LICHTENFELS

ACL macht sein Meisterstück

Ringen

Meisterstücke im Sport kommen mitunter ganz schön unspektakulär daher. So auch das des AC Lichtenfels in der bayerischen Ringer-Oberliga Nord am vergangenen Samstag, das die Korbstädter mit einem nie gefährdeten 27:9 über den ewigen Rivalen ASV Hof unter Dach und Fach brachten. Um den Aufstieg wird es nun Kämpfe gegen den Süd-Meister geben. Dort liegt zwei Kampftage vor Rundenschluss der SC Anger mit drei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze.

Verletzungen auf beiden Seiten

Beide Teams hatten mit gravierenden Verletzungssorgen zu kämpfen, was am drittletzten Kampftag einer Ringersaison keine Seltenheit ist. Da es die Gäste mit dem Fehlen von mehr als der Hälfte ihres Stammpersonals noch härter traf, war das Duell im Grunde viel früher entschieden, als sich dies ein auf Nervenkitzel hoffender Derbyfan gemeinhin wünscht.

ACL-Trainer Venelin Venkov hatte hernach eine pragmatische Sicht auf die Lage: „Was der Gegner aufstellt bzw. nicht aufstellt, können wir eh nicht beeinflussen. Bei uns gilt: Wer fit und gesund ist, geht auf die Matte! Und da haben meine Jungs heuer durchgehend Großartiges geleistet und sind deshalb verdient Meister geworden.“

Sechs Mannschaftsvierer holten die ACler auf dem Weg zu diesem Titelgewinn: Und zwar durch die Schultersiege der 75-Kilo-Athleten Alexander Ender und Johannes Lurz, durch die ebenfalls vorzeitigen 16:0-Erfolge der Greco-Kämpfer Hannes Wagner (98 Kilo), Achim Thumshirn (80 Kilo) und Rumen Savchev (66 Kilo) sowie durch einen kampflosen Sieg von Christoph Meixner (130 Kilo, Freistil).

Für die Gäste gab es die Maximalausbeute zweimal – beim 16:1 von Fabian Roderer (86 Kilo, Freistil) sowie beim Schultersieg von Alex Gawlik (61 Kilo, Freistil) über die ACL-Ersatzleute Artem Shapovalov bzw. Philipp Ender.

Blieben also noch die beiden einzigen Duelle über die volle Kampfzeit: Der ACler Mario Petrov (57 Kilo, griechisch) hielt dabei den talentierten Youngster Luca Bauer nach einem 3:2-Pausenvorsprung zunehmend besser in Schach und gewann noch klar mit 11:2.

Rekordverdächtige sechs Führungswechsel gab es dagegen bei Dominik Sohn (71 Kilo, Freistil), der gegen Orlando Gutmann zwar letztlich mit 8:9 hauchdünn unterlag, seinen diesjährigen Leistungsfortschritt jedoch abermals unter Beweis stellte.

Venkov dankt seinem Vorgänger

In ihrer Freude über das Geleistete ließen die ACL-Ringer, Verantwortlichen und Fans am Ende ihren Meistertrainer Venelin Venkov hochleben. Der hatte neben dem Dank an seinen Vorgänger Ali Hadidi, der ihm „viele Tricks beigebracht und ein funktionierendes Team übergeben“ hatte, noch eine bemerkenswerte Erkenntnis zum Unterschied Ringer-Sein/Trainer-Sein parat: „Früher habe ich an einem Kampfabend sechs Minuten und nur für mich gerungen, heute ringe ich eineinhalb Stunden und für alle.“