LICHTENFELS

Welttag des Buchs: Und ab in die „Pippilothek“

Iris Birger und Stefanie Fischer sind Kinderbuch–Bloggerinnen. Vom Netz in die Tageszeitung geht es mit ihren Buchtipps mindestens ein Mal im Monat auf OTverbindet. Mit den heutigen Empfehlungen möchten die beiden gemeinsam mit Ihnen den Welttag des Buches feiern. Foto: Stefanie Fischer

Iris Birger und Stefanie Fischer sind Kinderbuch-Bloggerinnen. Für OTverbindet stellen sie drei Bücher vor, die sich sehr gut vorlesen und selbst lesen lassen, um in Geschichten einzutauchen, in deren Hauptrolle die Bücher selbst vertreten sind.

Bücher über Bücher

„Zum Welttag des Buches am 23. April widmen wir uns Büchern, die von Büchern handeln. Geschichten, die sich Büchern widmen, das Lesen feiern und die Leidenschaft für das geschriebene Wort zeigen. Doch warum eigentlich sind Bücher und die Beschäftigung damit von Beginn an so unfassbar wichtig? Schon beim einfachen Betrachten, Vorlesen oder Selbstlesen, kann man erkennen, wie Bücher die Fantasie anregen, die Sprachentwicklung positiv beeinflussen und außerdem auch Nähe und Austausch ermöglichen.

Die folgenden drei Empfehlungen machen all dies möglich. Und ganz nebenbei bereiten sie viel Spaß und schenken jede Menge Abenteuer.

Für Kindergartenkinder: Wenn wir an unsere zurückliegenden Bibliotheks- oder Büchereibesuche denken, dann wohl eher an die zuletzt geltenden Beschränkungen und veränderten Regeln, die uns in den vergangenen zwei Jahren der Pandemie beschäftigt haben. Doch all das hat der Besonderheit und Freundlichkeit der vielen kleinen und großen Büchereien in unserem Land nicht ihren Zauber genommen. Alles ist voller Bücher. Soweit das Auge reicht. Von Klassikern bis Neuerscheinungen.

Doch wie verhält man sich eigentlich an so einem Ort? Meist ist es dort recht ruhig und es geht sehr gesittet zu. Irgendwie scheint die Zeit dort geradezu still zu stehen. Umso überraschender ist es, diesen Ort einmal aus einer anderen Perspektive zu besuchen. Unser heutiges Bilderbuch nimmt uns mit in eine Bibliothek. Oder wie heißt das nochmal? „Pippilothek“? Eine Maus, ein Fuchs und ein Huhn begegnen sich in der Bibliothek. Allein schon die Anwesenheit von Tieren mit diesen völlig unterschiedlichen Charakteren sorgt in diesem bunten Bilderbuch von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer für viel Spaß und Dramatik.

Die Maus kennt sich aus - sie weiß, wie der Laden läuft, also wie eine Bibliothek (so heißt das richtig) funktioniert. Der Fuchs hingegen hat keinen Plan und spitzt mal besser seine Ohren. Er lauscht, wenn Maus und Huhn ihm die Hausordnung erklären und Bücher vorlesen. Keiner der Anwesenden wird offensichtlich gefressen. Das einzige was hier rauf und runter verschlungen wird, sind viele Bücher. Beim Vorlesen hatten wir immer das leise Gefühl, dass gleich jemand um die Ecke kommt und „psst, leise!“ ruft, denn die drei Tiere haben allerhand Spaß und Abenteuer in dieser Bibliothek oder wie der Fuchs sagen würde „Pippilothek???“.

Für Kinder im Grndschulalter

Für Kinder im Grundschulalter: Bücher, die als Hauptperson von sich selbst erzählen und gleichzeitig mit viel Witz zum Lesen anregen - das gelingt den beiden interaktiv gestalteten Büchern „Ich bin (d)ein Buch, hol mich hier raus„ und “Ich bin (d)ein Buch, pack mich aus!„ von Katja Frixe und Tine Schulz. Die originellen Cover und packenden Titeln machen neugierig und das zu Recht. Aber um was geht es denn eigentlich? Na, um das Buch, dass man in der Hand hält. Ein Buch, dass davon erzählt, wie es im Klassenzimmer oder Zuhause für Spaß und Abwechslung sorgt. Denn dieses Buch, das hat es wirklich faustdick hinter den Seiten: Es hilft den Schülerinnen und Schülern im Unterricht.

