten an Bord. Das Team um die Trainer Venelin Venkov, der sich vornehmlich um die Ringer im griechisch-römischen Stil kümmert, und Ali Hadidi (Freistil) hat derzeit 18 Ringer im Kader. Die Führungsmannschaft um die beiden Mannschaftsführer Heiko Scherer und Daniel Luptowicz ist derzeit noch dabei, den Kader auf 22 zu vergrößern. Für die leichten Gewichtsklassen 57/61 Kilogramm soll noch ein Freistilringer verpflichtet werden. Lücken bestehen auch noch in den schweren Klassen, im 86/98 Kilo Freistil und für die 130-Kilo-Klasse in beiden Stilarten. Von diesen vier Neuen werden drei ausländischer Ringer werden. Damit wäre der Kader und jede Gewichts- und Stilart so gut wie möglich doppelt besetzt.

Insgesamt wird das Team acht Ringer mit ausländischen Pässen beinhalten, von denen maximal vier pro Kampf zum Einsatz kommen dürfen. Der Bulgare Rumen Savchev, seit neun Jahren beim ACL und bereits ein echter Lichtenfelser, zählt dabei schon als Ringer-Deutscher. Die vier ACL-Nachwuchsringer Lukas Tomaszek (19 Jahre), Mario Petrov (20), Dominik Sohn (23) und Alexander Ender (22) sollen an das Bundesliganiveau herangeführt werden und ihre Einsätze bekommen.

„Wir haben uns gut aufgestellt“, sagt ein zufriedener Mannschaftsführer Heiko Scherer, der mit den Vereinsverantwortlichen seit Januar am neuen Kader und den Rahmenbedingungen wie Marketing- und Sponsorenkonzept sowie dem Online-Auftritt ackert. Am Samstag, 29. Juni, wird in einem öffentlichen Training ab 16 Uhr in der AC-Halle das neue Team präsentiert. Bis dahin sollen auch die vier offenen Posten besetzt sein.

Medaillengewinner

Freuen dürfen sich die ACL-Fans auch auf zwei Medaillengewinner von der Junioren-Europameisterschaft, die in der vergangenen Woche in Spanien stattfand. Ahmet Duman gewann dabei für die Türkei die Silbermedaille im freien Stil in der 57-Kilo-Klasse. Gold gab es sogar für den Neuzugang Alex Szöke. Der Ungar gewann den Titel in der 98-Kilo-Klasse im klassischen Stil. Szöke kann schon eine stolze Medaillensammlung vorweisen. Neben dem gerade gewonnenen Titel konnte er schon zwei weitere Goldmedaillen bei internationalen Meisterschaften gewinnen. In den Jahren 2016 und 2017 holte er sich den WM- und EM-Titel bei den Kadetten. Eine silberne (Junioren-EM 2018) und eine bronzene (Junioren-WM 2017) runden die tolle Erfolgsbilanz des Ungarn ab. Alex Szöke gilt als eines der größten Talente im ungarischen Ringsport. Er wechselt vom hessischen Oberligisten SC Großostheim an den Obermain und kann neben der 98- auch in der 130-Kilo-Klasse eingesetzt werden.

Zurück beim AC Lichtenfels ist der Pole Andrzej Sokalski. Der 28-jährige mehrfache polnische Meister kam in der vergangenen Saison aufgrund der Ausländerregelung nicht zum Einsatz. 2017 war er in der Oberliga bei seinen acht Kämpfen unbesiegt geblieben. In der vergangenen Saison machte er einen kurzen Abstecher in die Deutsche Ringer-Liga. Ab September ringt er wieder für den ACL in den Gewichtsklassen 80/86 Kilo im freien Stil.

Eine echte Überraschung dürfte für die ACL-Fans die Rückkehr von Publikumsliebling Tobias Schütz sein. Der Pferdsfelder ist ein Urgestein des ACL. Am 10. Dezember 2016 bestritt er seinen letzten Kampf.

Comeback von Tobias Schütz

Damals, im wichtigen Aufstiegskampf in Unterföhring, ebnete er mit seinem wichtigen 1:0-Sieg den Aufstieg in die bayerische Oberliga. Seitdem hat er keinen einzigen Kampf mehr bestritten, war aber all die Jahre immer wieder im Training als Sparringspartner und Coach von Hannes Wagner in der AC-Halle anzutreffen. Schütz wird erst in der Rückrunde zum Einsatz kommen und die 80-Kilo-Klasse im griechisch-römischen Stil besetzen. Auf die Gründe für sein Comeback angesprochen sagt Schütz: „Ich habe 16 Jahre in der ersten Mannschaft gerungen, das habe ich schon vermisst. Wenn man vor vollem Haus auf der Matte stehen darf, dann ist das etwas Besonderes – und danach mit den Fans zu feiern. Ein weiterer Grund ist auch, dass ich wollte, dass mein Sohn mich einmal ringen sieht. Außerdem möchte ich auch beweisen, dass man mit 34 Jahren durchaus in der Bundesliga bestehen kann.“

Schütz will auch seine Erfahrungen den jungen AClern mitgeben. Die Aufgaben in der Bundesliga werden schwierig genug. So starten mit Burghausen und Heilbronn die beiden Vorjahresfinalisten in der Lichtenfelser Gruppe. „Das ist schon eine Hammergruppe, in der wir auf Anhieb nicht die Möglichkeit haben werden, vorne mitzuringen“, sagt Schütz und blickt schon voraus. „Wir haben in unserer Mannschaft viele Junge, die noch nicht auf einem solchen Niveau gerungen haben. Es ist aber wichtig, dass wir aus ihnen eine Mannschaft für die Zukunft formen. Wir müssen sie langsam heranführen und aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Außerdem haben wir mit den Neuzugängen durchaus eine Mannschaft, die für die eine oder andere Überraschung gut ist.“

Johannes Lurz bleibt

Zur Mannschaft der Zukunft zählt Schütz sicher auch Johannes Lurz, der im Alter von 14 Jahren aus Bamberg zum ACL kam und sich zum Leistungsträger des Teams entwickelt hat. Bereits mit 15 Jahren durfte Lurz Bundesligaluft schnuppern. Der 24-Jährige ist in den Gewichtsklassen 75 und 80 Kilo im freien Stil einsetzbar. Die ACL-Fans dürfen sich wieder auf die spektakuläre Ringweise von „Joe“ Lurz freuen.

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