NÜRNBERG

Johannes Lurz behält die Nerven

AC Ringen
Johannes Lurz (oben) holte im letzten Kampf für Lichtenfelser den Punkt zum Sieg in Nürnberg. Foto: Gunther Czepera

Ringen

(hsch) Erneut nichts für schwache Nerven war der Auswärtskampf der Oberligaringer vom AC Lichtenfels. Trotz einiger Ausfälle und einer unbesetzten Gewichtsklasse (86 kg, Freistil) triumphierten die Männer um Coach Venelin Venkov bei ihrem Verfolger mit 18:16. Damit führt der ACL die Tabelle nun mit fünf Punkten Vorsprung vor dem SV Johannis Nürnberg II bei noch fünf verbleibenden Kämpfen an. Der letztjährige Oberligameister gewann zwar vier Kämpfe mit der höchsten Punktzahl, die restlichen sechs Duelle gingen allerdings auf das Konto der Lichtenfelser. „Wir haben uns im voraus genau diesen Ausgang gewünscht und vielleicht auch ein wenig erhofft. Dass es aber letztendlich so kam, lag an der großartigen Mannschaftsleistung“ zeigte sich Venkov stolz auf sein Team.

Gefeiert wurde der Sieg auch von den gut 50 mitgereisten ACL-Fans, die einen wahren Spitzenkampf der wohl beiden besten Mannschaften der Liga sahen. Der nächste Prüfstein folgt schon am nächsten Samstag, dann kommt nach drei Auswärtskämpfen hintereinander der Tabellenvierte Oberölsbach nach Lichtenfels.

Debüt von Joszef Andrasi

Zum ersten Mal in dieser Saison konnten die Lichtenfelser in der 57-Kilo-Klasse den ungarischen Neuzugang Joszef Andrasi einsetzen. Obwohl von seinem WM-Einsatz noch etwas geschwächt, bezwang der Greco-Ringer den Nürnberger Daniel Walter kurz vor dem Pausengong mit 15:0 (Stand 0:4).

Einen schweren Brocken hatte der ACL-Kapitän Christoph Meixner (130 kg, Freistil) mit Tobias Nendel vor sich. Mit cleveren Beinangriffen punktete der Lichtenfelser allerdings gegen den 13 Kilo schwereren Nürnberger Hühnen, eigentlich Greco-Spezialist und Stammkraft in der Bundesligamannschaft, immer wieder und fuhr am Ende einen 9:4-Punktsieg ein (0:6).

Gegen den deutschen A-Jugend Meister Adrian Barnowski hatte Mario Petrov (61 kg, Fr.) im stilartfremden Freistil das Nachsehen. Nach mehreren schönen Würfen hieß es vorzeitig 15:0 für den Gastgeber (4:6).

Volle Konzentration ließ Punktegarant Hannes Wagner (98 kg, gr.) gegen Nürnbergs Fabian Appel walten. Einige Takedowns und Durchdreher reichten ihm, um nach dreieinhalb Minuten zum verdienten 16:0-Überlegenheitssieg erklärt zu werden (4:10).

In der 66-Kilo-Greco-Klasse sprang David Kosunov ein. Er machte seine Sache gegen Nürnbergs Spitzenringer Alexandru Biciu gut, musste sich aber dennoch kurz nach der Pause mit 2:19 geschlagen geben (8:10).

Nürnberger gehen in Führung

Da der ACL in der 86-Kilo-Freistil-Klasse unbesetzt war, gingen die vier Punkte kampflos an den Nürnberger Kevin Hermann. Damit zog Gastgeber zum ersten Mal in Front (12:10).

Einen weiteren Nürnberger mit Bundesligaerfahrung hatte Christian Lurz (71 kg, Fr.) gegenüber stehen. Mario Besold war denn auch eine Nummer zu groß für den Lichtenfelser. Nach einer Reihe von Beinschrauben verletzte sich der ACler am Knie, setzte den Kampf dennoch fort und verlor am Ende vorzeitig mit 0:17 (16:10).

Achim Thumshirn (80 kg, gr.) blies zur Aufholjagd des ACL. Seinem passiven Gegner, Alexander Michael, war er im Stand völlig überlegen und sammelte Punkt um Punkt. Die entscheidende Wertung zum 9:0 erzielte er zwei Sekunden vor Schluss durch einen Takedown, womit die Lichtenfelser drei Punkte erhielten. (16:13).

Rumen Savchev (75 kg, gr.) demonstrierte erneut seine Klasse. Er marschierte von Anfang an nach vorne und ergatterte viele Zweierwertungen am Mattenrand. Nach 2:15 Minuten war der Kampf bereits beendet. Savchev siegte technisch überlegen mit 15:0 und brachte seinen ACL vor dem letzten Kampf des Abends wieder in Führung (16:17).

Führungswechsel im Minutentakt

Damit war noch alles offen. Keine leichte Aufgabe für den Lichtenfelser Johannes Lurz (75 kg, Fr.), der aufgrund einer taktischen Umstellung auf 75 Kilo abkochte. Gegen den Nürnberger Tobias Schmidt entwickelte sich ein Kampf auf Augenhöhe – die Führung wechselte im Minutentakt. Zehn Sekunden vor Schluss gelang Lurz beim Stand von 4:5 noch eine Zweierwertung und hielt somit den 18:16-Gesamtsieg fest.