LICHTENFELS

ACL demonstriert seine Stärke

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Der überlegene Lichtenfelser Rumen Savchev (rot) erteilt hier dem Oberölsbacher Daniel Sittel eine Flugstunde. Foto: Gunther Czepera

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Demonstration der Stärke nennt man wohl das, was die Oberligaringer des AC Lichtenfels am Samstagabend gegen den SC Oberölsbach präsentierten. Mit 28:2 deklassierten sie den Tabellenvierten. Bei zehn Siegen in zehn Saisonkämpfen deutet nun so gut wie alles auf den Meistertitel in der Gruppe Nord für den ACL hin.

Bei aller berechtigten Freude: Zu einem Ergebnis dieser Dimension gehören im Sport immer zwei: Klar hatte der ACL eine Top-Aufstellung, klar waren die heimischen Ringer fit und fokussiert, klar muss man aber auch sehen, dass bei den Gästen vier, fünf Stammkräfte fehlten. Ihr Coach, der Ex-Bundesligaringer Bernhard Rieger, konnte das Lied von der Ohnmacht des Trainers singen: „Mir sind allein am Kampftag durch Grippe drei Leute ausgefallen. Viel hat nicht gefehlt und ich hätte mit meinen 51 Jahren selbst nochmal auf die Matte gemusst.“

So bekamen die Zuschauer in der AC-Halle einige kurze Kämpfe geboten. Joszef Andrasi (57 kg, griechisch) hatte gar überhaupt keinen Gegner. Achim Thumshirn (80 kg, gr.) legte seinen verletzten Kontrahenten widerstandslos nach vier Sekunden auf die Schultern. Mario Petrov (61 kg, Freistil) schulterte Lukas Leinweber nach gut einer halben Minute, und Rumen Savchev (75 kg, gr.) hatte seine 16 Punkte zum Überlegenheitssieg gegen Daniel Sittel ebenfalls in Windeseile zusammen.

Über die volle Distanz von sechs Minuten kämpften die ACL-Freistiler Lukas Tomaszek (71 kg) und Johannes Lurz (86 kg). Beide hatten aber mit ihrer Aktions- und Reaktionsschnelligkeit nicht wirklich Mühe bei ihren 9:0- bzw. 7:2 Punktsiegen.

Einzig Christoph Meixner (130 kg, Fr.) musste seinem Dauerrivalen Patrik Fanderl diesmal den Sieg (2:5) überlassen, was gewiss an der starken Physis des Gastes, bestimmt aber auch an einer etwas arg wohlwollenden Viererwertung für diesen gleich zu Beginn lag.

Die auffälligsten Farbtupfer hatten die drei verbleibenden Duelle zu bieten; etwa der Fight zwischen Hannes Wagner (98 kg, gr.) und Petr Novak – zwei international anerkannte Top-Ringer. Wie so oft neutralisierten sie sich lange Zeit auf hohem Niveau, bis dem Lichtenfelser die entscheidende Wertung glückte: Ein spektakulärer Vier-Punkte-Überstürzer bei einem Wurfversuch seines Kontrahenten führte letztlich zu einem 7:2-Punktsieg für den ACler.

Und dann waren da noch die beiden Jungs, für die ACL-Trainer Venelin Venkov ein Extralob parat hatte: „Stolz bin ich auf alle, besonders aber auf Domi und Alex. Sie trainieren gut und so verbessern sie sich. So soll es sein.“ Gemeint waren Dominik Sohn (66 kg, gr.), der wiederholt zurücklag, aber mit großer Hingabe die letzte Wertung zu seinem 7:6 über Christian Gregor holte. Und eben Alexander Ender (75 kg, Fr.): Unbekümmert und mit feinen Freistilaktionen führte er bereits 16:4 gegen Robin Himmler, als ihm neun Sekunden vor dem Schlussgong sogar noch der Schultersieg gelang. Ein Extraapplaus der Fans für seinen ersten Sieg in der ersten Mannschaft war da sicher.