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Wort zur Besinnung: Aus der Kategorie „Haben Sie's schon gewusst?“

Wort zur Besinnung

Am 24. August 1853 wurde der Kartoffel

chip erfunden. Sie wissen, Kartoffelchips, kurz oft Chips, sind ein scheibenförmiges Nahrungsmittel. Sie bestehen aus dünnen, frittierten oder gebackenen Kartoffelscheiben. (Wikipedia).

Erst 114 Jahre später wurde am 25. August (1967) das Farbfernsehen in Deutschland freigeschaltet. Erst jetzt waren alle Zutaten vorhanden für einen gemütlichen Fernsehabend, allein, zu zweit, mit Freunden oder in der Familie.

Bei schlechtem Wetter in der Ferien- und Urlaubszeit durchaus eine beliebte Möglichkeit, den Abend zu verbringen. Und so manch einer hat wegen Corona vielleicht seinen Urlaub verkürzen müssen, oder er ist ganz ausgefallen.

Mit Kartoffelchips und Farbfernsehen ist zumindest die Möglichkeit bereitet, auch zu Hause tiefen entspannt Urlaub zu machen - heutzutage gerne im Heimkino mit 80 Zoll Bildschirm-Diagonale.

Manchmal brauchen wir solche Auszeiten. Und manchmal ist auch das Bedürfnis da, alle Etiketten und alle Formen fallen zu lassen und einfach nur auf dem Sofa rumzufläzen. Ein bisschen Berieselung und so wunderschön ungesundes Knabberzeug.

Doch auch der schönste Fernsehabend geht wieder zu Ende. Und selbst wenn ich könnte, hätte ich keine Lust, mich nach dem Frühstück gleich wieder vor die Glotze zu setzen und die Chipstüte aufzureißen. Das kann es nicht sein.

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ Auch nicht von Kartoffelchips und 100-fältigem Fernsehprogramm. Übers Land verteilt, sind derzeit wieder die Kirchweihen. Und so hätte Jesus wohl angefügt: auch nicht von Kopffleisch, Schlachtschüssel und Maß Bier.

Was macht satt? Was macht alt und lebenssatt? Lebenssatt – weil es am Ende darum geht, ob ich auf ein erfülltes Leben zurückblicken kann, ob ich mit mir im Reinen bin.

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jeglichem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt“, sagt Jesus. Auch die Seele braucht ihre Nahrung. Sie braucht ein Wissen über den Ursprung, den Sinn und das Ziel des Lebens.

Sie braucht einen Zuspruch von außen. Und dieser Zuspruch trägt besonders dann, wenn wir an unsere Grenzen kommen. Wenn wir zu nichts mehr fähig sind als zu einem exponentiellen (oder auch existenziellen) Absacker und auch am nächsten Morgen nicht mehr auf die Beine kommen.

Diesen Zuspruch hören wir in der Bibel. Sie erzählt von einem Gott, der verlässlich ist. Immer wieder redet er uns an. Er spricht mit uns über seinen Willen für unser Leben. Wie es gelingen kann und wie es scheitert. Was Glück bedeutet, und wie wir Trauer bewältigen.

Vor allem aber davon, dass er immer unser Ansprechpartner bleibt.

Selbst dann, wenn wir ihn nicht verstehen. Wenn sein Wort uns wie ein fernes Grollen oder ein unverständliches Murmeln erscheint.

Am Ende ist die Botschaft klar, denn wir haben sie Schwarz auf Weiß in seinem Wort, in der Bibel.

Gott ist der Lebensbegleiter. Er ist Schöpfer, er ist Retter in ausweglosen Situationen, er heilt in tiefer Verletzung und Krankheit, er mahnt auf irrigen Wegen, er ermutigt in Zeiten der Mutlosigkeit, er tröstet in Trauer um einen verlorenen Menschen.

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ Letztendlich wissen wir es. Oder spüren es zumindest. Sinn und Ziel geben uns weder Brot noch Kartoffelchip.

Uns selber entdecken wir, wo wir Gott als Schöpfer unseres Lebens entdecken, der uns anspricht und uns auf ganz andere Art und Weise satt macht – jenseits aller Nahrung und Genussmittel.

Burkhard Sachs,

evangelischer Pfarrer,

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