LICHTENFELS

Ziel: kein Glyphosat auf Flächen der Stadt Lichtenfels

Ziel: kein Glyphosat auf Flächen der Stadt Lichtenfels
Der Hauptausschuss der Stadt Lichtenfels hat sich dafür ausgesprochen, auf städtischen Flächen kein Glyphosat mehr verwenden zu lassen. Foto: SymbolHorst Fröhling

„Kein Einsatz des Herbizidwirkstoffs Glyphosat auf Flächen der Stadt Lichtenfels” war der Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen überschrieben, der als einziger Punkt jüngst auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung des Hauptausschusses stand. Auf den eigenen Flächen wird es eh nicht eingesetzt, so die Auskunft. So blieb es beim Appell an die Pächter von städtischen Flächen, auf das Herbizid zu verzichten.

Eingangs betonte Bürgermeister Andreas Hügerich, dass die Stadt ihre eigenen Flächen umweltschonend bewirtschafte. Laut Stadtverwaltung werden die städtischen Grünflächen derzeit mit einem Fahrzeug, das Heißwasserdampf zur Bekämpfung von Unkraut einsetzt, bewirtschaftet beziehungsweise mit einer Unkrauthexe bearbeitet. Teilweise werde das Unkraut auch mit einem Brenner abgebrannt.

Dr. Starker: Diskussion ist emotional stark belastet

Dr. Andrea Starker (CSU) betonte, dass die Glyphosat-Diskussion emotional stark belastet sei. So gebe es unterschiedliche Aussagen über eine potenzielle krebserregende Wirkung des Herbizids. Nach Auslauf der europäischen Zulassung Ende 2022 werde sich das Problem wahrscheinlich von alleine erledigen. Bis dahin könnte man an die Pächter der städtischen Flächen appellieren, dass sie aus eigener Einsicht auf das Herbizid verzichten.

Roland Lowig (WLJ) stellte hierzu fest, dass die Landwirte alle drei Jahre eine Prüfung in Bezug auf die Ausbringung dieses Mittels machen müssten und man deshalb von einer sorgfältigen Anwendung ausgehen könne. Monika Faber erinnerte an die vielen Hobbygärtner, die in ihren Gärten und Schrebergärten das unter dem Namen „Roundup“ vertriebene Herbizid einsetzen würden, um Unkraut und Moos bequem zu entfernen. Der Umwelt zuliebe sollten sie lieber das Unkraut mechanisch entfernen.

Dr. Susann Freiburg (Bündnis 90/Die Grünen) erläuterte den Antrag ihrer Fraktion. Sie freue sich, dass die Stadt bereits auf die Anwendung von Glyphosat verzichtet habe, wünsche sich aber noch eine Überprüfung der Pachtverträge. Sie verwies auf das deutsche Pflanzenschutzgesetz, nach dem Pflanzenschutzmittel nicht auf befestigten Freiflächen und nicht auf sonstigen Freiflächen, die weder landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, angewandt werden dürfen.

Verheerende Auswirkungen auf Flora und Fauna

Leider gebe es in Lichtenfels keine Einrichtungen oder Vereine, die den Sinn dieses Verbotes der Bevölkerung nahe bringen würden, so Freiburg. Glyphosat habe als Totalherbizid verheerende Auswirkungen auf die Flora und schließlich auch auf die Fauna.

Die Fraktionsvorsitzende stellte aber auch die Frage nach möglichen Alternativen. Dabei kämen Totalherbizide infrage, die lange nicht so gut erforscht oder die im Boden nicht so gut abbaubar seien wie Glyphosat. Letztendlich gehe es aber doch darum, wie in Zukunft gesunde Böden und reines Wasser für die Bevölkerung bereitgestellt werden könnten. Vor allem müsse dem enormen Biodiversitätsverlust Einhalt geboten werden.

Statt Verbote sollten aber Anreize für eine naturnahe Flächenbewirtschaftung gerade auch im Landkreis geschaffen werden, um auch auf kommunaler Ebene das bayerische Vorhaben einer Steigerung der Öko-Fläche auf 30 Prozent bis zum Jahr 2030 zu unterstützen, appellierte Susann Freiburg.

Der folgende Beschlussvorschlag wurde einstimmig angenommen: „Der Hauptausschuss nimmt davon Kenntnis, dass die Stadt Lichtenfels bereits größtenteils den beantragten Glyphosatverzicht in eigener Anwendung umsetzt. Lediglich bei verpachteten Flächen wird bisher keine vertragliche Regelung eingebracht, die es den Pächtern verbietet, glyphosathaltige Mittel auf den stadteigenen Flächen zu verwenden. Die gesetzlichen Bestimmungen sind aber von den Pächtern einzuhalten.“

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