Wort zur Besinnung: „Prüfet alles, das Gute behaltet“

Dekan Lars Rebhan. Foto: RED

Wort zur Besinnung

„Wer die Wahl hat, hat die Qual!“, so lautet ein bekanntes Sprichwort. Das mag an diesem Wochenende auf manchen zutreffen, der sein Kreuzchen bei der Wahl zum Bundestag setzen wird. Viel haben wir gehört von den Kanzlerkandidaten in den letzten Wochen, und es erschien manchmal so, als würde in Deutschland die Bevölkerung den Bundeskanzler direkt wählen.

Doch dem ist nicht so! Wir wählen den Bundestag. Welche Koalition verschiedener Parteien dann letztlich unser Land regieren wird, haben wir als Wähler weitgehend nicht mehr in der Hand.

Die Prognosen sagen uns ja, dass es wohl mehrere Möglichkeiten geben wird. Doch jeder kann abstimmen, wer denn seine Stimme im Bundestag vertritt – zumindest im Rahmen der Parteien, die dann über die Fünf-Prozent-Hürde kommen.

In den letzten Tagen habe ich genau hingehört, wenn es in alltäglichen Gesprächen um die Bundestagswahl ging. Da gab es Stimmen die sagen „Ich wähle nach Sympathie“, andere sagen „Ich habe immer schon … gewählt, dabei bleibe ich“ und wieder andere „Ich weiß noch nicht so recht, wen oder ob ich wählen soll“.

Es gibt sicherlich noch etliche andere Haltungen zur Wahl. Vor einigen Jahrzehnten noch haben Kirchenvertreter eindeutige Wahlempfehlungen ausgesprochen. Heute ist dies in westlichen Ländern kaum mehr denkbar oder angebracht.

Doch eine Empfehlung möchte ich Ihnen trotzdem geben: Gehen Sie wählen! (Falls Sie ihre Kreuzchen nicht schon bei der Briefwahl gesetzt haben).

Denn diese kleine Verantwortung zur Mitgestaltung unseres Landes hat ein jeder! Sie ist ein Teil unserer Verantwortung für die Gesellschaft.

Ob Sie sich nun ausführlich mit den Wahlprogrammen auseinandergesetzt haben oder aus Vertrauen in eine Partei traditionell ihr die Stimme geben oder einfach einem Kandidaten auf Grund seines bisherigen Wirkens oder seines Auftretens vertrauen beziehungsweise ihn oder sie sympathisch finden, ist ihre persönlich begründete Wahlmotivation.

Letztlich ist es eine Frage des Vertrauens, wem Sie zutrauen, Ihre Stimme gut zu vertreten und unseren Staat, unsere Gesellschaft, unser Land gut in die nächsten Jahre zu führen. Die Wochen des Wahlkampfes für die Parteien sind zu Ende und auch die Zeit für den Bürger, zu prüfen wer denn aus der je eigenen Sicht am besten geeignet ist. Ganz entsprechend dem Aufruf des Apostels Paulus: „Prüfet alles, das Gute behaltet!“ (1 Thess 5,21)

So wünsche ich Ihnen für dieses Wochenende – falls nicht schon geschehen – gute Gedanken und Geist für die Wahl zum Bundestag. Dabei bleibt für manchen freilich gültig: „Wer die Wahl hat, hat die Qual.“ Aber es ist letztlich sehr gut so, dass es in unserem Land so ist.

Ihr Dekan Lars Rebhan

Schlagworte