MICHELAU

Zwei Preisträger aus dem Landkreis Lichtenfels

Ehrenamt aus Lichtenfels: (v. li.) Landrat Christian Meißner, Entdeckerin Sabine Schubert, Preisträger Reinhard Tropschug, Preisträgerin Dagmar Dietz und Entdeckerin Simone Seidel. Foto: Corinna Tübel

Fast wie ein Sonnenaufgang scheint die Atmosphäre auf der Bühne der Gala „Leuchtturm Mensch“ am vergangenen Samstagabend im Showroom der Firma Koinor in Michelau. Gedämpftes Licht in Rot- und Gelbtönen, dazu das eigens für diesen Anlass komponierte Lied von Udo Langer und der Klangfeder mit den Zeilen „… und kannst aus dir ein Leuchtturm Mensch jetzt sein und sendest Licht, willst du mein Leuchtturm sein?“.

Das eigens für diesen Anlass komponierten Mini-Musicals „Faro- Ich sende dir ein Licht“ von Udo Langer regte zum Nachden... Foto: Corinna Tübel

Dieser „Sonnenaufgang“ gibt Hoffnung für die Zukunft. Denn im Mittelpunkt der Szene stehen sieben Preisträgerinnen und Preisträger, die schon „Leuchttürme“ in unserer Region sind und zum „Nachmachen“ anregen. Sie alle unterstützen ehrenamtlich Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen und mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Die Koinor Horst Müller Stiftung belohnt diese in diesem Jahr mit insgesamt 60.000 Euro und würdigt auch deren Entdecker. Denn. „Wo kein Funke, da kein Feuer!“, so Stiftungsrat Michael Schulz.

Dagmar Dietz, 80, Jahre, „Allrounderin“

Unter den Preisträgern ist die 80-jährige Dagmar Dietz aus Weismain. „Selbst Flüchtlingskind aus der Tschechoslowakei “, wie sie dem Publikum erzählt, weiß sie, wie es ist, hilfesuchend zu sein. So betreut sie seit vielen Jahren im Auftrag der Aktiven Bürger in Weismain Asylbewerber und gibt Sprachkurse. Des Weiteren ist sie Übungsleiterin und 2. Vorsitzende im Turnverein Weismain, Bezirksgruppenleiterin für Burgkunstadt/Weismain beim fränkischen Geschichtsverein CHW sowie Kassier und ehrenamtliche Kraft im Museums- und Kulturverein Weismain mit historisch gekleideten Stadtführungen. Auch in der Museumsaufsicht und in der städtisch-kirchlichen Leihbücherei arbeitet sie dort mit.

„Das Einzige, was sie nicht kann, ist schlechte Laune haben“, betont Simone Seidel aus Baiersdorf, die Dagmar Dietz als „Leuchtturm Mensch“ vorgeschlagen hat. Die Rentnerin hat große Pläne: „Solange ich lebe, möchte ich weitermachen.“ Spontan überraschte sie alle Anwesenden mit einem Gedicht, das wohl den Antrieb ihres Tuns in Worte fasst: „Flüchtig ist die Zeit.“

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro möchte sie vor allem dafür hernehmen, Kinder und Flüchtlingen das Leben ein Stück lebenswerter zu machen. Sie denkt dabei etwa an eine Unterstützung der Weismainer Blasmusik, die jedem Kind im Grundschulalter kostenlosen Unterricht anbieten. Weitere Beträge sollen in die Flüchtlingshilfe fließen und den Aktiven Bürgern Lichtenfels zukommen.

Reinhard Tropschug mit seiner „Heiners Traumelf“

Nur rund drei Kilometer von Weismain entfernt weiter befindet sich der nächste „Leuchtturm Mensch“ in Gestalt von Reinhard Tropschug aus Baiersdorf. Seit über zehn Jahren trainiert er die integrative Fußballmannschaft „Heiners Traumelf“. Vor kurzem Jubiläum“ feierten das die Mannschaft, der FC Baiersdorf und die Offenen Hilfen im Landkreis Lichtenfels von Regens Wagner Burgkunstadt gemeinsam am Sportgelände in Baiersdorf. Auch Kinder und Jugendliche, die aus der Ukraine geflüchtet sind, spielen mit.

