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Seubelsdorfer Schachexpress: Comeback nach 21 Jahren

Seubelsdorfer Schachexpress: Comeback nach 21 Jahren
Pandemie-bedingt als Fotomontage, aber jeder für sich mit dem gemeinsamen Comeback-Heft: Matthias Bergmann, Michael Kolb und Kilian Mager (v.li.) vom Schachverein Seubelsdorf schafften im Expresstempo die 41. Auflage ihrer Vereinszeitung „Seubelsdorfer Schachexpress“ – und das na... Foto: Christian Voll

Expresstempo dürfte ein Begriff sein, der in Zeiten von Kontaktbeschränkung und Lockdown nicht unbedingt im Trend liegt. Doch gerade jetzt glückte einigen Verantwortlichen des Schachvereins Seubelsdorf etwas Bemerkenswertes – und das im Expresstempo: Das Comeback ihrer Vereinszeitung nach 21 Jahren Pause! Die trägt sinniger Weise den Titel: Seubelsdorfer Schachexpress.

„Wir wollten den Kontakt zu unseren 75 Vereinsmitgliedern nicht verlieren. Und ihnen zeigen: ,Wir leben noch!‘“
Michael Kolb, Kassier

Wie es dazu kam? Kassier Michael Kolb, bei dem Texte und Bilder zusammenkamen und der für Layout und vieles mehr verantwortlich zeichnete, weiß von einer digitalen Vorstandssitzung Ende November zu berichten, in der die Idee aufkam und auf den Weg gebracht wurde: „Wir wollten den Kontakt zu unseren 75 Vereinsmitgliedern nicht verlieren. Und ihnen zeigen: ,Wir leben noch!‘“

Es ist eine extrem zwiespältige Zeit für das Schachspiel und das Schachspielen im Verein. Im Vorwort des engagierten 1. Vorsitzenden Matthias Bergmann wird dies in der 41. Ausgabe des Seubelsdorfer Schachexpress deutlich: „Ernüchternd waren unsere gegenwärtigen Perspektiven als Verein. Versteht dies bitte nicht falsch! Materiell geht es dem Verein nämlich gut. (…) Außerdem gehören wir mit digitalem Jugendtraining, mehreren digitalen Blitzturnieren, digitalen Vergleichskämpfen mit anderen Vereinen sowie einem digitalen Studienabend zu den aktivsten Schachvereinen in Oberfranken. All dies kann jedoch nicht die Atmosphäre eines gemeinsamen Vereinsabends ersetzen.“

Das eine boomt, das andere liegt fast gänzlich am Boden.

Deutlich wird: Online-Schachspielen ist das eine, Präsenzschach das andere. Das eine boomt, das andere liegt fast gänzlich am Boden.

Kaum eine Sportart profitiert momentan mehr als Schach von der Kontaktverlagerung in die digitale Welt. Geradezu explosionsartig sind manche Zuwachsraten bei online-Schachportalen oder -Schachlernkursen. Und dennoch fehlt etwas – nämlich das Klacken der Uhren, die konzentrierte Stille eines Spielsaals, die leibliche Gegenwart des Gegners beim „face to face“. Da geht es den Schachlern wohl wie allen anderen.

Dabei hat der SV Seubelsdorf in den Sommermonaten zwischen den Lockdowns immense Anstrengungen unternommen, um die traditionellen wöchentlichen Vereinsabende, gerade für den talentierten Nachwuchs, im Myconiushaus in der Kronacher Straße möglich zu machen: Hygienebestimmungen, Maskenpflicht, Abstandsregeln, Desinfektion der Spielbretter und -figuren. Das volle Programm.

Der geistige Live-Kampf am Brett steht weiterhin an erster Stelle

„Trotz der erschwerten Bedingungen hat man da ganz deutlich gemerkt, dass es der geistige Live-Kampf am Brett ist, der für uns Schachspieler an erster Stelle steht“, so Kilian Mager, 2. Vorsitzender und Co-Autor beim Schachexpress.

Nun also die erste Auflage der Vereinszeitung nach 1999. Ins Leben gerufen im Jahre 1984 erlebte das Blatt Ende der 1980-er Jahre seine Blütezeit mit bis zu sieben Ausgaben jährlich. Damals wie heute dreht sich im Express natürlich alles um die 64 Felder, die für die Schachler ihre Welt bedeuten.

Schachspezifische Themen, aber auch der Blich über den Tellerrand

Doch neben schachspezifischen Themen wie Kombinationsaufgaben oder Partiekommentierungen durch den amtierenden Deutschen Vizemeister Tobias Kolb beziehungsweise einem historischen Rückblick auf die SVS-Weihnachstfeiern seit dem Gründungsjahr 1929 finden sich auch Blicke über den Tellerrand, etwa zum Thema Geocaching und Schach.

Die erste positive Resonanz durch Vereinsmitglieder ließ da nicht lange auf sich warten. Und so findet Redakteur Michael Kolb: „Fortsetzung nicht ausgeschlossen!“ Es muss ja nicht im Expresstempo sein.

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