LICHTENFELS

Unterführung in Lichtenfels: Ampel läuft dauerhaft

Rotes Licht, keine Durchfahrt: Wer in Richtung Innenstadt will, muss bei dieser Momentaufnahme kurz warten. Foto: Markus Drossel

Seit der Neugestaltung der Bahnunterführung an der Coburger Straße in Lichtenfels gibt es dort eine Ampel. Diese schaltet auf Rot, wenn überhohe Fahrzeuge, beispielsweise die städtischen Linienbusse, hindurch fahren. So war es bislang. Seit gut drei Wochen aber ist das anders: Die Ampelanlage verweigert viel öfter die anhaltefreie Durchfahrt.

Gleich mehrere verwunderte, teils auch verärgerte Bürger hatten sich mit dieser Beobachtung an die Redaktion des Obermain-Tagblatts gewandt. Ein Lichtenfelser hatte sich sogar die Mühe gemacht und war mit der Stoppuhr vor Ort: „Die Ampel schaltet neuerdings im regelmäßigen Takt um“, sagte er, mit Blick auf seine digitalen Aufzeichnungen.

Als vor gut drei Wochen die Höhensensoren defekt waren

Diese Redaktion fragte bei der Stadtverwaltung nach. „Vor drei Wochen ist die Ampel an der Unterführung ausgefallen, weil der Höhensensor defekt war“, erklärt Sebastian Müller, der Pressesprecher der Stadt Lichtenfels. Dabei wurde auch die Ampelschaltung überarbeitet. „Um keinen Unfallschwerpunkt mit größeren Fahrzeugen zu bekommen, läuft die Ampel nun im Dauerbetrieb.“ Eben nicht mehr nur, wenn besonders hohe Fahrzeuge (maximal 3,1 Meter) die Engstelle passieren wollen. Moderne Autos werden eben eher immer breiter als schmäler, Stadtgeländewagen (SUVs) sind voll im Trend.

„„Sie ist 48 Sekunden rot, dann zwölf Sekunden grün. Und das 24 Stunden, sieben Tage die Woche.“
Sebastian Müller, Pressesprecher Stadt Lichtenfels

Müller: „Sie ist 48 Sekunden rot, dann zwölf Sekunden grün. Und das 24 Stunden, sieben Tage die Woche.“ Sofern nicht überbreite Fahrzeuge etwas länger brauchen, um durch die Unterführung zu kommen. Dann sind nämlich längere beidseitige Rotphasen nötig. Der Fachmann spricht von einer Kulanzzeit, die das Fahrzeug für das Durchfahren hat. Die ermitteln eingangs genannte Sensoren.

Manchem Bürger ist die Ampel an der Unterführung an der Coburger Straße viel zu oft rot. Foto: Markus Drossel

„Wir erhielten als Stadt auch schon Anfragen beziehungsweise Rückmeldungen zur neuen Ampelschaltung“, fährt der Pressesprecher fort. „Viele Bürgerinnen und Bürger begrüßen die dauerhafte Ampelschaltung, da die Fahrzeuge jetzt langsamer fahren müssen und auch die Durchfahrt durch die Unterführung ohne Begegnungsverkehr als angenehmer angesehen wird.“ Keine Frage: Für Fußgänger ist es weit angenehmer, darf der Verkehr nur in eine Richtung rollen. Bislang hatten Fußgänger nicht selten ein ungutes Gefühl, wenn beidseitig Blechlawinen rollten und die Autofahrer dann gerne möglichst weit rechts fuhren, um „Spiegelklatscher“ zu vermeiden. Was längst nicht immer gelang.

„Nachdem die Resonanz so positiv ausfällt, werden wir die Ampelschaltung auch nach der Instandsetzung der Ampelanlage vorerst beibehalten, um weitere Erfahrungen mit der neuen Verkehrssituation zu sammeln und zu sehen, ob diese sich bewährt bewährt welche Anpassungen gegebenenfalls notwendig sind“, fügt Sebastian Müller an. In verkehrsreichen Zeiten kann es dann schon einmal passieren, dass die Autofahrer eine oder mehrere Ampelschalten warten müssen, bis sie durchgelassen werden. Je nach Verkehrsaufkommen.

Provoziert die Ampelschaltung einen zu großen Rückstau?

Mehrere Fahrzeugführer warten darauf, in Richtung Mainau weiterfahren zu dürfen. Foto: M. Drossel

Diesen Rückstau moniert ein Leser, der sich an das OT gewandt hat. „Für die Luftreinheit in der Stadt sind die wartenden Autos mit laufenden Motoren eher nicht so förderlich“, argumentiert er. Gegenargument: Ein Motor lässt sich beim Warten vor der Ampel ausschalten. Moderne Start-Stopp-Technik macht das sogar automatisch. Und: „Von einem Rückstau bis zum Marktplatz beziehungweise zum Fadz, der ehemaligen Kirschbaummühle, ist uns nichts bekannt.“ Vielleicht auch, weil längst nicht jeder Verkehrsteilnehmer die Ampelschaltung achtet. Radfahrer beispielsweise geben ab und an gerne Gas, wenn sie eigentlich Rot hätten. Das zeigten die Vor-Ort-Beobachtungen dieser Redaktion.

Für einen der Bürger am Lesertelefon stellt sich jedoch noch eine Frage: „War die Problematik der Straßenbreite nicht bei den Umbauarbeiten an der Unterführung schon vorherzusehen?“ Er erinnert sich an ein Gespräch mit einem Stadtrat: Die Straße werde extra schmal gehalten, um Geschwindigkeit herauszunehmen. „Dass die Fahrzeuge eher immer breiter als schmaler werden würden, war zu dem damaligen Zeitpunkt schon absehbar.“

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