BURGKUNSTADT

Baur SV nutzt die Gunst der Stunde nicht

Johannes Partheymüller hat noch Trainingsrückstand, was seine nur 495 Holz gegen Kasendorf zeigen. Er hofft, in der Rück... Foto: Tom Carl

Sportkegler-Bayernliga Männer

Launische Diva – so wurde einst der 1. FC Köln in der Fußball-Bundesliga verspottet, das zwischen Hui und Pfui alles möglich war beim Karnevalsverein. In dieser Saison gilt dies nicht mehr, die Mannschaft sitzt stabil in der Spitzengruppe. Dafür hat der Baur SV Burgkunstadt in der Sportkegler-Bayernliga diesen fragwürdigen „Ehrentitel“ übernommen. Völlig unberechenbar, so scheint es, tingeln die Schuhstädter durch die Liga. Tolle Siege und Euphorie wechseln sich mit unnötigen Niederlagen und Ernüchterung ab.

So schenkte man am vergangenen Samstag dem Nachbarn vom Goldenen Anker Kasendorf mit schwachen 3178 Holz den Sieg, den sich dieser vor allem mit 1110:1073 Räumkegeln verdiente. Statt Rang drei steht nun der fünfte Platz mit nur zwei Zählern Abstand zum Vorletzten zu Buche.

An der Spitze macht der SC Luhe-Wildenau die Liga wieder unerwartet spannend. Mit Glück (drei Überholz) gab's ein 4:4 gegen Karlstadt. Erster Verfolger bleibt Landshut nach dem 7:1 gegen Eichstätt. Zeil verschaffte sich mit einem 6:2 gegen Mörslingen wieder etwas Luft, während Partenstein mit 0:8 in Hirschau unter die Räder kam und mit bereits fünf Punkten Abstand Letzter ist.

Baur SV Burgkunstadt – GA Kasendorf 3:5 (3:3, 3178:3200)

Am Ende entschieden gerade einmal 22 Kegel in der Gesamtaddition für die Gäste aus Kasendorf. Diese 22 Holz kann man bei jedem Baur-SV-Akteur suchen, auch bei Peter Thyroff, der mit 555:539 gegen Zaloudik die Tagesbestleistung im schwarzgelben Dress erzielte. Freilich war das ein klasse Ergebnis. Aber auf den ersten 60 Wurf wirkte er etwas fahrig und ließ so manchen Keil in die Vollen stehen. Aller Ehren wert waren natürlich seine 202 Räumkegel. Davon weit entfernt ist im Moment Johannes Partheymüller, der entweder dringend ein Erfolgserlebnis oder aber ein Training der besonderen Art benötigt. In Normalform sind die 524 von Dvorak kein Thema für ihn, so jedoch verließ Partheymüller mit schwachen 495 Holz die Bahnen und konnte seinem Kontrahenten zum 1:1-Ausgleich nur sichtlich geknickt gratulieren.

Die Vorentscheidung schien im Mittelpaar gefallen zu sein, den beide Gästekegler spielten an ihrem Limit. Vor allem Holub wuchs als Tagesbester mit 572 über sich hinaus und deklassierte den zwar kämpfenden, aber glücklosen Bastian Krötter (504). Harald Zapf erzielte zwar 2:2 Sätze gegen Urban, ein verkorkster dritter Durchgang (114) jedoch verhinderte mehr als 521 Kegel, so dass der Tscheche mit 533 seine Farben mit 3:1-Mannschaftspunkten und 93 Holz in Führung brachte.

Nun hieß es, noch einmal alles auf die Bahn zu bringen, was möglich war. Und die Topleute des Baur SV legten auch gleich mächtig los. 81 Holz bei 4:0 Sätzen waren nach der Hälfte des Schlusspaares aufgeholt. Die heimischen Fans tobten Doch dann kam der dritte Durchgang von Balzer, als er unerwartet 152:122 gegen Patrick Kalb auf die Bahnen legte. Zwar brachte der formstärkste Burgkunstadter das Match mit 551:513 nach Hause, von diesem Rückschlag aber erholten sich die „Jungs vom Obermain“ nicht mehr.

Auch Peter Zapf zeigte sehr guten Kegelsport. Doch auch er hatte einen Durchgänger, ohne den vielleicht noch etwas drin gewesen wäre, als er im letzten Durchgang nur 77 Holz in die Vollen erzielte. So spielte Rehanek mit all seine Routine das Match nach Hause, wenngleich er mit 519:552 klar den Kürzeren zog. Am Totalisator stand eine Niederlage, die keiner so richtig fassen konnte. Die Kasendorfer nahmen das Geschenk aber freudig an und mit nach Hause.

Thyroff 555 – Zaloudnik 539 (3:1) 1:0 Partheymüller 495 – Dvorak 524 (1:3) 0:1 Krötter 504 – Holub 572 (0:4) 0:1 H. Zapf 521 – Urban 533 (2:2) 0:1 Kalb 551 – Balzer 513 (3:1) 1:0 Pe. Zapf 552 – Rehanek 519 (3:1) 1:0

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