Es spielt den Lehrerinnen und Lehrern Streiche. Und natürlich liebt es Buchstaben! Dieses gelbe, etwas verrückte und vorlaute Buch sorgt für jede Menge Aufregung und Lacher. Nicht nur bei den weiteren Figuren im Buch, sondern vor allem bei seinen Leserinen und Lesern, die das Buch immer wieder persönlich anspricht und zum Mitmachen auffordert: Man soll dem Buch zum Beispiel selber einen Namen geben oder ihm ein Lied vorsingen. Außerdem machen beide Bücher mit comicartigen Elementen jede Menge Lust aufs Lesen. Nicht nur motiviert das Buch seine Besitzerinnen und Besitzer selbst im Trainerstil dazu. Vor allem tragen die jeweils vier Geschichten mit unterschiedlichen Leseniveaus (von leicht mit wenig Text und größerer Schrift bis anspruchsvoller mit längeren Textabschnitten in kleinerer Schriftgröße) dazu bei.

Das Buch, das in beiden Bänden als pfiffiger, liebenswerter Held seiner eigenen Geschichte und mit seiner direkten und auffordernden Art seine Leserinnen und Leser fast unmerklich zum Lesenlernen bringt (durch den Spaß, den man mit ihm hat) ist ein echter Volltreffer. Und sollte aus unserer Sicht in keinem Bücherregal fehlen.

Auch wenn es sich dort nach seiner eigenen Aussage eigentlich nicht so wohl fühlt. Im Zweifel hat es sowieso schon wieder einen neuen Streich und oder witzige Ideen zwischen den Seiten und bleibt nicht lange dort stehen.

Für Jugendliche: Ein dickes Buch in den Händen halten und ganz in die Geschichte versinken - das ist für lesebegeisterte Kinder und Jugendliche wundervoll. Aber wie wäre es wohl den Figuren darin zu begegnen und mit ihnen zusammen Abenteuer zu erleben? In Michael Endes Buchklassiker „Die unendliche Geschichte“ taucht der Junge Bastian Balthasar Bux tatsächlich in ein im Antiquariat entdecktes Buch ein. Ein Buch, das den Titel „Die unendliche Geschichte“ trägt und ihn wie von Zauberhand in seinen Bann zieht. Darin begibt sich Bastian als Teil der Geschichte auf die Reise in das Land Phantásien, dass vor dem sich ausbreitenden Nichts bedroht wird.

Bilderbuch: „Pippilothek??? Eine Bibliothek wirkt Wunder“, geschriebenvon Lorenz Pauli, illustriert von Kathrin Schärer,... Foto: Atlantis Verlag

Das Nichts, das durch eine rätselhaften Krankheit der Kindlichen Kaiserin erstarkt, kann nur durch ein Menschenkind aufgehalten werden. Dieses muss der Kaiserin einen neuen Namen geben, damit sie wieder gesund wird. Ob Bastian diese Aufgabe mit Hilfe seiner neuen, zauberhaften Freunde und angesichts großer Gefahren und Feinde schafft, um Phantasien zu retten, sollte man in diesem Glanzstück der als auch Hommage an die Fantasie selber lesen.

Denn die fesselnd geschriebene Geschichte nimmt nicht nur den Protagonisten mit in ein Land voller Zauber sowie magischer und geheimnisvoller Fabelwesen. So taucht man beim Lesen in eine fantastische Welt ein, erlebt alle Abenteuer der großartig gezeichneten und durch das Buch fast lebendig werdenden Charaktere mit und begibt sich dadurch auf eine Reise in die ganz eigene Fantasie, zum eigenen fantasievollen Ich.

Roman mit zwei Erzählebenen

Die beiden Erzählebenen des Romans, die reale und die fantastische, die durch rot und grün markierte Texte unterschieden werden, verschmelzen nicht nur in der Hauptfigur Bastian miteinander, sondern ebenso durch die in rot und grün gehaltenen Illustrationen. So werden Realität und Fantasie miteinander verknüpft, aber auch die bereichernde als auch gefahrvolle Seite der jeweiligen Welten aufgezeigt. Eine vielschichtige Geschichte (schon der Titel lädt zum Nachdenken ein), die seit Jahrzehnten nicht nur Kinder und Jugendliche begeistert, sondern ebenso Erwachsene durch seine mitreißende Erzählweise sowie detailreiche Beschreibungen anspricht.

Wie wäre sie wohl, eine Welt ohne Fantasie? Wahrscheinlich trostlos und durch eine große Leere gefüllt. Wie gut, dass es Bücher gibt, die uns mit ihrem Witz, Charme und den fantastischen, anregenden Geschichten nicht nur zum Lesen animieren, sondern auch unsere eigene Fantasie anregen und jede Menge Freude bringen. Wir wünschen Ihnen und euch viel Spaß mit unseren Buchtipps zu Büchern über Bücher und einen tollen Welttag des Buches!“

Mehr Infos: www.kinderbuchstabensuppe.de sowie auf Insta und Facebook.

