LICHTENFELS

Spendenaufruf für Sternsingeraktion in Lichtenfels

Spendenaufruf für Sternsingeraktion in Lichtenfels
Die Sternsinger Marlene Lachner, Lotta Krappmann, Marie und Antonia Schopf (vorne von links) trugen in Anwesenheit von Stadtpfarrer Roland Neher den Segensspruch vor. Foto: Alfred Thieret

Traditionell werden alle Jahre nach Neujahr in den einzelnen katholischen Pfarreien Sternsinger, verkleidet als die Heiligen Drei Könige, im Rahmen eines Gottesdienstes auf den Weg geschickt, um den Segen Gottes „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus) zu den Menschen zu bringen und für notleidende Kinder auf der ganzen Welt zu sammeln. Das Sammelergebnis wird dann normalerweise im Dreikönigsgottesdienst verkündet. Durch die in den letzten Wochen verschärfte Corona-Pandemie und den ausgerufenen Lockdown und den damit einhergehenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen mussten in diesem Jahr die Sternsinger auf einen Besuch der Menschen an den Haustüren verzichten. Die Aktion Dreikönigssingen fiel aber nicht aus, sondern fand kontaktlos in einem anderen Rahmen statt.

Den Gottesdienst in der von der Mesnerin Sabine Keim sehr schön weihnachtlich geschmückten Pfarrkirche feierte Pfarrer Roland Neher unter Beachtung der Corona-Vorschriften nur mit einer sehr begrenzten Anzahl von Gläubigen und mit lediglich vier Sternsingern, wobei Patrick Schopf gesanglich als Solist beeindruckte.

Ein Leitbild für die Menschen dieser Welt sein

Der Geistliche nahm auf das Matthäus-Evangelium Bezug und hob hervor, dass die genannten Weisen und Sterndeuter aus dem Osten symbolisch für die damals bekannten Erdteile Europa, Asien und Afrika standen. Dieses Bild habe durchaus seinen Sinn. Christus lasse sich von denen erkennen, die auf die Zeichen der Zeit schauen, die ihn suchen, die sich auf den Weg machen, die bereit sind, selber aktiv zu werden. Als Christen seien wir auch in der Situation, unseren Glauben leben zu müssen, um ein Leitbild für die Menschen dieser Welt sein zu können.

Der Pfarrer erzählte in seiner Predigt eine Geschichte über die Heiligen Drei Könige, nicht wie sie vorher im Evangelium geschildert wurde, sondern in einer lockereren Form entsprechend einer sinnreichen Legende. Demnach begaben sich drei Könige, dem Stern folgend, mit ihrem gesamten Hofstaat nach Bethlehem. Dort angekommen, trafen sie in einem Stall auf ein Paar mit einem neu geborenen Kind. Da dies aber ständig weinte, traten die mitgereisten Hofnarren hinzu und zogen Grimassen, womit sie die Könige sowie Vater und Mutter des Kindes zum Lachen brachten und selbst auf das Gesicht des Neugeborenen ein Lächeln zauberten, so dass sie erkannten, dass es sich um Jesus handeln musste.

Der Pfarrer stellte die Symbolik der Geschichte heraus. So wie die Spaßmacher dem Jesuskind auf ganz einfache Weise Freude schenkten, so sollten wir uns unseren Mitmenschen gegenüber verhalten und mit Wärme, Verbundenheit und Hilfsbereitschaft ein Stück Miteinander schaffen. Nur so werde die Liebe Gottes durch unser Handeln in die Welt hineingetragen. Zum Schluss der Messe weihte der Pfarrer traditionell Wasser, Salz, Kreide und Weihrauch.

Die vier Sternsinger Marlene Lachner, Lotta Krappmann sowie Antonia und Marie Schopf, die den Gottesdienst begleiteten, trugen anschließend den Segensspruch vor, den sie normalerweise in jedem Haus aufgesagt hätten. Die Gottesdienstbesucher konnten sich dann an den geweihten Dreikönigsgaben und den aufliegenden Segensaufklebern bedienen und eine Spende für die Sternsingeraktion abgeben.

63. Sternsingeraktion online eröffnet

Die bereits zum 63. Mal stattfindende Sternsingeraktion wurde am 29. Dezember bundesweit mit einem vom Aachener Bischof Helmut Dieser zelebrierten Gottesdienst eröffnet, der live im TV und Internet zu sehen war und an dem statt der geplanten 1200 Sternsinger Corona-bedingt lediglich zwölf Kinder teilnehmen konnten. Auch die diözesane Aussendungsfeier einen Tag später durch den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick fand online statt.

Diese vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (DDKJ) getragene Aktion hat sich in den 63 Jahren zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mit den bisher gesammelten 1,14 Milliarden Euro wurden 74 400 Projekte für Kinder in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung und soziale Integration in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Dabei steht in jedem Jahr ein Land mit einem aktuellen Problem beispielgebend im Brennpunkt. So stand im letzen Jahr der durch Unruhen geplagte Libanon exemplarisch für den Wunsch nach Frieden, ein Jahr zuvor galt die Aufmerksamkeit Kindern mit Behinderung, die in einem armen Land wie Peru oft vernachlässigt, diskriminiert oder ausgegrenzt werden und 2018 ging es um die Kinderarbeit beispielhaft in Indien, die den Kindern keine Schulbildung ermöglicht. In diesem Jahr steht die Ukraine im Mittelpunkt unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein, Kinder Halt geben – in der Ukraine und weltweit“. Das krisengeschüttelte Land hat viele Probleme. Da viele Eltern im Inland keine Arbeit finden, müssen sie sich im Ausland, vor allem in Polen und Russland, eine Arbeit suchen.

Durch die Arbeitsmigration wachsen viele Kinder überwiegend nur mit einem Elternteil oder gar nur bei Großeltern, Verwandten oder Pflegefamilien auf. Mit Hilfe der Sternsingeraktion erfahren die Kinder über den Projektpartner Caritas Ukraine in über das ganze Land verteilten Tageszentren Betreuung, Gemeinschaft sowie Hausaufgabenhilfe und können an Ausflügen und Sommercamps teilnehmen. Seit Jahren unterstützt das Kindermissionswerk auch Kinder, die mit ihren Eltern aufgrund des im Osten der Ukraine seit 2014 bestenden bewaffneten Konfliktes in den Westen des Landes geflohen sind.

Spenden für die Sternsingeraktion werden mit dem Vermerk „Sternsinger“ auf folgendes Konto erbeten: Katholische Kirchenstiftung „Unsere Liebe Frau“ Lichtenfels: Iban: DE40 7835 0000 0092 5030 10.

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