LICHTENFELSLICHTENFELS

Wetter- und Bauernregeln im August

Wetter- und Bauernregeln im August
Bei heißen Temperaturen sorgt ein Spaziergang in unseren heimischen Wäldern für etwas Erfrischung. Foto: Andreas Motschmann

Die wechselhafte Wettervorhersage des Hundertjährigen Kalenders für Juli traf zu. Landwirte, Gartenbesitzer und Waldbauern haben sich über den dringend gewünschten Regen, der in den Jahren davor ausgeblieben war, gefreut. Ob im kommenden Monat Abt Knauer mit seinen Vorhersagen wieder richtig liegt? Der aktuelle langfristige Wettertrend verspricht nach einen nassen Beginn etwa zehn Tage Temperaturen um 30 Grad und mehr, an manchen Tagen sogar über die 35-Grad-Marke. Das sind die sogenannten Hundstage.

Für die ersten acht Tage im August sagt der Hundertjährige Kalender allerdings schönes Wetter an. Es folgen zwei trübe Regentage. So wäre der wichtige Lostag am Laurentiustag (10.) ein Regentag. Ein Trostpflaster für die Landwirte: „Öffnet Laurentius die Wolkenschleuse, gibt?s auf den Feldern keine Mäuse.“ Für die Waldbesitzer ist eine alte Beobachtung auf den 10. August bezogen: „Kommt Laurentius daher, wächst im Wald das Holz nicht mehr.“

Bauernregeln im August

Vom 11. bis zum 20. August prophezeit Abt Knauer wieder schönes Wetter mit großer Hitze. Der Sonnenschein im August 2019 lag mit 220 Stunden rund zehn Prozent über dem Soll von 200 Stunden. Wird sich das wiederholen? „Mariä Himmelfahrt“ am 15. August ist religiöser Feiertag der katholischen Kirche, welcher in Deutschland auf das Jahr 813 zurückzuführen ist. In Bayern ist er nur dort gesetzlicher Feiertag, wo in der Stadt oder Gemeinde die Mehrheit der Einwohner katholisch ist. In Hochstadt am Main gibt es eine Maria-Himmelfahrt-Kirche; gleiches gilt für die Stadtpfarrkirche zu Lichtenfels. Wer zur Kräuterweihe einen Büschel mit frischen Kräutern sammeln möchte, kann am 12. August um 10 Uhr an einer Genusswanderung, beginnend am Stadtturm in Bad Staffelstein, teilnehmen.

Der Feiertag verweist auf die beginnende Obsternte: „An Mariä Himmelfahrt, das wisse, gibt es schon die ersten Nüsse.“ In den letzten Jahren allerdings wurden wegen der Trockenheit Getreide und Obst um einige Wochen früher geerntet.

Vom 21. bis zum 26. August erwarten uns zur Abkühlung Regentage. Sankt Bartholomäus gilt im Volksmund als wichtiger Lostag: „Wie sich der Barthel-Tag verhält, ist der ganze Herbst bestellt.“ Folgerichtig könnten wir auf einen schönen, aber trockenen Herbst hoffen. Wetterbeobachtungen zeigen, dass ein regnerischer Bartholomä-Tag (24.) mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit einen trockenen Herbst nach sich zieht. Der Märtyrer Bartholomäus ist Schutzpatron der Bauern, Winzer, Schäfer, Schuster und der Metzger.

Planeten und Sternschnuppen beobachten

Zum Ende des Hochsommermonats ab dem 27. August soll nach dem Hundertjährigen Kalender das schöne und warme Wetter zurückkehren. Die Urlauber können dann wieder bei angenehmem Wetter durch den Gottesgarten am Obermain wandern. Als interessanter Wanderweg für Familien empfiehlt sich der Planetenweg. Dieser zehn Kilometer lange astronomische Lehrpfad zwischen Unnersdorf und Untersiemau entstand 1988. Der Planetenweg verdeutlicht die gigantischen Entfernungen und Größenverhältnisse der Planeten untereinander in unserem Sonnensystem dem gemütlichen Wanderer.

Am späten Abend oder bei einer Nachtwanderung ist der wichtigste Sternschnuppenstrom, die Perseiden, zu beobachten. Die meisten Sternschnuppen huschen vom 9. bis 13. August über den Himmel. Bei guten Beobachtungsbedingungen sind bis zu 100 Perseiden pro Stunde sichtbar. Weiterhin kann man Jupiter und Saturn am nächtlichen Sternenhimmel entdecken.

Nordwind als Schönwettergarant

Es kann nicht oft genug betont werden, dass sich unsere naturverbundenen Vorfahren nie auf einzelne Wetterregeln verlassen haben. Sie beobachten beispielsweise die Windrichtung; denn wenn es im August aus Norden weht, zieht das unbeständige Wetter fort oder es ist mit Fortbestand des Schönwetters zu rechnen: „Im August Wind aus Nord jagt unbeständig? Wetter fort.“ Diese Zusammenhänge sind schon seit Jahrtausenden bekannt. Der griechische Philosoph Aristoteles notierte im 4. Jahrhundert v. Chr. in seinem Werk „Meteorologica“ in dem Abschnitt „Von dem, was in der Luft ist“ alles, was bis dahin über Erde, Feuer, Wasser und Luft bekannt war.

Vehement wandte er sich gegen die Auffassung, Wind sei nichts als bewegte Luft. Eine Erklärung für die Entstehung von Wind hatte er nicht parat. Die Windmessung spielte eine große Rolle in der Wetterbeobachtung der Antike. In Athen ist noch heute der „Turm der Winde“ zu bestaunen, ein Oktogon mit Windfahne und Wasseruhr im Innern. Erst mit der Entwicklung von Messgeräten wurden nach und nach die Geheimnisse des Wetters gelüftet.

A Groushalm aufm Maa

Manchsmoll,

wenn ich

a weng rumheng,

hogg ich mich

nunde noon

Maa.

Bledde,

Huelzschdüggla,

a Hambfl Grous,

alles Möiglicha

schwimmd aufm Wasse

o miich vebei.

Fe an Momend lang

möched ich blueß

su a Groushalm sei,

dä sich dreimlessd

und doch schbüed,

dass ä gedroung wädd.

Josef Motschmann

Schlagworte