BAMBERG

Trauerbegleiter für Kinder in Oberfranken

Den Tod verstehen - was trauernde Kinder wirklich brauchen
Trauernde Kinder brauchen Halt. Trauerbegleiter können dabei unterstützen. Foto: dpa

Kulmbach/Bamberg Es ist ein herausforderndes, aber auch sehr bereicherndes Ehrenamt, das die acht neuen Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter gewählt haben: Sieben Frauen und ein Mann haben sich in den vergangenen Wochen bei der Johanniter-Unfall-Hilfe Oberfranken weiterbilden lassen, um in Zukunft Kinder und Jugendliche, die ein Eltern- oder Geschwisterteil verloren haben, auf ihrem Weg durch die Trauer zu begleiten.

„Durch die Corona-Krise wurde auch unsere Arbeit beeinträchtigt“, erzählt Bernadette Sauerschell, Leiterin des Trauerzentrums Lacrima der oberfränkischen Johanniter. „Wir begleiten Kinder und Jugendliche, die den Tod eines Elternteils oder von Geschwistern bewältigen müssen, in dem wir uns alle zwei Wochen zu Gruppenstunden treffen. Während der Pandemie konnte vieles nur online stattfinden. Jetzt freuen wir uns, dass wir uns wieder persönlich treffen können und das auch noch mit einem größeren Team!“

Ein Ehrenamtlicher kümmert sich um maximal zwei Kinder

Das Konzept von Lacrima steht und fällt mit den ehrenamtlichen Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleitern. Der Betreuungsschlüssel sieht vor, dass sich ein Ehrenamtlicher maximal um zwei Kinder kümmert. Nur so können die Kinder intensiv und individuell betreut werden. „Unsere Trauerbegleiter bereiten die Gruppenstunden vor und leiten diese, außerdem kümmern sie sich um die Elternarbeit. In der insgesamt 64 Stunden umfassenden Ausbildung werden sie intensiv auf diese Aufgaben vorbereitet“, so Bernadette Sauerschell. „Sie werden darin geschult mit den Kindern und Jugendlichen wertschätzend umzugehen, um zu erkennen, wie es den Kindern in dem jeweiligen Moment geht und was ihnen guttun könnte.“

Für die Trauer der Kinder gibt es oft keinen Raum: Die verbliebenen Eltern sind mit ihrer eigenen Trauer beschäftigt, das Thema Tod oft generell ein Tabu. Bei Lacrima können die Kinder ihre Trauer ausleben. „Wir sind aber keine Therapeuten“, betont Sauerschell, „sondern Wegbegleiter, bis die Familien ihren Weg alleine weitergehen können.“

Im geschützten Rahmen der Gruppenstunden lernen die Kinder und Jugendlichen, über das Erlebte und den Verlust zu sprechen oder über Spielen, Toben, Malen und Basteln Zugang zu ihrer Gefühlswelt zu erhalten. Es tut ihnen gut, zu erkennen, dass es auch andere Kinder gibt, die Ähnliches erlebt haben und sie können voneinander lernen mit dieser Situation umzugehen.“

Die Teilnehmer der Ausbildung freuen sich, das Gelernte nun bald umsetzen zu können: „Lacrima ist ein wichtiger Beitrag, um die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft - die Kinder - in einer persönlichen Extremsituation zu begleiten “, so Werner Herold, einer der neuen Trauerbegleiter.

Durch den Zuwachs im Team der Ehrenamtlichen kommt Lacrima seinem Ziel näher, das Angebot langfristig zu sichern und weiter auszubauen. „Wir möchten möglichst vielen Familien in Oberfranken, die den Tod eines geliebten Menschen verarbeiten müssen, zur Seite stehen. Deshalb wollen wir in unterschiedlichen Regionen Oberfrankens Gruppen anbieten“, so die Lacrima-Leiterin.

Aktuell gibt es Lacrima-Gruppen in Bayreuth und Kulmbach. Auch am Standort Bamberg soll bald wieder eine Gruppe starten.

Wer Fragen zu den Lacrima-Gruppen oder zum Ehrenamt bei Lacrima hat, kann sich unter der Telefonnummer 0951 20879874 oder per E-Mail an lacrima.oberfranken@johanniter.de an das Team von Lacrima wenden.

