BAD STAFFELSTEIN

THW-Helfer seit 15 Monaten im Kampf gegen die Pandemie

THW-Helfer seit 15 Monaten im Kampf gegen die Pandemie
Daniel Schell, Zugführer und Leiter des Einsatzabschnitts Materiallogistik, beim Kommissionieren von Selbsttests für Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen im Landkreis Lichtenfels. Foto: Anna-Lena Erk

Bald eineinhalb Jahre Ausnahmezustand: Trotz Lockdown sind die Helfer des Technischen Hilfswerks ständig auf Achse. THW-Kräfte vom Ortsverband Bad Staffelstein erzählen, wie sie die Pandemiebekämpfung in Bayern unterstützen und Herausforderungen meistern.

Seit bereits über einem Jahr begleitet uns die Corona-Krise in unserem alltäglichen Leben. Auch für das THW brachte sie viele neue und außergewöhnliche Situationen mit sich. Im März vergangenen Jahres wurde der Ortsverband Bad Staffelstein das erste Mal zur Unterstützung im Kampf gegen das Virus gerufen: Es sollte eine Überdachung vor der Teststelle an der Stadthalle Lichtenfels errichtet werden, die kurze Zeit später in Betrieb genommen wurde. Seitdem haben die Einsatzkräfte für den Freistaat Bayern und das Landratsamt Lichtenfels bereits mehr als 5800 Stunden geleistet.

Auch heimische Helfer in Penzing im Logistikstützpunkt des THW.

Um die Verteilung der großen Massen von Schutzausstattung für ganz Bayern organisieren zu können, wurde der zentrale Logistikstützpunkt in Penzing errichtet. Er wird von den ehrenamtlichen Kräften des THW aus ganz Bayern betrieben. Hier werden die an die Kreisverwaltungsbehörden zu verteilenden Materialien kommissioniert und für den Weitertransport vorbereitet.

Der Bad Staffelsteiner Helfer André Knippert war schon mehrere Wochen im Logistikstützpunkt tätig. Insgesamt hat er dort bisher mehr als 1500 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet. Dabei unterstützte er schon zu Beginn beim Aufbau des Lagers, und später auch beim Betrieb des Logistikstützpunkts. „Für mich ist es wichtig, gerade in Zeiten der Pandemie einen sinnvollen Beitrag zur Bekämpfung zu leisten“, erläutert der Helfer seine Motivation.

„Für mich ist es wichtig, gerade in Zeiten der Pandemie einen sinnvollen Beitrag zur Bekämpfung zu leisten.“
André Knippert, THW-Ortsverband Bad Staffelstein

„Meine Aufgaben bestehen darin, die eintreffende Ware im Wareneingang zu kontrollieren, sie im System zu erfassen und sie anschließend einzulagern. Später müssen die Artikel natürlich auch kommissioniert werden. In diesem Schritt wird das Material für die jeweiligen Empfänger zusammengestellt und verpackt.“, erklärt André Knippert. Je nach Auftrag kommen weitere Tätigkeiten hinzu, wie beispielsweise Anleitungen zu den zu verteilenden Corona-Selbsttests beizulegen, um eine korrekte Anwendung gewährleisten zu können. „Abschließend wird die Ware entweder vom Lagerpersonal direkt an die Empfänger ausgeliefert oder auf die Transportfahrzeuge, die die Ware abholen, geladen.“

Bis zu 640 Kilometer am Tag unterwegs beim Transport

Damit das Material auch beim Empfänger ankommt, machen sich bereits früh am Morgen Transporteinheiten des THW regelmäßig auf den Weg zum Logistikstützpunkt in der Nähe von München, um dort mit Impfzubehör, Schnelltests und Schutzausstattung beladen zu werden. Auch Einsatzkräfte des Ortsverbands Bad Staffelstein brachen des Öfteren bereits gegen fünf Uhr morgens auf, um rechtzeitig am Logistikstützpunkt einzutreffen. Sobald die Fahrzeuge dort beladen wurden, treten sie den Weg zurück in die zu beliefernden Landkreise ihres Regionalbereichs an. Bis zu 640 Kilometer legen die heimischen THWler innerhalb einer solchen Tour an einem Tag zurück.

Schwitzen im Pandemielager des Landkreises Lichtenfels

THW-Helfer seit 15 Monaten im Kampf gegen die Pandemie
THW-Helfer beim Beladen eines Lastwagens mit Selbsttests: Von Penzing aus werden Kreisverwaltungsbehörden in ganz Bayern... Foto: André Knippert

Wenn das Material den Landkreis Lichtenfels erreicht, wird es vor Ort in Empfang genommen. Das Pandemielager des Landkreises Lichtenfels wird von den ehrenamtlichen und Helfern des Ortsverbands Bad Staffelstein betreut.

Wenn die Materialien von den Transporteinheiten dort angeliefert werden, erfolgt zunächst die Aufnahme in den digitalen Lagerbestand. Jeder Artikel wird mit einer Artikelnummer gekennzeichnet und dann eingelagert. An den darauffolgenden Wochenenden werden die Schutzmasken und Corona-Antigen-Schnelltests an örtliche Bedarfsträger, wie Alten- und Pflegeheime, Schulen und Kitas, verteilt. Bei einer solchen Ausgabe wird Material für ungefähr 80 Abholer digital erfasst und anschließend gepackt und ausgegeben.

Zugführer Daniel Schell ist dabei als Einsatzabschnittsleiter „Materiallogistik“ als führende Kraft immer mit vor Ort. „Als wir im März letzten Jahres mit dem Aufbau und der Verwaltung eines Lagers für Schutzausstattung und Desinfektionsmittel vom Landratsamt Lichtenfels beauftragt wurden, hätte niemand gedacht, dass wir das Lager heute – 15 Monate später – immer noch betreuen.“, erinnert er sich. „Unsere erste Materiallieferung aus München bestand damals aus einer Palette mit ungefähr fünf Kartons.“

Im Durchschnitt ist jeder Helfer zweimal in der Woche im Einsatz

Mittlerweile wurden im Pandemielager des Landkreises bereits fast 55 000 Liter Desinfektionsmittel, über 750 000 Masken und – erst vor kurzem dazu gekommen – etwa 400 000 Corona-Schnell- und Selbsttests umgeschlagen. „Es ist schon beachtlich, was hier von ehrenamtlichen Kräften geleistet wird“, findet Daniel Schell. Im Durchschnitt sind die Helfer zwei Mal in der Woche im Lager des Landkreises im Einsatz. Bisher insgesamt über 150 Mal.

„Auch wenn die Inzidenzwerte jetzt zum Glück wieder rückläufig sind, wird uns der Virus wohl noch einige Zeit beschäftigen“, vermutet Daniel Schell. Und so wird es wohl auch in Zukunft noch weiter regelmäßige Einsätze im Pandemielager geben, damit die Versorgung der Bedarfsträger im Landkreis sichergestellt ist.

 

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