COBURG

Was erwartet das Publikum 2022/23 im Landestheater Coburg?

Was erwartet das Publikum 2022/23 im Landestheater Coburg?
Als Ballett in zwei Akten von Mark McClain bringt das Landestheater den „Glöckner von Notre Dame“ nach dem Roman von Victor Hugo auf die Bühne. Foto: Sebastian Buff

Nach umfangreichen Neuplanungen aufgrund der Weiterbespielung des Großen Hauses präsentiert das Landestheater Coburg nun die Spielzeit 2022/23. Entstanden ist ein Programm, das von spartenübergreifenden Produktionen über intensive Kammerstücke bis zu innovativen Projekten an ungewöhnlichen Orten reicht.

Spielzeitauftakt mit Musiktheater in der Morizkirche

Den Spielzeitauftakt macht am 23. September das Schauspiel „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“ von Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield in der Reithalle. 34 Theaterstücke, 154 Sonette und unzählige Versdichtungen an einem Abend? Drei Schauspieler unternehmen den Versuch dieser Reise durch die Werke des englischen Meisters, ein Vorhaben, das natürlich nur grandios komisch scheitern kann.

Das Musiktheater eröffnet seine Saison am 24. September mit „Fausts Verdammnis (La damnation de Faust)“ in der Kirche Sankt Moriz. Zwischen Oper und Oratorium schuf Hector Berlioz eine „Faust“-Bearbeitung, die Szenen aus der Handlung Goethes herausgreift. Unter Beteiligung des Philharmonischen Orchesters, des Chores des Landestheaters Coburg und des Symphonischen Chores Bamberg inszeniert Neil Barry Moss, der die viel beachtete Inszenierung „Das Rheingold auf dem Parkdeck“ an der Deutschen Oper Berlin schuf, das Spiel zwischen Gott und dem Teufel um Fausts Seele.

„Lucia di Lammermoor“, „Siegfried“ und eine schillernde Operette

Am 30. Oktober zeigt das Musiktheater unter der Regie von Intendant Bernhard F. Loges die Oper „Der Goldene Hahn“ von Nikolai Rimski-Korsakow nach einem Märchen Alexander Puschkins. Die Inszenierung, an der auch das Ballett Coburg beteiligt ist, spürt den systemkritischen Tendenzen in der Oper nach. Als weitere märchenhafte Produktion kommt am 4. Dezember „Die Zirkusprinzessin“ von Emmerich Kálmán auf die Bühne des Großen Hauses – eine Operette mit unsterblichen Melodien, Wiener Walzer und schillernder Zirkusmusik.

Im Januar feiert die lang erwartete Inszenierung „Lucia di Lammermoor“ von Gaetano Donizetti Premiere. Das zutiefst menschliche Porträt einer Frau, die an der Unmöglichkeit ihrer wahren Liebe zerbricht und in der Hochzeitsnacht zur Mörderin ihres Ehemanns wird, wird inszeniert von Bernhard F. Loges nach einem Konzept Joan Anton Rechis.

Mit „Siegfried“ setzt Alexander Müller-Elmau unter der musikalischen Leitung Daniel Carters seinen „Ring“ von Richard Wagner fort. Wie in der „Walküre“, die ebenfalls in den Spielplan zurückkehrt, setzt Müller-Elmau wieder die emotionalen Verstrickungen und den Untergang einer Weltenordnung mit mythisch-symbolträchtigen Bildern in Szene. Außerdem kehrt die Strawinsky-Oper „The Rake´s Progress“ zurück ins Programm.

Von „Die Dreigroschenoper“ bis „Der thermale Widerstand“

Als große Schauspielinszenierung bringt Schauspieldirektor Matthias Straub das Kultstück „Die Dreigroschenoper“ auf die Bühne des Großen Hauses. Mit Songs wie „Die Moritat von Mackie Messer“ zählt Bertolt Brechts und Kurt Weills Geniestreich zu den weltweit bekanntesten Stücken. Ab 8. Oktober zeigt Matthias Straub „Mein Kampf“ von George Tabori in der Reithalle. Die Groteske, die zu den interessantesten Auseinandersetzungen mit dem Holocaust gehört, persifliert die frühen „Wiener Jahre“ Adolf Hitlers als Bewohner eines Männerwohnheims.

Am 6. Januar feiert „Aus dem Nichts“ Reithallenpremiere, das als Film von Fatih Akin für Furore sorgte. Das Stück, das den Umgang mit den Angehörigen der NSU-Opfer thematisiert, wird inszeniert von Frederik Leberle. Schauspieler Benjamin Hübner setzt den mythologischen Stoff „Penthesilea“ von Heinrich von Kleist in Szene. Das Trauerspiel um die Amazonenkönigin und ihrer verzehrenden Liebe zu Achill kommt mit Liedern Torsten Knolls auf die Bühne. Weitere Produktionen sind der Monolog „Das letzte Band“ von Samuel Beckett, „Das Produkt“ von Mark Ravenhill – eine Persiflage auf die Filmindustrie, und die Revue „Rockin' all over Christmas“. Außerdem kehrt „Der Tag, an dem Coburg die Welt gerettet hat“ zurück.

