LICHTENFELS

Stadtwerke Lichtenfels investieren mehrere Millionen Euro

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Stadtwerke in der Jahnstraße sollte auf Empfehlung des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes eventuell an die Stadt abgetreten werden. Dieses Thema wird laut Erstem Bürgermeister Andreas Hügerich demnächst im Stadtrat diskutiert. Foto: Steffen Huber

Die Lichtenfelser Stadtwerke werden auch im kommenden Jahr mehrere Millionen Euro in die Gas- und Wasserversorgung investieren. „Grünes Licht“ für den Wirtschaftsplan 2021 des Eigenbetriebs gab es dazu vom Stadtrat, der in seiner Sitzung am Montag in der Stadthalle das Zahlenwerk einstimmig verabschiedet hat.

Kaufmännische Leiterin Denise Fritzmann stellte das Zahlenwerk vor. So beträgt die Summe der Erlöse, Erträge und Zinsen rund 10,4 Millionen Euro. Auf der Ausgabenseite mit Aufwendungen, Abgaben, Abschreibungen, Sollzinsen und Steuern wird mit gut 10,23 Millionen Euro kalkuliert. Die kaufmännische Leiterin rechnet mit einem Jahresergebnis von gut 162 500 Euro.

In die Gasversorgung werden 660 000 Euro investiert. Größte Posten sind die Erneuerung der Hausanschlüsse (100 000 Euro), die Reglerstation in der Gabelsberger Straße (65 000 Euro) und die Sanierung im Bereich Grabenweg/Wallachei (50 000 Euro).

3,84 Millionen Euro wollen die Stadtwerke für die Wasserversorgung ausgeben. Das mit Abstand größte Vorhaben ist die Sanierung des Quellgebiets End mit 1,9 Millionen Euro. In die Erneuerung der Hauptwasserleitung Frauendorf-Stublang fließen 700 000 Euro, die Verbindungsleitung Roth-Mönchkröttendorf soll 200 000 Euro kosten.

Was geschieht mit altem Gebäude in der Jahnstraße?

Bevor der Stadtrat seinen Segen für den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs gab, stellte Robert Gack (CSU) vom Rechnungsprüfungsausschuss die Prüfung der Jahresrechnung 2019 der Stadtwerke vor. Er nannte es eine richtige Entscheidung, für 3,4 Millionen Euro ein neues Verwaltungs- und Betriebsgebäude für die Stadtwerke zu bauen. Die Schulden in Höhe von acht Millionen Euro bezeichnete er mit Blick auf die Investitionen als normal.

Gack regte an, das einstige Stadtwerke-Gebäude in der Jahnstraße, in dem derzeit ein Kinderhort untergebracht ist, an die Stadt zu übertragen. Schließlich habe die Stadt größere Erfahrungen bei der Verwaltung von Liegenschaften.

Die gleiche Anregung äußerte Wolfgang Och vom bayerischen kommunalen Prüfungsverband, der den Prüfungsbericht für das Jahr 2019 präsentierte und eine ordnungsgemäße Geschäftsführung attestierte. Demnach lag die Bilanzsumme fürs vergangene Jahr bei knapp 29,5 Millionen Euro, der Überschuss fiel mit 176 000 Euro geringer aus als 2018 (235 000 Euro).

Wolfgang Och lobte die Bilanzstruktur mit einer Eigenkapitalquote von 46 Prozent als ordentlich. Er fügte aber auch an, dass die kurzfristigen Verbindlichkeiten höher gewesen seien als die kurzfristig zur Verfügung stehenden Mittel. Och: „Bei einem Eigenbetrieb ist das aber nicht so schlimm.“

Gasversorgung bringt das meiste Geld

Beim Betriebsergebnis konnte beim Bereich Gasversorgung mit 804 000 Euro das größte Plus erwirtschaftet werden, während der Stromvertrieb aufgrund einer bilanztechnischen Umstellung von 152 000 Euro in 2018 auf 4000 Euro in 2019 zurückging.

Verluste machten die Stadtwerke bei der Wasserversorgung (minus 30 000 Euro), der Wärmeversorgung (minus 82 000 Euro), dem Verkehrsbetrieb (minus 273 000 Euro und den Parkhäusern (minus 153 000 Euro). Letztlich betrug das Plus aber noch 270 000 Euro.

