PRÄCHTING

Spatenstich zur Ortsumgehung Ebensfeld

Rot eingezeichnet ist die Trasse der Staatsstraße 2187 zwischen Prächting und Ebensfeld.Grafik: Bauamt Bamberg Foto: red

Viele Jahre wurde kontrovers über das Für und Wider der Verlegung der Staatsstraße 2187 südlich von Ebensfeld diskutiert. Am Mittwoch war es nun soweit, im Beisein von Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer, zahlreicher politischer Lokalprominenz, und Vertretern des Staatlichen Bauamts Bamberg erfolgte der symbolische erste Spatenstich.

Mit der Verlegung der Staatsstraße soll es künftig einen direkten Anschluss aus südlicher Richtung an die A 73 geben. Damit würde das Ebensfelder Ortszentrum um 2000 Fahrzeuge pro Tag entlastet. 6,5 Millionen Euro sind für den Bau eingeplant. Auf einer Länge von zwei Kilometern wird die Staatsstraße nun von Scheßlitz kommend nach Prächting nach Süden geleitet, um so den Anschluss an die Autobahn herzustellen. Zusammen mit der acht Kilometer langen Verlegung der B 173 zwischen Michelau und Zettlitz werde durch das Bauvorhaben bei Ebensfeld zudem die wichtige Verkehrsachse zwischen Lichtenfels und Kronach weiter gestärkt, sagte die Ministerin.

Die Bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (3.v.li.) und zahlreiche Lokalpolitiker sowie Vertreter des Bauamts B... Foto: Stefan Lommatzsch

Der Planfeststellungsbeschluss für die Baumaßnahme wurde bereits 2008 gefasst und aufgrund mehrerer Klagen in zwei Instanzen gerichtlich überprüft. Ministerin Kerstin Schreyer sagte dazu: „Ich weiß, dass einige Menschen in der Region die Baumaßnahme kritisch sehen und stattdessen eine Ortsumgehung im Osten Ebensfelds bevorzugt hätten. Ich bin mir aber sicher, dass es besser ist, wenn die Ebensfelder durch die Verlegung der Staatsstraße möglichst schnell von weniger Verkehr und Lärm im Ort profitieren können, als auf eine eventuell noch größere Entlastung durch eine östliche Ortsumfahrung in ferner Zukunft zu hoffen, von der wir heute noch gar nicht wissen, ob sie überhaupt umsetzbar wäre.“

Die Ursache für einen Teil der grauen Haare

Auch der Ebensfelder Bürgermeister Bernhard Storath ging auf die laut seiner Aussage bereits 40 Jahre andauernden Diskussionen um die Verlegung der Straße ein: „Ein Teil meiner grauen Haare kommt von dieser Trasse.“ Er wünsche sich, dass keine persönlichen Differenzen bestehen bleiben und alle Bürger wieder ein gemeinsames Heimatgefühl entwickeln. „Unsere Heimat muss liebens- aber auch lebenswert bleiben“, fasste er zusammen. Dazu gehörten, neben dem Veitsberg und der wunderschönen Landschaft am Gottesgarten, aber auch Straßen.

In die gleiche Kerbe schlug auch Landrat Christian Meißner: „Man darf ruhig anderer Meinung sein, aber irgendwann muss man auch zu Potte kommen. Ich freue mich, dass wir die Geschichte nun auch zu Ende bringen“. Der Landkreis investiere viel Geld in den ÖNPV. „Doch irgendwo müssen die Busse und Rufbusse auch fahren können.“ Er hob hervor, dass Straßen gerade im ländlichen Raum die Heimat nicht nur gestalten, sondern auch attraktiver machen würden.

„Bayern ist mehr

als München. Gerade der ländliche Raum braucht eine gute Verkehrsanbindung und gute Wohnmöglichkeiten.“

Kerstin Schreyer,

Bayerische Verkehrsministerin

Ähnlich äußerte sich auch Ministerin Kerstin Schreyer, die dafür warb, die verschiedenen Verkehrsträger gerade im ländlichen Raum nicht gegeneinander auszuspielen: „Bayern ist mehr als München. Gerade der ländliche Raum braucht eine gute Verkehrsanbindung und gute Wohnmöglichkeiten.“ Straßen seien dafür nach wie vor unabdingbar.

Bald soll es mit den Bauarbeiten in der Nähe der Hankirche richtig losgehen. Foto: Stefan Lommatzsch

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