LICHTENFELS

Wie „Helfen macht Spaß“ hilft, Stabilität zu finden

Brigitte Wolf und ihre Tochter Maria erhalten Besuch von Caritas Mitarbeiterin Angela Lohmüller. Foto: Till Mayer

Der Empfang ist so herzlich wie es nur geht – bei Sicherheitsabstand und FFP2-Masken vor dem Mund. Bei den Wolfs hat Caritas-Mitarbeiterin Angela Lohmüller einen guten Stand. Und eigentlich gibt es den Besuch nur deshalb, weil die Wolfs zeigen wollen, wie eine Unterstützung von „Helfen macht Spaß“ langfristig wirkt. Denn die Leseraktion hat Mutter und Tochter ein wichtiges Stück geholfen.

Bei den Wolfs kam das große Unglück vor fünf Jahren. Der Ehemann von Brigitte Wolf starb plötzlich an einem Herzversagen. „Danach war nichts mehr so wie davor“, erinnert sich die 61-Jährige. Schon zuvor war das Geld knapp. Die Rente ihres Manns musste auf Grundsischerungsniveau aufgestockt werden. Als Nachhilfelehrer verdiente er noch etwas hinzu. Irgendwie kam die dreiköpfigen Familie durch.

Zum Tod des Ehemann kamen zunehmende gesundheitliche Probleme der Tochter. Unter anderem erlitt sie zahlreiche epileptische Anfälle, psychisch ging es ihr sehr schlecht. Brigitte Wolf selbst traf der Tod ihres Manns bis ins Mark.

Dann gab es Herausforderungen bei der Finanzierung der Beerdigung. „Es war wirklich schlimm, wir hatten kaum noch Kraft“, erklärt die Seniorin. Dann folgte die nächste Schwierigkeit. Das Geld reichte nicht mehr zum täglichen Leben. Vor allem die Höhe der Miete machte bei den geringeren Bezügen Probleme. Die Wohnung war für zwei Personen zu groß und damit zu teuer.

„Uns haben damals so viel Freunde beim Umzug in eine kleinere Wohnung geholfen und auch einige gut erhaltene Möbel geschenkt“, berichtet Brigitte Wolf. „Nur eine Kücheneinrichtung, die war nicht vorhanden. Aber ohne Küche, wie soll das gehen?“, fragt Brigitte Wolf.

„Frau Wolf war wirklich verzweifelt. Wir haben dann 800 Euro für den Umzug beantragt. Und neben anderen Möbeln eine gut erhaltene gebrauchte Küche gefunden. Dank ,Helfen macht Spaß‘ konnte die Familie die Sachen kaufen. Ich werde nie vergessen, wie dankbar Frau Wolf dafür war“, berichtet Angela Lohmüller. Vor der sitzt sie nun als Besucherin.

Die Lage hat sich stabilisiert

Die Lage der Wolfs hat sich mittlerweile stabilisiert. Tochter Maria arbeitet in den Werkstätten Sankt Joseph. „Das tut mir gut. Eine Aufgabe, eine Arbeit zu haben. Und ich habe gelernt, anzunehmen und damit umzugehen, dass ich eine Behinderung habe“, erklärt sie. Auf eine Festanstellung hofft Mutter Brigitte mit ihren 61 Jahren nicht mehr. Aber sie putzt, und ab und an übersetzt sie gerne ehrenamtlich. Sie spricht außer Deutsch auch noch Polnisch und Russisch fließend. „Viel bleibt von dem Geld dann nicht, weil es mit meinen Sozialleistungen verrechnet wird. Aber es ist mir wichtig zu arbeiten“, sagt die 61-Jährige: „Das Schlimmste ist überwunden, auch dank der Unterstützung von Frau Lohmüller, der Caritas und ,Helfen macht Spaß‘“.

„Und ich bekomme weiter Unterstützung durch ,Helfen macht Spaß‘“, erklärt die Tochter. „Wenn das Geld nicht für den Jahresausflug der Werkstätten reicht, dann gibt es einen Zuschuss, so dass jeder von unserem Team mit kann.“ Und die Mitarbeiterinnen vom BRK packen für die 28-Jährige und andere auch jedes Jahr ein HMS-Weihnachtspaket. „Da sind dann einfach Dinge drin, die ich mir sonst nicht leisten kann“, erklärt die junge Frau: „Es ist schön zu wissen, dass es Menschen gibt, denen man nicht egal ist. Mir gibt das Kraft. Deswegen sind auch die HMS-Pakete etwas wirklich Besonderes für mich. Da freue ich mich jetzt einfach, Danke zu sagen zu können.“

Für Spenden

In Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden unterstützt die OT-Leseraktion „Helfen macht Spaß“ Bedürftige am Obermain. Eine über 20-jährige Tradition hat der HMS-Weihnachtsaufruf. Wie gewohnt werden dabei der Namen der Spendenden und die Höhe der Spende (ab zehn Euro) genannt. Spenderinnen und Spender, die dies nicht wollen, bitten wir, bei der Überweisung neben dem Stichwort „Helfen macht Spaß“ zusätzlich „Anonym“ zu vermerken. Herzlichen Dank.

Spenden: BRK-Kreisverband Lichtenfels, IBAN: DE 26 7835 0000 0000 0388 85, Sparkasse Coburg-Lichtenfels,

Verwendungszweck: „Helfen macht Spaß“.

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