LICHTENFELS

Standpunkt: Weniger ist oft mehr

Dass der Grabenweg eine neue Fahrbahn braucht liegt auf der Hand. Auch die Neuordnung der Parkplätze ist wichtig, damit Rettungsdienste und Müllabfuhr besser durchkommen. Doch muss eine hauptsächlich von den Anliegern genutzte Straße mit eher mäßigem Autoverkehr nach allen Regeln der Kunst ausgebaut werden? Das fragen sich die Anwohner zu Recht.

Daher ist es gut, dass sie nicht nur einzeln befragt werden, sondern bei einem Treffen die Möglichkeit haben, gemeinsam mit den Vertretern der Stadt über ihre Straße zu diskutieren. Weil die Pandemie das bisher verhindert hat, erscheint es übertrieben, von Entscheidungen über den Kopf der Bürger hinweg zu sprechen. Schließlich hat die Stadt die Planung – ergebnisoffen – in zwei Varianten vergeben.

Umso wichtiger ist es, die Bedenken und Wünsche der Bürger jetzt ernst zu nehmen. Schließlich müssen sie die nächsten Jahrzehnte damit leben, und finanziert wird der Umbau aus Steuermitteln.

Angesichts des geringen Verkehrsaufkommens sollte geprüft werden, ob statt eines Gehwegs eine Verkehrsberuhigung ausreicht. Ein Tempolimit und bauliche Bremsen könnten es ermöglichen, dass der Grabenweg weiterhin in beiden Richtungen befahrbar bleibt, ohne, dass Autofahrer die Fußgänger und Radler gefährden. Dadurch würden unnötige Fahrten vermieden und enge Einfahrten wären leichter anzusteuern. Denkbar wäre auch die Einführung von Anwohnerparkplätzen. Das würden den Betroffenen – auch der Wirtin – die Sorge um einen Stellplatz ersparen und helfen, Parkplatz-Tourismus zu vermeiden. Weniger ist oft mehr.

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