Im Schauspiel komplettieren drei Formate an besonderen Orten die Saison. In einer Kooperation mit der Hochschule für Design Coburg zeigt Schauspielerin Lilian Prent ab 13. Oktober die Uraufführung „Versprochenes reich“ in der Alten Kühlhalle. Das moderne Konsumverhalten karikiert Ingrid Lausunds „Hysterikon“, das in einem Raum städtischen Leerstands gezeigt wird. Und „Der thermale Widerstand“ von Ferdinand Schmalz, in dem eine Elite ihre Badelandschaft verteidigt, wird in der Therme Bad Rodach aufgeführt.

„Giselle“ und eine Revue mit Motown-Hits im Ballett

Ab 16. Oktober präsentiert sich das Ballett Coburg mit „soulmaps“ auf der Bühne des Großen Hauses. Anknüpfend an den Erfolg von „Ballet rocks!“ kreieren Ballettdirektor Mark McClain und Isa McClain Van Der Werf eine Revue zu Musik von Jazz über Motown-Klassiker wie „The Temptations“, Marvin Gaye und Stevie Wonder bis hin zu Rhythm´n´Blues und Hip-Hop.

Als romantisches Ballett kommt „Giselle“ mit der Musik Adolphe Adams auf die Bühne des Großen Hauses. Es erzählt von einem Bauernmädchen, das sich aus enttäuschter Liebe das Leben nimmt und im Geisterreich ihrem Geliebten wiederbegegnet.

Als zweites Handlungsballett kehrt das Erfolgsstück „Der Glöckner von Notre-Dame“ zurück. Schließlich kommt eine neue Ausgabe von „First Steps“ mit eigenen Choreografien der Tänzer und Tänzerinnen in die Reithalle.

Weihnachtsmärchen von Michael Ende und „Zauberflöte für Kinder“

Die jüngsten Theaterbesucher können sich auf das Weihnachtsmärchen mit Michael Endes Klassiker „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ im Kongresshaus freuen. In der fantasievollen Geschichte setzen ein Kater und ein Rabe alles in Bewegung, um die Welt vor dem drohenden Untergang in der Silvesternacht zu bewahren. Und in der Reithalle inszeniert Bernhard F. Loges „Die Zauberflöte für Kinder“ mit der Musik Wolfgang Amadeus Mozarts.

Sinfonie- und Kammerkonzerte und Filmmusikkonzert „Charlie Chaplin“

Das Philharmonische Orchester unter GMD Daniel Carter präsentiert ein Programm mit sieben Sinfoniekonzerten im Großen Haus, in der Morizkirche und im Kongresshaus – mit dabei Werke Gustav Mahlers, Anton Bruckners, Peter Tschaikowskys und Ludwig van Beethovens. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auch weiterhin auf den „COburger COmponisten“ – Komponisten wie Gerhard Deutschmann und Herzog Ernst II. mit besonderem Bezug zu Coburg. Außerdem wird die Kammerkonzertreihe in Kooperation mit der Stadt, künftig veranstaltet in der Luther-Volksschule Coburg, fortgesetzt.

Daneben gibt es eine Reihe von Sonderkonzerten, wie dem Start einer Weltmusikkonzertreihe, das Mitmachkonzert, bei dem junge Talente mit dem Philharmonischen Orchester konzertieren, das tradierte Neujahrskonzert im Kongresshaus sowie das beliebte Klassik Open Air bei freiem Eintritt im Rosengarten. Ein absolutes Highlight ist das Filmmusikkonzert „Charlie Chaplin – The Kid“, bei der das Philharmonische Orchester die von Chaplin selbst komponierte Filmmusik zur Ausstrahlung des Stummfilmklassikers im Großen Haus spielt.

Programm und Tickets unter www.landestheater-coburg.de (red)

Abos und Theaterkasse

Nach coronabedingter Pause kehrt mit der Spielzeit 2022/23 das Stammplatzabonnement ans Landestheater Coburg zurück. Möglich macht dies auch die Verlängerung der Betriebsgenehmigung des Großen Hauses um ein Jahr. Die registrierten Abonnenten haben das neue Abonnementheft bereits erhalten. Neue Interessentierte können sich nach der Sommerpause ab 10. September an die Theaterkasse wenden. Dort gibt es nicht nur das Aboheft, sondern es werden auch alle Fragen zu den Konditionen der einzelnen Abonnements beantwortet. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag jeweils 10 bis 16 Uhr beziehungsweise am Samstag von 10 bis 12 Uhr vor Ort und unter Tel. (09561) 898989.

Während der Sommerpause können die Theatertickets für die neue Spielzeit über die Homepage des Landestheaters gekauft werden: www.landestheater-coburg.de.

Was erwartet das Publikum 2022/23 im Landestheater Coburg?
Am 11. Februar nimmt das Landestheater die Oper „The Rake's Progress“ von Igor Strawinsky wieder auf. Foto: Annemone Taake

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