LICHTENFELS

Vorlesetag in Lichtenfels: Kinder lauschen mit großen Augen

Iris Birger vom Buchblog Kinderbuchstabensuppe war am Bundesweiten Vorlesetag zu Besuch in der Dr.-Roßbach-Grundschule in Lichtenfels. Foto: Carolin Hartmann

Der dritte Freitag im November ist jedes Jahr ein besonderer Tag für alle Leseratten und Bücherwürmer und solche, die auf dem Weg sind, sich für das Vorlesen und Selbstlesen zu begeistern. Der Bundesweite Vorlesetag als gemeinsame Initiative der Wochenzeitung Die Zeit, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung wurde auch 2022 ausgerufen, um Kinder und Erwachsene für das Vorlesen zu gewinnen und die Freude an Büchern zu teilen.

Der aktuelle Vorlesemonitor der Stiftung Lesen zeigt, dass 39 Prozent der ein- bis acht-jährigen Kinder selten oder nie vorgelesen wird. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zum einen gaben die befragten Erwachsenen an, keine Zeit, keine Lust oder keine Bücher zur Verfügung zu haben. Weiterhin zeigt die Studie, dass rund 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland nicht oder kaum lesen und schreiben können und daher auch nicht vorlesen. Ein weiterer, häufig genannter Grund sei die Scham, sich beim Vorlesen mit verstellter Stimme vor dem Nachwuchs ins Zeug legen zu müssen.

Die Kinder einer 2. Klasse gestalteten nach der Vorlesestunde passend zur Geschichte eine eigene Straße. Wenn wir alle z... Foto: Carolin Hartmann

Es kommt nicht auf die Intensität an, Kinder genießen das Vorlesen an sich

Dabei kommt es unserer Erfahrung nach nicht ausschließlich auf die Performance, die Menge und die Intensität des Vorlesens an. Das Vorlesen an sich ist es, was Kinder im Krippen-, Kindergarten- und selbst noch im Grundschulalter genießen. Mit großen Augen und gespitzten Ohren sind die meisten Kinder schnell und begeistert dabei, wenn sie ein Vorleseangebot erhalten.

Ein buntes Bilderbuch, ein hoffnungsvolles Märchen oder ein spannender Kinderroman können beim gemeinsamen Vorlesen die Fantasie beflügeln, die Entwicklung der Sprache positiv beeinflussen und ganz nebenbei Nähe spenden und so für Klein und Groß den hektischen Alltag anhalten. Vorlesen kann etwas Entspannendes haben und dabei helfen, sich etwas Gutes zu tun.

Dem Aufruf des Bundesweiten Vorlesetags kamen wir vom Buchblog „Kinderbuchstabensuppe“ am 18. November nach und boten im Rahmen unseres Kinderliteratur-Projekts in Lichtenfels und Darmstadt Vorleseangebote an. Die Grundschülerinnen und -schüler der Dr.-Roßbach-Schule in Lichtenfels durften sich auf ein Erzähltheater mit Bilderkarten freuen und dabei einer fröhlichen und vom Teilen geprägten Geschichte lauschen. Iris Birger zeigte mit dem Kamishibai – einer aus Japan stammenden Erzählweise – die Geschichte „In meiner Straße: Geteilte Freude ist doppelte Freude“ von Anna Maria Praßler und Manuela Olten aus dem Don Bosco Verlag. Bild für Bild wird ähnlich wie in einem kleinen Theaterstück die Geschichte vorgetragen.

Nach dem Vorlesen überlegen die Kinder wie ihre Straße aussehen soll

Mucksmäuschenstill war es im Klassenzimmer. Die Kinder und ihre Lehrkräfte lauschten, was in dieser besonderen Straße, in der ein Mädchen namens Zita wohnt, so passiert. Es wird dort gelacht, geteilt und geholfen. Nachdem die Kinder die Geschichte von Zita und ihren Nachbarn gehört hatten, machten sie sich selbst ans Werk und überlegten, was es in ihrer Straße gibt und wie eine gemeinsame Straße der Klasse aussehen könnte. Es wurde auch überlegt, wie „Straße“ in anderen Sprachen lautet. Schnell brachten die Kinder ihre Kenntnisse ein – Ukrainisch, Polnisch, Russisch oder Englisch und viele weitere Sprachen. So bunt wie die Straße, so bunt ist auch jede Klassengemeinschaft.

Das Bildkartenset „In meiner Straße: Geteilte Freude ist doppelte Freude“ von Anna Maria Praßler und Manuela Olten verza... Foto: Don Bosco

Ebenso vielfältig verlief das Erzähltheater in den Kindertagesstätten „Vogelnest“ und „Körbla“, die Iris Birger im Anschluss besuchte. Die Kindergartenkinder waren so begeistert von der Geschichte und der Botschaft von Freude und Teilen, dass sie fröhliche Sankt-Martins-Lieder anstimmten.

Zur gleichen Zeit in Darmstadt standen Vorlesen in der Grundschule, in einer Gemeindebücherei und einer Buchhandlung auf dem Programm. Stefanie Fischer achtete dabei auf altersgerechte Inhalte. Hier war es den Kindern überlassen aus einer bunten Mischung an Büchern auszuwählen. Sie wählten schließlich ein kleines dünnes Buch mit dem Titel „Das Zebra unterm Bett“ von Markus Orths und Kerstin Meyer aus dem Moritz Verlag - für die Kinder eine großartige Geschichte, denn wann hat man schon mal ein Zebra unter dem Bett, das sprechen kann und mit in die Schule kommen möchte. In der Gemeindebücherei kamen Reime und Abenteuergeschichten zum Einsatz, während sich die Kinder in der Buchhandlung den „Zauberer Kotzmotz“ von Brigitte Werner und Birte Müller (Verlag Freies Geistesleben) wünschten.

Stöbern Sie doch mal in Bücherei oder Buchhandlung noch Lesestoff

Und wie halten Sie es mit dem Vorlesen? Schauen Sie doch mal wieder in der Stadtbücherei oder in der lokalen Buchhandlung vorbei. Die netten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich über Ihren Besuch, denn gerade jetzt zur Vorweihnachtszeit bietet sich schöner und leuchtender Lesestoff. Und sind Sie zufällig gerade auf der Suche nach Weihnachtsbüchern oder Geschenktipps, dann schauen Sie doch mal auf unserer Website vorbei.

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