LICHTENFELS

Wetterregeln: Früher Winter oder milder November?

Wetterregeln: Früher Winter oder milder November?
Typisches Novemberwetter am Altenkunstadter Friedhofskreuz. Foto: Brigitte Gorille

Im römischen Kalender war der November ursprünglich, da das Jahr im März begonnen hatte, der neunte Monat. Neun heißt auf Lateinisch novem, folgerichtig hieß er November. Bei uns hieß er Nebelung.

Nebelung ist in der Beliebtheitsskala ganz unten angesiedelt

Tagelanges trübes und nebeliges Wetter verbinden wir mit dem Begriff November-Wetter. Der November ist auf der Beliebtheitsskala der meisten Menschen unten angesiedelt. Eingebettet zwischen dem goldenen Oktober und dem lichterglänzenden Dezember bietet der November beim Ranking der Monate den geringsten Freizeitwert. Der November lädt ein, kürzer zu treten und bewusst auf übermäßige Aktivitäten zu verzichten.

Sitzt das Laub noch an den Ästen, kommt der Winter mit strengen Frösten

Der November gilt als Wetterzeiger für den kommenden Winter. Regt sich in den Bäumen Leben, kommt vermutlich ein relativ milder, dafür aber langer und regnerischer Winter: „Baumblüte im November gar, noch nie ein gutes Zeichen war.“ Erste Schneefälle wurden von unseren Vorfahren positiv eingeschätzt: „Je mehr Schnee im November fällt, umso fruchtbarer das Feld.“

Bäume voller Blätter nach Allerheiligen verwiesen in die gleiche Richtung: „Sitzt das Laub noch an den Ästen, kommt der Winter mit strengen Frösten.“ Übrigens, ein mittlerer Obstbaum verliert im Spätherbst um die 10 000 Blätter; übertriebenes Sauberkeitsdenken füllt zwar im Garten viele Müllsäcke, schadet aber dem Naturkreislauf.

Früher Wintereinbruch ist im Hühnerstall zu beobachten

Nach den Berechnungen des Hundertjährigen Kalenders beginnt der November mit fünf Regentagen. Bis zum 20. November wird es kühler. Anschließend kommen acht Tage mit milderen Temperaturen. Der Hühnerstall zeigt an, ob es nochmals warm wird oder der Winter früh einbricht: „Hocken die Hühner im November in den Ecken, kommen bald Frost und Winters Schrecken.“

St. Elisabeth sagt?s an, was der Winter für ein Mann

Der 19. November ist der Namenstag der heiligen Elisabeth von Thüringen: „St. Elisabeth sagt?s an, was der Winter für ein Mann.“ In diesen Zeitraum fällt der Kathreintag (25.): „Wie das Wetter an St. Kathrein, wird es den ganzen Winter sein.“ Früher hatte dieser Tag eine wichtige Funktion: „Sankt Kathrein stellt?s Tanzen ein.“ An diesem Lostag war die letzte Gelegenheit für eine öffentliche Tanzveranstaltung. Danach begann der Advent als „stille Zeit“ mit Tanz- und Heiratsverbot bis Weihnachten oder bis zum Fasching.

Nach den Prognosen von Abt Knauer friert es an den letzten beiden Novembertagen; sie läuten den Winter ein. Am Sonntag, 29. November, endet die „dunkle“ Zeit: Der vorletzte Novembertag ist der 1. Advent.

Seit über 25 Jahren Ärger mit dem Buß- und Bettag

Der Buß- und Bettag (18. November) wurde – sehr zum Unwillen der evangelischen Christen - zu Gunsten der neu eingeführten Pflegeversicherung als staatlicher Feiertag 1995 gestrichen. Ob Schulen und Geschäfte an diesem Tag geschlossen sind, ist in Deutschland unterschiedlich geregelt.

In Bayern ist der Buß- und Bettag kein gesetzlicher Feiertag mehr, sondern ein normaler Arbeitstag. Schulen in Bayern bleiben aber trotzdem geschlossen - egal, ob die Schüler katholisch oder evangelisch sind. Das bringt viele berufstätige Eltern in eine Zwickmühle und sorgt jedes Jahr für Diskussionen. Der Buß- und Bettag ist der letzte Feiertag im Kirchenjahr. Er wird immer elf Tage vor dem ersten Advent begangen.

Sternschnuppen-Regen in klaren November-Nächten

In klaren November-Nächten lohnt sich ein Blick in den nächtlichen Sternenhimmel. Der Sternschnuppen-Regen der Leoniden belebt am 16. und 17. November rund um Neumond den dunklen Nachthimmel besonders stark. Auch Sterne kündigen Wetter an: „Wenn im November die Stern‘ stark leuchten, lässt dies auf bald viel Kälte deuten.“

Welche Erklärung steckt dahinter? Im November sind die Nächte bereits deutlich länger als die Tage. Zum Ende des Monats schon länger als 15 Stunden. Die Zeit für eine starke Abkühlung ist lang. Sind die Sterne besonders hell zu sehen, ist die Luft klar und trocken, was die Ausstrahlung zusätzlich begünstigt. Ist die Luft bei entsprechender Wetterlage ohnehin schon recht kalt, können im November zweistellige Minustemperaturen erreicht werden. Im Gegensatz dazu verhindert eine dichte Wolkendecke die Ausstrahlung. Unter ihr kühlt sich die Luft nachts nur wenig ab.

A bisela schdärm

A bisela schdärm,

wennsda es öschdamoll

dei Goschn heldsd,

weils des hald aa

ze wos bringa willsd.

A bisela schdärm,

wenns dich

auf aane Due

amoll dou und

amoll dodda zwiggd.

A bisela schdärm,

wenn dei Alda

zede sochd:

Du bisd aa nümme des,

wosda amoll woasd.

A bisela schdärm,

wennsda auf dä

Ärbed märgsd,

dass es ohna diich

fei aa gedd.

A bisela schdärm,

wenn ve deina

Schdammdischbrüüde

aane nouchn annen

nein Eäbuedn griichd.

Und wennsda

su öfd a bisela

gschdorm bisd,

noched is des

richdicha Schdärm,

vedensda dich frühe

imme su orch

gförchd hosd,

fei blueß nuch

a ganz glaans

winzichs bisela.

Josef Motschmann

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