Die Bücher

„Pippilothek??? Eine Bibliothek wirkt Wunder“, geschrieben von Lorenz Pauli, illustriert von Kathrin Schärer, ab fünf Jahren, 32 Seiten, erschienen 2011 bei Atlantis Verlag.

„Ich bin (d)ein Buch, hol mich hier raus! Vorsicht: Hier spukt ein Buch“ (Band 1) von Katja Frixe, illustriert von Tine Schulz, ab sechs Jahren, 160 Seiten, erschienen 2021 im Arena Verlag.

„Ich bin (d)ein Buch, pack mich aus! Vorsicht: Hier spukt ein Buch“ (Band 2) von Katja Frixe, illustriert von Tine Schulz, ab 6, 160 Seiten, erschienen 2022 im Arena Verlag.

„Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende, ab 12, 428 Seiten, erstmals erschienen 1979 im Thienemann Verlag. Im gleichnamigen Verlag 2019 neu aufgelegt und außerdem erhältlich als farbige Schmuckauflage.

Rückblick

  1. Corona-Tagebuch: Von Ängsten und Tänzen
  2. 20.000 Tänzer und Tänzerinnen beim Karneval in Bolivien
  3. Corona-Tagebuch: Metaphern im Kopf
  4. Hausschlachtung in Marktzeuln: Süßes nach der „Blutorgie“
  5. Mietswohnungen in Ortskernen
  6. Weltkrebstag am 4. Februar als Anlass für Telefon-Hotlines
  7. Corona-Tagebuch: Selbstständiger Bauchredner
  8. Thema „Notvorrat“:Quittengelee für schlechte Zeiten
  9. Corona-Tagebuch: Der Tod eines Musikidols
  10. Bezirk Oberfranken: Netzworking beim Thema Pflege
  11. Kulmbach: Handysprechstunde im Familientreff
  12. Corona-Tagebuch: Das große Schnattern
  13. Corona-Tagebuch: Darmkur im Hardrock Café
  14. Vortrag in Coburg: „Vogelwelt im Klimawandel“
  15. Thema Zweiter Weltkrieg: Ein Atlas der Verwüstung
  16. Corona-Tagebuch: Unerhörte Wendungen
  17. Bamberg: Im Drohnenflug über Naturschätze
  18. Bamberger Literaturfestival: Leselust und Kanaldeckel
  19. Helfen macht Spaß: Weihnachtsaufruf endet mit Rekord
  20. Corona-Tagebuch: Ein Besuch im Sportstudio
  21. Ausstellung „Unsere Schöpfung bewahren“ in Vierzehnheiligen
  22. Corona-Tagebuch: Voll und ganz geerdet
  23. Corona-Tagebuch: Die Lust am Sparen
  24. Flyer-Ation in Bamberg: Wenn das Licht ausbleibt
  25. Konzert im Stadtschloss Lichtenfels: „Bach und Frankreich“
  26. Corona-Tagebuch: In einem Auto mit rosa Lenkrad
  27. Oberfranken: Einwohnerzahl bleibt stabil
  28. Bühnenträume zum Mitnehmen
  29. Corona-Tagebuch: Ein Essen mit einer Feministin
  30. Heiße Tipps des BN Lichtenfels für Geldbeutel und Klima
  31. Frankenwaldklinik Kronach: Hilfe für todkranke Kinder
  32. Corona-Tagebuch: Was tun, wenn der Schlaf ausbleibt?
  33. BBV-Orts-Obmann Rudi Steuer aus Hainzendorf erzählt
  34. Corona-Tagebuch:Wie man gesund und richtig kocht
  35. Corona-Tagebuch: Der Preis der Liebe
  36. Kinderbücher rund ums Thema Zuhause: Ein Ort und ein Gefühl
  37. Corona-Tagebuch: Wie man Dankbarkeit zeigt
  38. Corona-Tagebuch: Wenn die Füße kalt bleiben
  39. Corona-Tagebuch: Geheimnis der Musikgeschichte gelüftet
  40. Regiomed-Brustzentrum: Ein starkes Team rettet Leben
  41. Corona-Tagebuch: Mehr als nur eine Kladde
  42. Auf dem Weg zu leistungsstarken Festkörperbatterien
  43. Corona-Tagebuch: Traurig und armselig
  44. Bob Dylan-Songs für „Helfen macht Spaß“
  45. Corona-Tagebuch: Wenn die Technik versagt
  46. 2000 Euro für „Helfen macht Spaß“
  47. Corona-Tagebuch: Rülpsen und Sandmann
  48. Eine Feier für den Vater des Sams
  49. Hochschule Coburg: Den eigenen Weg finden
  50. Corona-Tagebuch: Tiefsinniges an der Tanke

Schlagworte