LICHTENFELS

Stadt gibt Buslinien an den Landkreis ab

Ein Lichtenfelser Stadtbus. Foto: Markus Drossel

Der Landkreis wird ab dem 1. November 2025 den Stadtbusverkehr in Lichtenfels übernehmen. Der Stadtrat beschloss am Montag, die Konzession für die Stadtbuslinie nicht über den 31. Oktober 2025 zu verlängern.

Zuvor hatte der Werkleiter der Stadtwerke, Dietmar Weiß, die Gründe für eine Aufgabenübertragung vorgestellt, für die der Werkausschuss bereits im Januar gestimmt hatte. So würden künftig der Busverkehr, Rufbus, Anrufsammeltaxi oder die Mobilitäts-App in einer Hand organisiert. Außerdem lägen die Aufgaben wie Organisation, der Verkauf von Fahrkarten oder die Kontrolle der Haltestellen nicht mehr bei den Stadtwerken.

Des Weiteren sei eine bessere Koordination mit anderen Verkehrsträgern wie der Deutschen Bahn möglich, so Weiß. Der Werkleiter nannte aber auch finanzielle Gründe, denn die Stadt erhalte höhere Gewerbesteuereinnahmen von den Stadtwerken, da der verlustträchtige Betriebszweig wegfalle. So zahlte die Stadt an die Stadtwerke alleine für die Jahre 2018 bis 2020 über 530.000 Euro für den defizitären Busverkehr. Gegen eine Übertragung an den Landkreis spräche vor allem ein geringerer Einfluss auf die Fahrplangestaltung.

Wenn der Landkreis künftig für die Lichtenfelser Stadtbuslinien zuständig sei, müsse natürlich auch an diesen ein Ausgleich gezahlt werden, allerdings nehme insgesamt die Liquiditätsbelastung für die Stadt an die Stadtwerke um 150.000 bis 200.000 Euro ab.

Erster Bürgermeister Andreas Hügerich sah als weiteren Vorteil, dass diese Bündelung des Busverkehrs beim Landkreis auch die Chance für einen Umstieg auf alternative Antriebe vergrößere, einfach weil eine größere Anzahl an Bussen die Kosten für deren Umstellung reduziere. Im Übrigen ändere sich wenig, zusätzliche Leistungen würden kosten wie bisher.

SPD-Fraktionssprecher Dr. Arnt-Uwe Schille lobte die Lösung und mahnte an, sich auch mit benachbarten Landkreisen besser zu vernetzen. Er schlug außerdem vor, an den Bushäuschen Fahrradständer anzubringen. Auch Christian Barth (JB) lobt das Vorhaben, derweil Frank Rubner (CSU) es verwunderlich fand, dass diese Entscheidung erst ein Dreivierteljahr nach dem Beschluss des Werksausschusses getroffen werde. Werkleiter Weiß begründete die Verzögerung mit einer notwendigen Überarbeitung des Fahrplankonzepts.

Kein Rückgriff in 2021 auf die Rücklagen

Bei einem weiteren Tagesordnungspunkt gab Stadtkämmer Dominik Först die Rechnungsergebnisse der Stadt für das Jahr 2021 bekannt. Dieses sei trotz Corona finanziell gesehen ein gutes Jahr gewesen, Rücklagen hätten nicht verwendet werden müssen. Düsterer sehe es wegen des Kriegs in der Ukraine und der hohen Energiekosten für 2023 aus. Für die Dr.-Roßbach-Grundschule, die Grundschule am Markt, die Grundschule Leuchsental und die Grundschule in der Schney wurden ferner Budgetreste von über 24.000 Euro genehmigt.

Im Tagesordnungspunkt sechs beschloss der Stadtrat noch eine Zweckvereinbarung mit dem Landkreis, das komuna.Wahlprogramm gemeinsam für die Organisation der kommenden Wahlen zu nutzen. (hubi)

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