COBURG

Stadtplanung: Krisen beschleunigen die Veränderung

Projekt autofreie Friedrichstraße
In den Innenstädten tut sich was in Sachen Stadtentwicklung. Die Zeiten, als sich alles dem Auto unterordnete, sind vorbei. Foto: Bernd von Jutrczenka

Krisen beschleunigen bestehende Veränderungsprozesse und stoßen neue an. Die Corona-Krise zeigt, welche Veränderungen eine menschengerechte Stadtentwicklung in Europa braucht. In einem europäischen Netzwerk haben Studierende gemeinsame Anforderungen erarbeitet. Dabei beschäftigten sich angehende Architektinnen und Architekten bei Professor Mario Tvrtkoviæ an der Hochschule Coburg mit unsichtbaren Grenzen im Alltag.

Frei reisen, überall leben und arbeiten: Das ist die Europäische Union. Dass Grenzen für uns alle sehr schnell sehr aktuell werden, ahnte niemand, als für 2020 eine Summer School europäischer Studierender zum Thema „Borderline City“ geplant wurde. Die Pandemie veränderte alles. Grenzen zwischen Ländern und Regionen und Abstand zwischen Familien wurde Alltag. Statt wie geplant in Berlin fand die Veranstaltung online statt.

An der Hochschule Coburg beteiligte sich eine Studierendengruppe von Professor Mario Tvrtkoviæ aus dem Studiengang Architektur. Danach arbeitete Tvrtkoviæ mit seinen Studierenden weiter an dem Thema. In seinem Fachgebiet Städtebau und Entwerfen bot er ein Semesterprojekt an: „Grenzen des Alltags – vom Wesen transitorischer Räume“.

„Unser Alltag als Architektinnen und Architekten, als Planerinnen und Planer ist von Grenzen geprägt.“
Mario Tvrtkoviæ, Professor

Viele Menschen nehmen gar nicht wahr, dass es überall in den Städten solche transistorischen Räume gibt. Übergangsräume. Räume mit Grenzen. Es sind Orte des Wartens wie Foyers und Wartezimmer.

Oder städtische Konstellationen, die vom Übergang geprägt sind: Häfen, Bahnhofsviertel, Umschlagplätze, Grenzübergänge. „Unser Alltag als Architektinnen und Architekten, als Planerinnen und Planer ist von Grenzen geprägt“, erklärt Tvrtkoviæ. „Eines der wichtigsten Themen dabei ist die Aufteilung des Raumes in öffentlichen und privaten Raum.“ Dies sind zwei abstrakte juristische Kategorien. Wo sie im echten Leben aneinander grenzen, wie sie ineinander übergehen, wird von Architektur und Stadtplanung sichtbar und fühlbar gestaltet. Das Seminar erarbeitete eine Sammlung praktischer Beispiele der harten und weichen Grenzen und ihrer Auswirkungen auf den Alltag. „Häufig sind die räumlichen Grenzen in einem Quartier, einer Stadt oder Region mit weiteren Grenzen des Alltags wie politischen, sozialen, ethnischen oder religiösen Grenzen überlagert.“

Ergebnisse aus Europas Hochschulen

Die Ergebnisse dieses Semesterprojekts wurden jetzt veröffentlicht. Gemeinsam mit dem, was die Summer School und Lehrveranstaltungen von 18 anderen Hochschulen und Universitäten zwischen Stockholm und Madrid zum Thema erarbeitet haben, erscheinen sie in „Borderline City“. Untertitel ist „Shifting borders in the wake of the COVID-19 pandemic in european cities and regions“, erschienen ist der 135 Seiten starke Band im Universitätsverlag der TU Berlin in der Reihe „Städtebau und Kommunikation von Planung“ und kostet 12,95 Euro.

Weitere Informationen zu „Borderline City“ gibt‘s hier. (red)

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