BURGKUNSTADT

Desolater Baur SV macht es spannend

Matchball vergeben: Mannschaftsführer Peter Zapf holte den Ehrenpunkt für den Tabellenführer, konnte aber wie fast alle ... Foto: Tom Carl

Sportkegler-Landesliga Nord

Die Mannschaftsführer waren sprachlos, die Spieler wussten nicht, wie ihnen geschah, die Fans schüttelten ungläubig die Köpfe. 507, 471, 479, 491, 495 – solche Einzelresultate sind wahrlich kein Landesliganiveau, und so hart es auch klingen mag, wer das auf eigener Bahn spielt, der hat den Aufstieg in die Bayernliga wohl auch nicht verdient. Da waren sich alle Anwesenden einig und auch die Kegler des Baur SV Burgkunstadt zeigten deutlich und reumütig Selbstkritik.

Von Beginn an war dieses Spiel verkorkst, man musste die Aufstellung abändern, der Gegner kegelte Naturneuner am Stück, und als Höhepunkt vergaß auch noch ein Akteur, dass nach zwölf Minuten die Kegel automatisch nach oben gehen. Nun heißt es Mund abputzen, Selbstvertrauen im Training zurückholen und mit der breiten Brust des Tabellenführers nach Floß fahren. Noch hat man zwei Zähler Vorsprung und damit im letzten Spiel noch einmal die Gelegenheit, der Liga zu zeigen, dass die Schuhstädter ein würdiger Meister sind. Allerdings machen sich in dieser verrückten Liga noch vier weitere Teams Hoffnung auf den Titel, die Verfolger blieben außer Eggolsheim allesamt siegreich.

Baur SV Burgkunstadt – SV Herschfeld 1:7 (1:5, 2991:3148)

Peter Thyroff war beruflich verhindert und konnte erst später beginnen, so musste Patrick Kalb im Startpaar ran. Der erste Satz war fast schon gewonnen, da zog Licht mit drei Neunern in Folge vorbei und hatte ab da das Spiel im Griff. Kalb gewann keinen Satz, enttäuschte mit 507:545 Holz, sollte am Ende aber dennoch zweitbester Kegler einer indisponierten Baur-Truppe werden. Einen rabenschwarzen Tag erwischte neben ihm Sebastian Kestel. Gerade in die Vollen lief gar nichts zusammen, so dass er stets einem Rückstand hinterher lief. Am Ende blieb aber auch er ohne Einzelpunkt, mit 471:513 kam er gegen Katzenberger arg unter die Räder. Statt 2:0 bei zwei durchaus schlagbaren Gegnern hieß es aus Baur-Sicht 0:2 und 80 Holz Rückstand.

Reichlich Angriffsfläche boten im Mittelkreuz die Herschfelder Hümpfner (499) und Kugler (529), doch statt noch einmal Hoffnung bei den Hausherren aufkommen zu lassen ging das Spiel hier endgültig verloren. Kevin Naujoks kam erneut zum Einsatz, blieb aber mit 479 deutlich hinter den Erwartungen zurück. Er konnte damit zwei Sätze gewinnen, zweimal schwache 108 Holz bescherten aber seinem Gegner den Mannschaftspunkt. Bis kurz vor Ende der dritten Bahn konnte Johannes Partheymüller sein Match spannend gestalten, am Ende brach er aber total ein und war über seine 491 Kegel natürlich selbst am meisten enttäuscht. Bei 0:4 und einem 138-Holz-Rückstand war das Spiel natürlich entschieden.

Zwei Kegel besser

Als einziger an seine Normalform konnte ein fehlerlos spielender Peter Thyroff anknüpfen, trotz zweier Satzgewinne musste aber auch er seinem Gegner S. Dieterich nach einem 548:569 zum Sieg gratulieren. Eine minimale Schönheitskorrektur gelang schließlich Peter Zapf, der aber auch meilenweit von seinem Können entfernt war. Gegen D. Dieterich hatte er im knappsten Match des Tages mit 2:2 und 495:493 die Nase vorne. Mit 2002:2099 unterlag der Baur SV in die Vollen, mit 989:1058 im Abräumen – die Niederlage war somit in jeder Hinsicht verdient.

Schlagworte