LICHTENFELS

Corona-Tagebuch am Obermain: Oma, Korona und Korea

Corona-Tagebuch am Obermain: Oma, Korona und Korea
Markus Häggberg in seinem Homeoffice, dem Reich der 1000 Bücher, im Herzen von Lichtenfels. Foto: Till Mayer

Was für verrückte Zeiten. Corona stellt gerade alles auf den Kopf. Nichts, so scheint es, ist derzeit noch so, wie zu den Zeiten bevor uns der Virus das Fürchten lehrte. So ernst die Lage auch ist, denn Humor darf man trotzdem niemals verlieren. Mal augenzwinkernd, mal mit nachdenklichen Zeilen, wird uns unser freier Mitarbeiter Markus Häggberg regelmäßig auf unserer „OTverbindet“-Seite mit seinem Corona-Tagebuch begleiten.

„Sehr geehrter Leser, zu mir gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen. Das Leben spielt einem so Karten in die Hände und irgendwann fanden sich in meinen eben auch Stift, Zettel und Kamera. Meine Karriere als Lichtenfelser begann mit drei Jahren und irgendwann werde ich hier 50 werden, aber daran will ich noch nicht denken.

Darum erlaube ich mir schnell einen Themawechsel, hinüber zu “OTverbindet„. Da ich (unreif) Anklang bei manchen Gemütern finde, haben sich auch manche Redakteure für den Gedanken erwärmt, ein wenig Platz für dann und wann auch heitere Seiten der Corona-Krise einzuräumen. Ein Lächeln verbindet eben und das OT verbindet auch. Verbindlichsten Dank, Ihr Markus Häggberg“

Der Auftakt der Serie kommt dann recht ungewöhnlich. Und ausgerechnet mit ein wenig Korea...

Corona-Tagebuch 1: Eine Korona Erinnerung

Korona. Nicht Korea. Korona. So klang das Wort, das meine Oma schon vor über 40 Jahren und in völliger Unkenntnis einer jedweden Virenfamilie, in einem stets abwertenden Tonfall aussprach.

Ich war so fünf, sechs Jahre alt und wusste somit damals schon, dass „die Korona“ nix gscheit's ist. Bezogen hat sich das Wort, das so viel wie Krone bedeutet, auf die „bucklige Verwandtschaft“. Noch so ein Ausdruck meiner Oma, zumeist ausgesprochen im Vorfeld eines Besuchs, zu dem die Korona hereinzuschneien gedachte.

Steitsüchtige Menschen und alte Kamellen

Die Korona, das waren Streitsüchtige, das waren Fresser, das waren Menschen mit der schlechten Angewohnheit, die immer gleichen Kamellen zum Besten zu geben. Tatsächlich war es dann auch stets so, dass eine der Tanten (ich hatte fast nur Tanten, denn die Onkels blieben im Krieg oder im Wirtshaus) beim Beisammensein eine olle Kamelle zur Sprache brachte, zu der man sich schon jahrelang stritt.

Und das setzte den Familiennachmittagen immer die Krone auf. Tja, dass Corona ziemlicher Mist ist, wussten offenbar schon die Alten.