BAMBERG

Lichtenfels unter Wert geschlagen

FC E Bbg gg Lif 130419 05 Jubel Grossmann
Kaum in der Startelf, direkt wieder der Dreh- und Angelpunkt in der Offensive: Maximilian Großmann erzielte gegen den FC... Foto: sportpress

Fußball

Einmal Backen aufblasen und tief ausatmen: Die Reaktion von Trainer Michael Hutzler auf den Schlusspfiff nach dem mühevollen 4:2-Sieg des FC Eintracht Bamberg in der Landesliga Nordost gegen den FC Lichtenfels stand stellvertretend für die Gemütslage der Hausherren an diesem Nachmittag: gewonnen, egal wie, Pflicht erfüllt. Nur große Begeisterung schwang nicht mit, die FCE-Akteure schienen froh, den Sieg irgendwie ins Ziel gerettet zu haben.

„Das war wieder ein ganz schweres Stück Arbeit. Uns hat die Leichtigkeit und die Souveränität gefehlt“, sagte Hutzler. Letztlich sind es aber nur die drei Punkte, die zählen. Erst recht, da auch die Verfolger aus Feucht (5:2 gegen Großschwarzenlohe) und Neudrossenfeld (2:1 gegen Coburg) einfach nicht abreißen lassen wollen.

Dass es ein zähes Ringen werden könnte, deutete sich schon in den ersten 20 Minuten an: Die personell geschröpften Gäste standen tief, Bamberg fehlte aber Spielwitz und Tempo, um den FCL in große Nöte zu bringen. Stattdessen wählte die Eintracht oft lange Bälle, ein Mittel, das allerdings überhaupt nicht fruchtete. „Es wurde erst besser, als wir das Spiel vermehrt in die Breite gezogen haben“, sagte Hutzler. Dann sprangen auch Chancen heraus: Maximilian Großmann ließ eine Flanke mit der Brust zu Patrick Görtler abtropfen, dieser jagte den Schuss aus 13 Metern aber über die Latte (21.). Offensiv hatte Lichtenfels bis dahin wenig anzubieten, das Innenverteidiger-Pärchen Maximilian Vetter und Simon Kollmer hatte wenig zu tun. Die Führung für den FCE lag zwar nicht in der Luft, allerdings haben die Bamberger ja mit Maximilian Großmann einen Spieler für die besonderen Momente: Von der Strafraumkante schlenzte er den Ball gefühlvoll über den wohl etwas zu weit vor dem Kasten postierten Christian Kraus hinweg zum 1:0 ins Tor (34.) und läutete damit die stärkste Phase ein. Patrick Görtler hätte vor dem Seitenwechsel auf 2:0 erhöhen müssen, schoss nach einem Solo aber zunächst über das Tor (38.) und traf kurz darauf nur die Latte (41.).

Lichtenfels will es wissen

Man hätte meinen können, dass die Eintracht nach Wiederbeginn versucht, an die starken Minuten vor der Pause anzuknüpfen. Tat sie aber nicht. Stattdessen stand Torhüter Fabian Dellermann schon nach 35 Sekunden im Blickpunkt, als er eine Doppelchance zunichte machte. Lichtenfels witterte nun seine Chance, Bamberg verfiel wieder in seine träge Spielweise.

Die Angst vor dem Ausgleich war greifbar. Und wurde Realität: Nach einem Laufduell im Strafraum rutschte Robin Renner weg, hatte die Hand am Gegner und brachte diesen zu Fall. Ein klarer Elfmeter. Dellermann ahnte die Ecke, der Ex-Eintrachtler Luca Ljevsic vollstreckte aber flach ins linke Eck zum 1:1 (62.).

Fünf Minuten später sprach der Schiedsrichter dem FCE einen aussichtsreichen Freistoß zu, rund 20 Meter vor dem Tor. Ein Foul, das laut Christian Goller keines gewesen sein soll: „Da war ganz viel Ball mit dabei, für mich ein faires Tackling“, so der FCL-Coach. Lukas Schmittschmitt war das vermutlich egal. Er schnibbelte den Ball dank perfekter Flugkurve in den Knick. Als Bamberg den Ball schnell über die Flügel nach vorn trug, Görtler zunächst Gabriel Jessen bediente und dieser Großmann in der Mitte zum 3:1 fand (81.), schimmerte in der Entstehung des Tores nicht nur der „alte FCE“ durch, es schien auch der Deckel auf dieser Partie drauf zu sein. Doch Lichtenfels kam wieder zurück: Christoph Schaller jagte einen Freistoß vom linken Strafraumeck ins Torwarteck, aber auch in den Winkel, Dellermann riss nur kurz den Arm hoch. „Perfekt getroffen, da kann man ihm keinen Vorwurf machen“, sagte Hutzler.

Der Treffer zum 2:3 sollte aber das letzte Aufbäumen der Gäste gewesen sein: In der 87. Minute belohnte sich endlich Patrick Görtler für seinen auffälligen Auftritt und drückte eine Ulbricht-Hereingabe von der rechten Seite zum 4:2-Endstand über die Linie. (tsc)FC

FC Eintracht Bamberg: Dellermann - Kollmer, Schmitt, Linz, Großmann (86. Hofmann), Vetter (72. Pfeiffer), Renner, Schmittschmitt, P. Görtler), Jessen (83. Dümig), Ulbricht

FC Lichtenfels: Kraus – Goller (51. Mohr), Graf, Schardt, Hellmuth (77. Schunke), Scholz (77. Fischer), Schaller, Ljevsic, Zollnhofer, Geldner, Jankowiak

SR: Hofmann (Langenfeld) / Zuschauer: 452 / Tore: 1:0 Großmann (34.), 1:1 Ljevsic (62./ Foulelfmeter), 2:1 Schmittschmitt (67.), 3:1 Großmann (81.), 3:2 Schaller (85.), 4:2 Görtler (87.).

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