Immer noch sichtlich ergriffen bedankte er sich für die Unterstützung der Koinor Horst Müller Stiftung in Höhe von 10.000 Euro. Ein Zehntel davon möchte er der Ukraine-Hilfsaktion von OT-Redakteur Till Mayer zukommen lassen. Andere Verwendungszwecke bilden neue Trikotsätze oder die ein oder andere Fahrt in Fußballstadien.

Uli Noll: „Es gibt noch Menschen, die auf andere schauen.“

Durch den Gala-Abend führte in gewohnt herzlicher Manier die Radio Eins-Moderatorin Uli Noll, die im Vorfeld allen Preisträgern persönlich ihre Nominierung überbrachte. Beeindruckt betrat sie die Bühne: „Es gibt noch Menschen, die auf andere schauen und es nicht wenige, die trotz, oder gerade wegen aller Unsicherheiten für andere da sind.“

Reinhard Tropschug aus Baiersdorf wurde für seine integrative Fußballmannschaft „Heiners Traumelf“ mit 10.000 Euro beloh... Foto: Corinna Tübel

Dem schloss sich auch Michael Schulz vom Stiftungsrat bei seiner Begrüßung an. Aus diesem Grund habe die Stiftung unterschiedliche Projekte, Institutionen und einzelne persönliche Härtefälle allein in diesem Jahr mit 400.000 Euro unterstützt. Sein Dank galt auch den weiteren Stiftungsräten Christian Meißner, Landrat des Landkreises Lichtenfels, und Jürgen Wittmann sowie den Stiftungsvorständen Karl-Heinz Zubrod, Ina Kober-Naumann sowie Willi Hepp. Auch die Schirmherren Klaus Löffler, Landrat des Landkreises Kronach, Sebastian Straubel, Landrat des Landkreises Coburg, sowie Christian Meißner begleiteten die Gala.

Musical „Faro“ regt zum Nachdenken über Zeit und Glück an

Für ein außergewöhnliches Programm sorgten dann wiederum die Menschen selbst: Udo Langer, preisgekrönter Komponist, Musiker und Filmemacher aus Burgkunstadt, feierte gemeinsam mit seinem Team und dem Publikum die Premiere des eigens für diesen Anlass komponierten Mini-Musicals „Faro – Ich sende dir ein Licht“.

Begleitet von einer beeindruckend-stimmungsvollen Leinwandshow im Hintergrund und Klangfeder Gitarrist Marco Hofmann als Solist begeisterten stimmgewaltig auch Sopranistin Diana Christoph und Musicalsängerin Natalie Fuß. Letztere schlüpfte in die Rolle eines kleinen Kiosks in einem großen Bahnhof, der davon träumte, eines Tages so groß zu sein wie sein „Onkel“ am Meer, der dort als Leuchtturm lebte. Sie diskutiert zum einen mit der Bahnhofsuhr „Tempus“, gespielt von Udo Langer selbst, über den Takt der Zeit, zum anderen mit einer Blumenfrau, die ihr Einblicke in ihre eigene Geschichte gibt: voller Tiefschläger, aber auch Hoffnung und Zuversicht.

Wortgewaltige und stimmungsvolle Lieder ließen das Publikum die Sehnsüchte und Träume, das Harren und Warten, aber auch die Erkenntnis des kleinen Kiosks hautnah miterleben: Es gibt viele Formen des Glücks. Und: Glück verdoppelt sich, wenn man es teilt – zum Beispiel, in dem man für die Menschen da ist und ihnen Zuflucht bietet, so wie der kleine Kiosk.

Bei einem festlichen Gala-Dinner und einem Buffet klang der Abend voller interessanter Gespräche und Zusammenhalt aus. Doch die Gemeinschaft der Ehrenamtlichen soll noch weiter wachsen: „Machen sie das Ehrenamt, machen sie das Projekt Leuchtturm Mensch bekannt und werden sie Botschafter für uns“, so Michael Schulz. Auch im Jahr 2023 soll es wieder eine Preisvergabe geben, sogar erweitert.

