LICHTENFELS/KRONACH

Unterstützung für Senioren in seelischer Notlage

Nicht zurückziehen: Einsamkeit im Alter überwinden
Das Telefon schweigt: Einsamkeit ist ein großes Problem für ältere Menschen, das auch zu psychischen Erkrankungen führen kann. Foto: Bodo Marks

Das Risiko seelisch zu erkranken, erhöht sich immer dann, wenn eine hohe psychische Belastung erlebt wird oder eine Krisensituation auftritt. Gerade ältere Menschen erleben häufig Verluste wie den Tod des Partners oder von Verwandten und Freunden, die zu Isolation und Einsamkeit führen können.

Hinzu kommt in vielen Fällen die Zunahme von körperlichen Krankheiten oder Beschwerden und die Abnahme der eigenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Nicht zuletzt können der Ausstieg aus dem Berufsleben und das Fehlen neuer Zukunftsperspektiven Menschen in eine Kriseführen.

Durch den demografischen Wandel in Deutschland und einer zunehmenden Anzahl älterer Menschen ergeben sich zahlreiche neue Herausforderungen aber auch Chancen. Psychische Erkrankungen im Alter geraten zunehmend ins Blickfeld.

Vorbeugung ist wichtig

Die sogenannte Gerontopsychiatrie ist ein Zweig der Psychiatrie und befasst sich mit der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung psychischer Erkrankungen im höheren Lebensalter. Mehr als 30 Prozent der über 65-jährigen sind seelisch erkrankt. Zudem besteht oft eine enge Wechselwirkung mit körperlichen Erkrankungen. Körperliche Krankheiten sind oft die Ursachen psychischer Leiden oder können diese verstärken. Andererseits sind psychische Erkrankungen oft der Grund für die Entstehung oder Verschlimmerung körperlicher Krankheiten.

Die häufigsten gerontopsychiatrischen Erkrankungen in dieser Lebensphase sind Demenz und Depression sowie Angststörungen, Schlafstörungen und Suchterkrankungen.

Ein Hindernis für den Umgang und die Behandlung psychisch erkrankter älterer Menschen ist, dass psychische Erkrankungen häufig nicht erkannt werden und schwer zu diagnostizieren sind. Psychische Symptome wie Reizbarkeit können leicht von körperlichen Beschwerden wie Schmerzen verdeckt sein und werden dabei oft übersehen. Ältere Menschen sprechen aufgrund ihrer Sozialisation meistens weniger offen über psychische Probleme. Sei es aus der Angst heraus als verrückt erklärt oder stigmatisiert zu werden oder weil sie glauben, sich zusammenreißen zu müssen. Dies erschwert eine rechtzeitige Behandlung in vielen Fällen.

Die meisten psychischen Erkrankungen sind gut therapierbar, auch in höherem Alter sind gute Behandlungserfolge möglich. Grundlegend für die seelische Gesundheit im Alter ist der offene und respektvolle Umgang mit älteren Menschen und deren psychischen Erkrankungen. Je selbstbestimmter und aktiver Menschen leben, desto länger bleiben sie seelisch und körperlich gesund.

Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, die seelische Gesundheit bewusst zu stärken. Dies gilt auch für ältere Menschen. Aber was bedeutet eigentlich „seelische Gesundheit“? Und wie kann ich gut für meine Psyche sorgen? Immer noch wird sowohl von Therapeuten als auch Patienten angenommen, dass es normal sei, wenn man im Alter schlechter schläft, sich zurückzieht, Interessen aufgibt und keine Freude am Leben mehr hat.

Im Alter kann sich positives Entwickeln

Bisher wurde das Alter immer eher mit einem „Defizitmodell“ beschrieben, bei dem der Abbau von physischen und psychischen Fähigkeiten im Vordergrund steht. Inzwischen hat die Wissenschaft jedoch erkannt, dass der Prozess des Alterns individuell sehr unterschiedlich verläuft und sich Positives im Alter entwickeln kann. Eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung von Körper und Seele spielen dabei Aktivität, Selbstbestimmung und Integration.

Deshalb ist es besonders wichtig, das Selbstwertgefühl und die soziale Einbindung von älteren Menschen zu fördern. Dadurch kann die Lebensqualität und die seelische Widerstandkraft (Resilienz) gestärkt werden. Zudem kann eine schon vorhandene Erkrankung in ihrem Verlauf positiv beeinflusst werden.

In der Forschung sind die meistgenannten objektiven und subjektiven Kriterien des erfolgreichen Alterns: Langlebigkeit, biologische und geistige Gesundheit, kognitive Leistungsfähigkeit, soziale Kompetenz und Produktivität, ein hohes Maß an persönlicher Kontrolle und Zufriedenheit.

Informationen und Beratung rund um das Thema „seelische Gesundheit im Alter“ und praktische Tipps für den Alltag erfahren Sie bei der gerontopsychiatrischen Beraterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes Kronach-Lichtenfels des AWO Bezirksverbandes Ober- und Mittelfranken.

Weitere Infos finden Sie unter www.awo-fachdienste-kronach.de: Gerne können Sie auch per E-Mail (spdi.kronach@awo-omf.de) oder Telefon (09261/3055) Kontakt zu uns aufnehmen.

Im Rahmen des Projektes „Grenzen erleben“, welches durch „Aktion Mensch“ gefördert wird, gibt es bis Ende 2022 verschiedene Projekte zu den Themen Depression und Schizophrenie,um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und psychische Erkrankungen zu entmystifizieren Veranstalter sind die AWO Fachdienste für seelische Gesundheit Kronach- Lichtenfels des Bezirksverbandes Ober- und Mittelfranken.

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