Nähere Informationen gibt es außerdem unter www.johanniter.de. (red)

Sieben Frauen und ein Mann haben sich bei der Johanniter-Unfall-Hilfe Oberfranken weiterbilden lassen, um in Zukunft Kin... Foto: Foto:red

Rückblick

  1. Corona-Tagebuch: Kitzmann-Bier und die Jugend
  2. Forschung in Coburg: Leuchtturm in der Plastikflut
  3. Ausstellung: „Minijob – Armutsfalle oder Chance“
  4. Corona-Tagebuch: Die alles rettende Lüge
  5. Ukraine-Hilfe: Tom Sauer macht sich auf den Weg
  6. Menosgada oder Menostada: Das ist die Frage
  7. Corona-Tagebuch: Die Liebe und das Krustenbratenöl
  8. HMS-Sonderaktion Ukraine: Bands rocken für die gute Sache
  9. Corona-Tagebuch: Die Brille immer aufsetzen
  10. HMS-Sonderaktion Ukraine: Ebensfelder zeigen Herz
  11. Corona-Tagebuch: Die ganz große Freiheit
  12. Universität Bayreuth: Forschen für den Frieden
  13. HMS-Sonderaktion „Ukraine“: Vier Bands für eine gute Sache
  14. Corona-Tagebuch: Die Kunst der Beobachtung
  15. Corona-Tagebuch: Glück, Geld und eine alte TV-Show
  16. Bei Friedensaktion klares Stellung gegen den russischen Angriffskrieg gezogen
  17. Prof. Madison Wooldridge: Eine Texanerin in Lichtenfels
  18. Ausstellung: Das Erleben Geflüchteter im Fokus
  19. Ukraine-Konzert: Mit Bob Dylan für die gute Sache
  20. Corona-Tagebuch: Die Sache mit der Zögerlichkeit
  21. Buch-Tipps für Familien: Groß, größer, Großeltern
  22. Corona-Tagebuch: „Leben Sie in einer Beziehung?“
  23. FrankenwaldSteig: 243,5 Kilometer Wege für Wanderfans
  24. Corona-Tagebuch: Der Tod und der Sinn des Lebens
  25. Ebracher Baumwipfelpfad: Wettbewerb für findige Köpfe
  26. Geldregen für Creapolis der Hochschule Coburg
  27. Corona-Tagebuch: Die Liebe und das Kinderzimmer
  28. Speed-Woche für Jugendliche und Arbeitgeber in Coburg
  29. Spielzeugmuseum Neustadt bittet um Mithilfe für Ausstellung
  30. Desginerpuppen im Spielzeugmuseum Neustadt bei Coburg
  31. Corona-Tagebuch: Die Flinte im Kinderwagen
  32. Corona-Tagebuch: Pfefferonen statt Speiseöl
  33. Drei Power-Frauen für den FC Trieb
  34. Geschlechtergerechtigkeit Thema an der Hochschule Coburg
  35. Neue Außenküche für die Kita „Haus Löwenzahn“ in Schney
  36. Corona-Tagebuch: Öfter mal was Neues wagen
  37. Ausstellung zu psychischen Erkrankungen in Kronach
  38. Corona-Tagebuch: Schmerzhafter Kontrast
  39. Kita Seubelsdorf: Die Normalität kehrt zurück
  40. Johannisthal: Aktion Roman bittet weiter um Spenden für die Ukraine
  41. Bäckerei Fuchs spendet 15.000 Euro für Geflüchtete
  42. Corona-Tagebuch: Wenn Musik die Unterhaltung stört
  43. Smartphone-Kurse für Senioren in Kulmbach
  44. Corona-Tagebuch: Zwei Tage Auszeit
  45. Mit dem 3Fmobil in Oberfranken die Freizeit genießen
  46. Theater aus Bamberg und Coburg setzen ein Zeichen
  47. Corona-Tagebuch: Kutsche oder Rikscha?
  48. Innenarchitektur: in Coburg in acht Semestern zum Titel
  49. Fußballtraining für ukrainische Kinder beim FC Baiersdorf
  50. Corona-Tagebuch: Das große Schnattern

Schlagworte