Die weiteren Preisträger sind:

Landkreis Kronach: Anja Jäckisch: Die Mitarbeiterin der Aral-Tankstelle“ in Johannisthal organisiert dort seit vielen Jahren Aktionen wie Spielzeugbasare, Weihnachtsplätzchen-Verkauf oder andere Spendenaufrufe. Den Inhalt einer Spendenbox übergab sie außerdem im monatlichen Turnus ebenfalls sozialen Zwecken.

Schwimmbadfreunde Weißenbrunn: Seit 2009 unterhält der Verein das Freibad. Die Mitglieder kümmern sich neben allen technischen Arbeiten unter anderem um die Badeaufsicht, die Botanik, die Sauberkeit, die Sicherheit und das passende Ambiente.

Die 80-jährige Dagmar Dietz aus Weismain (2. v. re.) strotzt vor Energie. Moderatorin Uli Noll (Mi.), Entdeckerin Simone... Foto: Corinna Tübel

Tom Sauer: Er unterstützt mit seinem Verein Humanitäre Hilfe für Menschen in Not seit vielen Jahrzehnten Menschen, die meist unverschuldet in schwierige Lebenssituationen geraten sind – in der Region, in Bosnien und der Ukraine.

Landkreis Coburg:

Förderverein Freizeitanlage Freibad Autenhausen.: 2015 drohte die Schließung des Freibads in der Nähe von Seßlach. Der Förderverein entwickelte ein beliebtes Naturschwimmbad und zählt heute über 200 Mitglieder.

Landkreis Bamberg:

Alexandra Eyrich: Sie ist Ansprechpartnerin der Trauerinitiative „ZwischenGeZeiten“ für Kinder, Jugendliche & Familien.

In den vergangenen 20 Jahren hat die Koinor Horst Müller Stiftung unterschiedliche Projekte, Institutionen und einzelne persönliche Härtefälle mit rund 2,6 Millionen Euro unterstützt. Das Projekt „Leuchtturm Mensch“ fördert besonderes Ehrenamt und soziales Miteinander in der Region. Weitere Infos gibt es unter www.koinor-stiftung.de.

Die weiteren Preisträger

Landkreis Kronach: Anja Jäckisch: Die Mitarbeiterin der Aral-Tankstelle“ in Johannisthal organisiert dort seit vielen Jahren Aktionen wie Spielzeugbasare, Weihnachtsplätzchen-Verkauf oder andere Spendenaufrufe. Den Inhalt einer Spendenbox übergab sie außerdem im monatlichen Turnus ebenfalls sozialen Zwecken.

Schwimmbadfreunde Weißenbrunn: Seit 2009 unterhält der Verein das Freibad. Die Mitglieder kümmern sich neben allen technischen Arbeiten unter anderem um die Badeaufsicht, die Botanik, die Sauberkeit, die Sicherheit und das passende Ambiente.

Tom Sauer: Er unterstützt mit seinem Verein Humanitäre Hilfe für Menschen in Not seit vielen Jahrzehnten Menschen, die meist unverschuldet in schwierige Lebenssituationen geraten sind – in der Region, in Bosnien und der Ukraine.

Landkreis Coburg: Förderverein Freizeitanlage Freibad Autenhausen.: 2015 drohte die Schließung des Freibads in der Nähe von Seßlach. Der Förderverein entwickelte ein beliebtes Naturschwimmbad und zählt heute über 200 Mitglieder.

Das Projekt „Leuchtturm Mensch“ der KOINOR Horst Müller Stiftung belohnte ehrenamtliches, regionales Engagement aus vier... Foto: Corinna Tübel

Landkreis Bamberg: Alexandra Eyrich: Sie ist Ansprechpartnerin der Trauerinitiative „ZwischenGeZeiten“ für Kinder, Jugendliche & Familien.

In den vergangenen 20 Jahren hat die Koinor Horst Müller Stiftung unterschiedliche Projekte, Institutionen und einzelne persönliche Härtefälle mit rund 2,6 Millionen Euro unterstützt. Das Projekt „Leuchtturm Mensch“ fördert besonderes Ehrenamt und soziales Miteinander in der Region. Weitere Infos gibt es unter www.koinor-stiftung.de.

 

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