LICHTENFELS/BIRKENAU

Weltklasse-Musik für guten Zweck

Silke Winkler, Malte Müller und Dennis Lüddicke (v. li.) bei den Proben für das große HMS-Konzert am 17. Dezember in der Stiftskirche in Kloster Banz. Foto: Malte Müller

Tenor Malte Müller stellt von seinem Wohnort im Odenwald Großes in Aussicht. Hörenswert Großes. Der aus Lichtenfels stammende einstige Regensburger Domspatz und erfolgreiche Tenor freut sich auf ein „Weihnachten mit Freunden“. So heißt ein baldig stattfindendes Konzert. Doch rund um dieses gibt es jede Menge zu erzählen.

Eigentlich, so macht Müller klar, gibt es zu dem Konzert eine Vorgeschichte. Sie hat die äußerlichen Maße von 12,5 Zentimetern Höhe und 14,3 Zentimetern Breite, ist aufklappbar, beherbergt ein liebevoll gestaltetes 28-seitiges Booklet und eine CD. Auf ihr zu lesen: Malte Müller und Musiker aus der Region Obermain sowie Rotary-Club Obermain, Koinor Horst-Müller-Stiftung und vor allem auch„Helfen macht Spaß“.

Günstiger Eintritt für hochkarätige Künstler

Als die CD 2021 in den Handel kam, war durch Corona bedingt kein Konzert anlässlich der Veröffentlichung möglich. Eben das soll nun auch mit den damals beteiligten Musikern und nach einem Jahr gewissermaßen nachgeholt werden. „Ich hatte die Idee, weil über den Verkauf über 3000 Euro für Helfen macht Spaß gespendet werden konnte“, so Müller.

Doch der Mann, zu dem es einen Wikipedia-Eintrag gibt, in dem in Bezug auf Müllers Geburtsjahr launig „um das Jahr 1975“ steht, hatte auch bezüglich des Konzertorts etwas im Sinn. Er wollte die Stiftskirche von Kloster Banz, weil dort das Foto für das CD-Cover geschossen wurde. Nun steht also fest, dass sie am Samstag, 17. Dezember, ab 18 Uhr neun Künstler beziehungsweise Ensembles beherbergen wird. Veranstalter wird der Rotary-Club sein und der Eintrittspreis ist günstig, bedenkt man die herausragende Güte mancher Musiker.

Valeriya Tikhonova, eine Weltklasse-Harfenistin aus Kiew, ist der Stargast beim HMS-Konzert. Foto: Malte Müller

Eine dieser Musiker des Weihnachtskonzerts wird Valeriya Tikhonova sein, eine Weltklasse-Harfenistin aus Kiew, geboren sinnigerweise am Nikolaustag. Die Frau ist Erste Solo-Harfenistin des Symphonie-Orchesters Kiew, gilt als höchstrangige Lehrerin und hat sich auch als Komponistin einen Namen gemacht.

Wie probt man über tausende Kilometer Entfernung

An dieser Stelle tauchen zu dem baldigen Konzert in der Stiftskirche Fragen auf: Wie probt man eigentlich, wenn man tausende Kilometer weit entfernt voneinander ist? Müller schmunzelt. Mit Tikhonova steht er in englischer Sprache über Facebook und E-Mail im Austausch. Auch im Notenaustausch. „Sie hat für die Uraufführung eines ukrainischen Weihnachtsliedes eine Bearbeitung geschaffen“, erklärt Müller nicht ohne Stolz, und dann wird aus seinem Schmunzeln ein Lachen. Denn da ist noch die Sache mit dem Instrument. Man reist nicht einfach so mit eigener Harfe. Müller hat bei einer Harfenvermietung eine Harfe für das Konzert gemietet. Was es nicht alles gibt.

Annäherung an ein ganz besonderes Weihnachtslied

Suzan Baker und Dennis Lüddicke sind am 17. Dezember in der Stifts-Kirche ebenfalls zu hören. Foto: Malte Müller

So etwas wie eine ganz persönliche musikalische Freude steht Müller mit dem Konzert auch bevor. Er denkt dabei in musikalisch-historischer Kategorie, und dabei fällt der Name Dennis Lüddicke. Er bildet mit Suzan Baker ein weithin bekanntes musikalisches Duo, und von dessen virtuosem Gitarrenspiel zeigt sich Müller sehr angetan. Überhaupt bekomme das Konzert durch die beiden Vertreter eher populärer Musik „eine andere gute Dimension“, auch weil diese nicht auf der vor einem Jahr veröffentlichten CD vertreten sind. Vor allem aber darum, weil „ich ja von der Klassik komme und sie Singer-Songwriter sind“.

Doch was den Tenor außerdem freut, ist eine besondere Annäherung an ein besonderes Weihnachtslied. Der Konzertbesucher wird etwas Ursprüngliches erleben. Tatsächlich nämlich, so Müller, sei Stille Nacht, heilige Nacht für zwei Singstimmen geschrieben worden. Ein gewisser Franz Xaver Gruber komponierte es 1818 so, und auf diese Weise erklang es erstmals in der heutigen Stille-Nacht-Kapelle unweit von Salzburg. Das Lied ist sogar UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Weltklasse-Harfenistin Valeriya Tikhonova tritt am 17. Dezember in der Stiftskirche in Kloster Banz. Foto: Malte Müller

„Der Lehrer Gruber hatte die Melodie gemacht, und der Hilfspfarrer des Ortes schrieb den Text, und da die Orgel ausgefallen ist, haben sie es mit Gitarre gespielt“, weiß Müller, der musikhistorisch beschlagen ist. Das, was am 17. Dezember zu hören sein wird, soll und wird dem Original möglichst nahe kommen – auch gesanglich. Dass es zu dem Konzert kommen wird, ist eine sommerliche Idee. Geburtshelfer dieser war auch Roberto Bauer. Doch so ein Konzert wirft auch Finanzierungsfragen auf, und da es für „Helfen macht Spaß“ ist, so wurde auch der mit dieser Hilfsaktion assoziierte bekannte Journalist und OT-Redakteur Till Mayer ins Boot geholt. So wie auch die Firmen Druckprofi, Roberto Bauer, die Sparkasse Coburg-Lichtenfels und die Koinor Horst-Müller-Stiftung. Eben darum ist bei all der Qualität der Musiker und unter anderem den Reisekosten auch ein Kartenplatz (bei freier Platzwahl) von nur 20 Euro möglich. Der Reinerlös wird der Aktion „Helfen macht Spaß“ sowie der Sonderaktion „Ukraine“ zugutekommen.

Auf welche Künstler sich das Publikum freuen darf

Tenor Malte Müller. Foto: Val Thoermer

Müller freut sich auf das Kommende und auf die Mitstreiter, die wie er ihr Können schon auf der CD hinterlegt haben. Unter ihnen: Thomas Meyer an Orgel und Klavier, Ulrike Maria Gossel am Violoncello, Sopranistin Silke Winkler, auch zu hören an der Blockflöte und am Klavier. Zudem auch Suzan Baker und Dennis Lüddicke, Auguste Zeiß-Horbach (Akkordeon) und – auf sie freut sich der im Odenwald lebende Lichtenfelser auch besonders – das Blechbläserensemble des Musikvereins Altenkunstadt unter dem Dirigat von Bastian Zapf. Vorbereitet ist man, denn „natürlich übt jeder seinen Bereich, aber nur so, dass wir lediglich eine Verständigungsprobe brauchen“.

 

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