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Wort zur Besinnung: Himmelsstürmer, ein Wort zur Besinnung zu Christi Himmelfahrt

Himmelsstürmer, ein Wort zur Besinnung zu Christi Himmelfahrt
Kornelius Holmer Foto: red

Wort zur Besinnung

Es gibt sie – die Himmelsstürmer! Basketballer wie einst Michael Jordan oder Dirk Nowitzki haben die Welt innerhalb kürzester Zeit verzückt. Lang Lang verzaubert große Konzert-häuser mit seinem Klavierspiel. Ein Himmelsstürmer ist „jemand, der sich etwas zum Ziel gesetzt hat, was sich allem Anschein nach nicht verwirklichen lässt, für den aber entgegenstehende reale Gegebenheiten und Schwierigkeiten kein Hindernis bedeuten“ , so können wir es im World Wide Web lesen.

Ein solcher Himmelsstürmer war auch Jesus von Nazareth. Eigentlich war er ein normaler Handwerker. Aber er zog los, um Menschen Gott näher zu bringen. Und dabei heilte er viele Kranke und predigte auf eine besonders charismatische Weise, so dass viele Men-schen mit ihren Augen an seinen Lippen hingen und aufsaugten, was er sagte. Er war ein solcher Himmelsstürmer, dass sogar die Elite der damaligen Gesellschaft auf ihn aufmerksam wurde. Sie holten seinen Rat ein, folgten ihm zum Teil selbst nach und führten mit ihm kontroverse Diskussionen. Doch mit der Zeit merkten einige unter ihnen, dass seine Ansichten für ihren eigenen Status in der Gesellschaft gefährlich wurden. Und so war es vorbei mit dem Himmelsstürmer. Er wurde hingerichtet und starb wie ein Verbrecher. Und wäre er ein normaler Himmelsstürmer, würde ich heute nicht über ihn schreiben. Dann wäre spätestens jetzt, nach seiner Hinrichtung, alles aus und vorbei.

Doch Jesus war ein völlig anderer Himmelsstürmer. Denn er kam vom Himmel auf diese Erde, so glauben wir Christen es. Er kam von Gott, seinem himmlischen Vater, zu uns auf die Erde, um uns ganz neu in Kontakt zu bringen mit seinem Vater. Dafür nahm er alles auf sich – sogar diese qualvolle Hinrichtung. Am dritten Tag nach seiner Hinrichtung aber erweckte ihn sein Vater wieder zum Leben. Unmöglich, so sagt uns unser Verstand. Das kann es nicht geben, weil Tote nun mal nicht wieder lebendig werden.

Doch viele seiner Nachfolgerinnen und Nachfolger sind dem Auferstandenen begegnet. Und sie waren bereit. dies zu bezeugen. Ja, sie gingen sogar für diese unglaubliche Wahrheit selbst in den Tod. Und sie bezeugten noch etwas weiteres, was für unseren Verstand nicht zu glauben ist: So, wie Jesus vom Himmel auf dieser Erde kam, ging er wieder zurück zu seinem Vater. Sie sahen ihn aufsteigen in den Himmel, so wird uns berichtet. Unglaublich für unseren Verstand. Aber bei Gott ist nichts unmöglich.

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.

Liebe Leserinnen und Leser, der Himmelfahrtstag berichtet uns von diesem Himmelsstürmer. Wie wir uns konkret die Himmelfahrt Jesu vorstellen müssen, kann uns wohl keiner sagen. Die Bibel berichtet uns von einer Wolke, die Jesus aufnahm und zu seinem Vater brachte. Die Wolke, von der uns die Apostelgeschichte berichtet, ist schon im Alten Testament ein Symbol Gottes machtvoller Gegenwart. Sowie uns der Himmelfahrtsbericht vor allem davon berichten, dass Jesus in die Herrlichkeit Gottes eingegangen ist. In den späte-ren christlichen Bekenntnissen, die wir bis heute Sonntag für Sonntag sprechen, heißt es: „Er sitzt zur Rechten Gottes…“.

Das aber bedeutet für uns Menschen etwas Großartiges. Es ist ein Bild, das früher jeder verstand. Denn dieses Bild knüpft an die damalige Vorstellung an, dass zur Rechten eines Königs oder Kaisers der Regierungschef saß. Und dieser hat ja bekanntermaßen die Aufgabe für das Volk einzutreten.

Himmelfahrt – dieses Fest sagt uns Menschen also, dass wir einen König haben, der für uns eintritt. Er ist für uns da, begleitet uns, gerade auch in Zeiten, wie wir sie momentan erleben, in denen es nicht leicht ist seinen Alltag zu bewältigen. Gerade jetzt dürfen wir es glauben, dass Gott für uns da ist und Jesus uns begleitet. Er, der Erhöhte, will uns zu sich ziehen. Auch dies ist wieder ein Bild für die perfekte Begleitung, für ein tolles Miteinander zwischen Gott und uns Menschen.

Wir dürfen eine Beziehung zu Jesus Christus und zu sei-nem himmlischen Vater haben und darauf vertrauen, dass Jesus auch uns zu echten Him-melsstürmern macht.

Kornelius Holmer,

evangelischer Pfarrer,

Zapfendorf

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