MARKTGRAITZ

Lars Reban: Die Zusage trägt auch durch bewegte Krisenzeiten

Lars Rebhan Foto: red

Wenn in Deutschland die Rede vom „Bund“ ist, denken die meisten wohl an Bundestag, Bundesrat, Bundeskanzler(in) – schlichtweg an die politische Ebene des gesamten Landes. Auf dem Markt wird vielleicht noch vom Bund Karotten oder Radieschen gesprochen. Erst an x-ter Stelle wird manchem das religiöse Verständnis vom Bund Gottes mit den Menschen in den Sinn kommen.

Davon ist gerade in diesen Tagen in den Gottesdiensten des Fronleichnamsfestes die Rede. Bei diesem Stichwort ploppen bei manchem aus dem eigenen Religionsunterricht biblische Geschichten auf, wie der Bund Gottes mit Noah nach der Sintflut, der Bund mit Mose oder auch der „neue“ Bund. In Liedern, die bei Prozessionen und Gottesdiensten traditionell gesungen werden ist die Rede davon: „Dies ist der neue, ewige Bund“ oder „Der seinen Bund von alters her auf ewig stiftet“ und „Mit allen schloss er den Erlösungsbund“. Das klingt nach Verlässlichkeit und Universalität!

Für alle ist dieser Bund geschlossen. Und er ist von Gott selbst bestätigt: „Blut, in dem uns Gott besiegelt seinen Bund, der ewig währt“. Schließlich wird noch bildhaft ausgedrückt: „Fest wie die Berge steht sein Bund“.

So ist das Fronleichnamsfest, das im kirchlichen Sprachgebrauch auch als „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ betitelt wird, ein Ausdruck des Bundes mit Gott, seiner Verlässlichkeit und ein Bild, dass Gott mit uns unterwegs ist. Das Blut ist nach biblischem Verständnis Lebenskraft, Lebensenergie. Christen feiern also die Zusage Gottes, sein Ja zu den Menschen, als Ausdruck des Glaubens.

Wenn unsere Gemeinden in diesem Jahr manche Traditionen und Prozessionen um das Fronleichnamsfest noch nicht wie üblich begehen konnten, ist für manchen umso mehr der Kern des Festes zu spüren: Die Verbundenheit mit Gott in der Eucharistie – sein Bund, der ewig währt und verlässlich ist! Diese Zusage trägt auch durch bewegte Krisenzeiten ! Und sie gehört zum Wesen Gottes. Das ist bereits in seinem Namen „Jahwe“ – Ich bin der „Ich bin da“ - auf einzigartige Weise ausgedrückt.

Lars Rebhan,

katholischer Dekan,

Marktgraitz

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