SCHNEY

Sozialpolitischer Buß- und Bettag in Schney

Sozialpolitischer Buß- und Bettag in Schney
Pfarrerin Tanja Vincent (3. v. li.) und der katholische Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz (li.) zeigten sich optimistisch für die Zukunft, wenn gleichzeitig alle Akteure wertgeschätzt und eingebunden werden; auch im Bild DGB-regionalvorsitzender Mathias Eckardt (3. v. re.) und ... Foto: Peter Zillig

Zum inzwischen Tradition gewordenen „sozialpolitischen Buß- und Bettag“ in der Region luden die evangelische Kirchengemeinde Schney, der kirchliche Dienst in der Arbeitswelt, die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der evangelischen Kirche, die Mitarbeitervertretung in der evangelischen Kirche sowie das Schneyer DGB-Ortskartell in die evangelische Kirche Sankt Marien in Schney ein.

Schon im 19. Jahrhundert, so die Organisatoren, hat die Obrigkeit den Buß- und Bettag eingeführt, um öffentlich über Fehlentwicklungen nachzudenken und Impulse für eine friedliche sowie gerechte Zukunft zu setzen. In dieser Tradition bildet der Buß- und Bettag einen Tag der gemeinsamen Besinnung und des Nachdenkens über eine menschenwürdige Entwicklung des Zusammenlebens. Im Jahr 1995 wurde der Buß- und Bettag als arbeitsfreier Tag gestrichen. Grund war die Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die Mehrbelastung auf Arbeitgeberseite sollte mit Mehrarbeit ausgeglichen werden.

Andacht mit sorgfältig ausgearbeitetem Hygieneplan

Das diesjährige Motto des sozialpolitischen Buß- und Bettags lautete „Zukunft offen“. Pfarrerin Tanja Vincent wies auf die aktuell durch die Pandemie bedingt schwierige Lage hin. Die Veranstalter haben zunächst überlegt, ob die diesjährige Andacht vor Ort stattfinden sollte. Gottesdienste sind grundsätzlich zulässig. Wichtig sei es, dass die Menschen auch zusammenkommen können. Ein sorgfältig ausgearbeitete Hygieneplan wurde entworfen, um Infektionen zu vermeiden.

Tanja Vincent und der katholische Betriebsseelsorger in der Region, Norbert Jungkunz, betonten, dass es aktuell gelte, die Gefahr zu bannen und die Zukunft offen zu halten. Norbert Jungkunz forderte ein respektvolles Miteinander und erinnerte an die Bedeutung der Pflege-, Bildungs- sowie Handelsberufe. Arbeit sei nicht nur Geldverdienen, hoben Tanja Vincent und Norbert Jungkunz hervor. Es sei falsch, digitale Arbeit nur unter rein finanziellen Aspekten zu betrachten, also nach dem Motto: „Wie geht es effizienter und messbarer?“

Den Sinn der eigenen Arbeit sehen und Anerkennung dafür erhalten

Gute Arbeit, hieß es weiter, meine gut bezahlte Arbeit, seinen Interessen folgen und seine Fähigkeiten entwickeln zu können, positive Formen von Gemeinschaft erleben, den Sinn der eigenen Arbeit zu sehen und soziale Anerkennung dafür zu erhalten.

Die digitale Transformation, die derzeit rasant die Arbeitswelt verändert, so der Tenor der Vertreter der kirchlichen und gewerkschaftlichen Verbände, müsse im Rahmen einer fairen Verteilung der Erfolge bleiben. Die Qualität der Arbeit dürfe nicht aus dem Blick verloren werden. Das Potenzial der Digitalisierung sei, dass Routineaufgaben automatisiert werden und die Beschäftigten ihre ursprünglich menschlichen Fähigkeiten vertiefen können. Leider erfahren viele Formen der Arbeit nur gelegentlich eine angemessene Wertschätzung, wenn sie dringend gebraucht werden. Die Arbeitswelt bestehe aus geteilter Arbeit. Was die einen tun, sei nur sinnvoll, weil andere ihre Fähigkeiten beisteuern. Dies erstrecke sich innerhalb eines Unternehmens von der Vorstandsetage bis hin zu den ungelernten Tätigkeiten.

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