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Stadtwerke in der Jahnstraße sollte auf Empfehlung des Bayerischen Kommunalen Prüfu... Foto: Steffen Huber

Gaspreise steigen wegen Erhöhung der Zertifiaktionspreise

Kunden, die ihr Gas über die Stadtwerke beziehen, müssen ab dem 1. Januar tiefer in die Tasche greifen. Der Grund ist die vom Bundestag beschlossene Erhöhung der Zertifikationspreise im Emissionshandel im Rahmen der Umsetzung des Klimapaktes. Für die Kilowattstunde Gas steigt der Preis um 0,6 Cent im Jahr 2021, im Jahr 2022 um 0,7 Cent. Laut Stadtverwaltung bedeutet dies für einen vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden eine Erhöhung von 120 Euro im Jahr.

Aus dem Stadtrat

• In der Sitzung am Montag wurden folgende Vergaben aus der nichtöffentlichen Sitzung vom 12. Oktober bekanntgegeben:

• Sanierung der Einmündung Untere Burgbergstraße und Brückleinsgraben in die Viktor-von-Scheffel-Straße an die Firma Schill & Geiger, Geroldsgrün, für 118 344 Euro.

• Sanierung und Neubau der Klärschlammentwässerung an die Firma Hiller, Vilsbiburg, für 520 779 Euro.

• Planungsleistungen zur Sanierung des Kanalnetzes von Trieb an die Firma Isas, Füssen, für 110 591 Euro.

• Auf Nachfrage von Frank Rubner (CSU) bestätigte Erster Bürgermeister Andreas Hügerich, dass öffentliche Ausschussitzungen auch weiterhin im großen Sitzungssaal des Rathauses stattfinden sollen. Robert Gack (CSU) regte dagegen an, um die Hygiene- und Abstandsregelungen besser als vorgeschrieben wahren zu können, auch die Ausschüsse ins Stadtschloss oder die Stadthalle zu verlegen.

• Der Lidl-Markt in der Mainau will seine Filiale energetisch umbauen. Unter anderem sollen eine Photovoltaikanlage aufs Dach, eine kostenlos zu nutzende E-Tankstelle auf den Parkplatz und Bienenhotel und -wiese angelegt werden. Bei der Sanierung sollen auch die Vorgaben der „grünen Hausnummer“ umgesetzt werden. Und schließlich will die Firma Lidl eine Überfahrt zum benachbarten Fachmarktzentrum schaffen und die Einfahrt im Rahmen des Verkehrsentwicklungskonzepts umgestalten. Der zu all diesen Vorhaben notwendigen Änderung im Flächennutzungsplan von einem Gewerbe- in ein Sondergebiet gab der Stadtrat „grünes Licht“. Bürgermeister Hügerich lobte dabei besonders die Absicht des Discounters, eine Verkehrsanbindung ans Fachmarktzentrum zu schaffen. Er hoffe, dass sich auch die FMZ-Eigentümer für dieses Anliegen zum Wohl der Kunden offen zeigen.

• Bei drei Gegenstimmen billigte die Lichtenfelser Bürgervertretung den Bebauungsplan B 34 „Seeleinstraße“. Zuvor waren die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange vorgestellt worden. Johannes Oppel (WLJ) störte sich daran, dass die im Bauausschuss beschlossene Formulierung „intensive Stein-Schottergärten sind nicht zulässig“ geändert worden sei, indem das Wort „intensiv“ gestrichen wurde. Er appellierte an den Stadtrat, auch an ältere Grundstückseigentümer zu denken, denen die Gartenpflege schwer falle. Stadtbaumeister Gerhard Pülz stellte dazu fest, dass diese Änderung vom Landratsamt eingefügt worden sei: „Damit wird die Vorgabe der Regierung umgesetzt, die der Ansicht ist, dass Stein-Schottergärten immer intensiv seien.“

• Bei vier Gegenstimmen votierte der Stadtrat für eine Änderung des Bebauungsplanes B 18 „Erthalstraße“. Zur Erinnerung: Diese Änderung hatte das Gremium im Juni noch abgelehnt, weil die Stadträte mit dem Verhalten des Bauherren nicht einverstanden waren, dieser hatte einen zu erhaltenden Grünstreifen gerodet. Mittlerweile hat er sich mit der Stadt auf einen Ausgleich geeinigt und darf nun einen Bungalow mit Garage und Pool sowie zwei weitere Wohnhäuser auf dem Grundstück bauen. Kritik gab es von Dr. Christopher Bogdahn (FW/FB), dem die Vorgehensweise des Bauherren bitter aufstößt: „Wenn ein Bauherr negative Tatsachen schafft, dann hätte er auch in Vorleistung gehen und mit einer Wiederaufforstung ein positives Zeichen setzen können.“

 

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