MICHELAU

Zusammen gegen Corona: Klaus Gagel aus Michelau

K. Gagel. Foto: red

„Gehören Sie auch zu den Menschen die den Beipackzettel von Medikamenten lieber gar nicht durchlesen?“, fragt OT-Mitarbeiter Klaus Gagel aus Michelau und fährt fort: „ Was da an möglichen Nebenwirkungen genannt wird, lässt einen nicht selten zweifeln, ob man tatsächlich medikamentös etwas gegen die Kopfschmerzen oder den Bluthochdruck unternehmen sollte.

Auch das Aufklärungsgespräch mit einem Arzt vor einer Operation hat es in sich. Wie hoch ist beispielsweise das Risiko einer Lähmung nach einer Operation? Spätestens dann wird deutlich wie recht schon Erich Kästner hatte: ,Wird?s besser, wird`s schlimmer? Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.‘ Es gibt kein Leben ohne Restrisiko.

Nur mit der Risikobewertung ist das so eine Sache. Man kann versuchen sich wegzuducken. Doch das mindert das Risiko nicht. Das Einzige, was hilft, ist eine klare Risikobewertung, nicht aus dem Bauch heraus, sondern mit simpler Mathematik. Und da helfen nicht selten Vergleiche.

In Deutschland leben etwas mehr als 83 Millionen Menschen. Geht man von 82 Millionen Personen aus, die am Straßenverkehr teilnehmen, so sind 2020 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt 2724 Menschen im Straßenverkehr tödlich verunglückt.

Auch wenn damit die Anzahl der Verkehrstoten den bis dato niedrigsten Wert seit Beginn der statistischen Auswertung vor mehr als 60 Jahren angenommen hat, liegt damit die Wahrscheinlichkeit, im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken, bei 0,0033 Prozent. Das hindert jedoch kaum jemand daran, sich dennoch ans Steuer zu setzen.

Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörden sind nach landesweit mehr als 18 Millionen Impfungen mit AstraZeneca sieben Menschen an Blutgerinnseln gestorben. Bis zum 24. März registrierte die britische Arzneimittelbehörde Mhra insgesamt 30 Thrombosefälle nach Verabreichung der Vakzine. In 22 Fällen handelte es sich um Hirnvenenthrombosen, sehr seltene Blutgerinnsel im Gehirn. Die acht weiteren Patienten litten unter anderen Thrombosen oder einem Mangel an Blutplättchen. Das Risiko solcher Nebenwirkungen sei damit insgesamt ,sehr gering‘.

Lächerlich geringes Risiko im Vergleich zum Straßenverkehr

Setzt man voraus, dass hinsichtlich der Sterblichkeit (sieben Tote) ein direkter Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung besteht, so liegt das tödliche Risiko bei 0,00004 Prozent – lächerlich gering im Gegensatz zu den 0,0033 Prozent im Straßenverkehr.

Das Nicht-Impfen kann schwere Schäden verursachen. Wie hoch dieser Schaden anzusetzen ist, darüber gibt es heftige Diskussionen hinsichtlich der ,Übersterblichkeit‘, und ob tatsächlich ein kausaler oder nur zeitlich zufälliger Zusammenhang zwischen Covid19-Infektion und Todesfall besteht.

Nur eine Zahl zu Vergleich: Laut Professor Dr. Paul Hunter von der University of East Anglia in Norwich, England, beträgt die Covid-19-Mortalität von Männern um die 45 Jahre 0,1 Prozent, mit anderen Worten stirbt im Schnitt unter 1000 ,jungen‘ Männern ein Patient, weil er nicht rechtzeitig geimpft wurde.

Ich persönlich bin froh, dass ich als 70-jähriger Risikopatient mit AstraZeneca geimpft wurde. Auch wenn dies angesichts der existierenden und sich abzeichnenden Mutanten keine hundertprozentige Sicherheit verspricht, so gehe ich doch davon aus, dass ich zum jetzigen Zeitpunkten alles für mich Mögliche unternommen habe, um mich und andere vor einem schweren Covid-19-Krankheitsverlauf zu schützen. Aber ein Restrisiko bleibt immer wie beim Beipackzettel eines Medikaments.“

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