LICHTENFELS/PRÄCHTING

Schon 20.650 Euro für HMS-Sonderaktion „Ukraine“ gespendet

2060 Euro Spenden gab es insgesamt im Rahmen des Open-Airs in Prächting für die HMS-Sonderaktion „Ukraine“. Dazu noch 600 Euro von Peter Lachners Ein-Mann-Konzert zu Ehren von Boby Dylan: v. li. Andi Horn, Peter Lachner, Marion Röhlig und HMS-Initiator Till Mayer. Foto: red

Die HMS-Sonderaktion „Ukraine“ erfährt seit dem 24. Februar, dem Tag der russischen Invasion viel Unterstützung. Rund 20.650 Euro spendeten die OT-Leserinnen und -Leser bereits. Auch Aktionen werden am Obermain gestartet: am Gymnasium Burgkunstadt zum Beispiel, oder das beeindruckende Konzert der Musikvereinigung Ebensfeld.

Jüngst fand in Prächting ein Open Air mit gleich vier Bands statt. Wenige Tage später gab Peter Lachner in Lichtenfels ein Ein-Mann-Konzert am Geburtstag von Bob Dylan. Er spielte dabei die Songs der Musiklegende. Alles für eine gute Sache: die HMS-Sonderaktion „Ukraine“. Die Scheckübergabe fand dieser Tage statt. 2060 Euro erbrachte das Open Air und 600 Euro die Dylan-Würdigung.

Bei dem Open Air hatten sich vier Musik-Bands für die HMS-Sonderaktion stark gemacht: „Aus-Trio“, „Stealin“, die „Breeze - Projekt Band“ und „Itz-Rock“ nahmen ihre vielen Fans im Biergarten der Presslermühle mit auf eine Zeitreise durch verschiedene Genres der Musik. „Wir haben uns riesig gefreut, dass so viele Menschen kamen“, sagt Musiker Andi Horn. Peter Lachner, er war mit seinem „Aus-Trio“ ebenfalls mit dabei, fügte an: „Das Feedback des Publikums war durchweg positiv.“ Lachner spielte wenige Tage später die schönsten Songs Bob Dylans vor dem Lichtenfelser „Pinkus“. Auch hier kamen wieder viele Zuhörerinnen und Zuhörer. „Schön , dass das Publikum so ordentlich gespendet hat“, meinten die beiden.

Für was wird das Geld der Sonderaktion „Ukraine“ von „Helfen macht Spaß“ verwendet? „Alleinstehende alte Menschen in bitterster Not erhalten in Lwiw im Rahmen eines Rotkreuz-Projekts seit vielen Jahren kostenlos Medikamente und Lebensmittelpakete. Für die alten Menschen in Lwiw bedeutet der Krieg neben heulenden Sirenen, einschlagenden Raketen und der Angst von den Treffern – auch rapide angestiegene Lebenshaltungs- und Energiekosten“, erklärte HMS-Initiator Till Mayer. Er berichtet seit 2007 regelmäßig aus der Ukraine, auch jetzt zu Zeiten der russischen Invasion. Er hat das Projekt in Lwiw mit aufgebaut. 75 Euro Rente im Monat würden bei einer fehlenden funktionierenden Krankenversicherung einfach nicht zum Leben reichen, erklärte er. „Vor allem, wenn man wie unsere Klienten keine Familie hat, die unterstützt. Der Krieg verschärft die Lage“, erklärte Till Mayer. Er hat das Projekt vor über zehn Jahren mit aufgebaut.

Eine Klientin des Projekts in erhält kostenlose Medikamente. Foto: Till mayer

In dieser schweren Zeit sind die Rotkreuz-Mitarbeiterinnen bei ihren Hausbesuchen oft die einzigen Vertrauenspersonen. Die betagten Patientinnen und Patienten sind durch die Kämpfe in ihrem Land völlig verunsichert. Viele sind zu schwach oder zu krank, um ihre Wohnung noch zu verlassen, wenn die Sirenen heulen. In einer solch dunklen Zeit sind gute und tröstende Worte wichtig.

Medikamente verteilen, Trost spenden

So verteilen die Rotkreuz-Schwestern nicht nur Medikamente und setzen Spritzen. Sie nehmen sich Zeit, um Trost zu spenden und ein wenig Hoffnung zu geben. „Und das, obwohl sie selber durch den Krieg erschüttert sind“, so der OT-Redakteur. Neben der Medikamenten-Verteilung unterstützt die HMS-Sonderaktion vor Ort auch ein Medico Soziales Zentrum. Dort gibt es Kaffeerunden für Senioren, beim Suchdienst des Roten Kreuzes können Anträge abgegeben werden, es finden zahlreiche Erste-Hilfe-Schulungen statt und die Schwestern haben dort ihre Station.

Unterstützung für das Projekt gibt es von den Schwestern der Pflegestation des BRK–Kreisverbands Lichtenfels, die eine Partnerschaft mit ihren Kolleginnen in Lwiw verbindet. Die Spendengelder werden an den Landesverband „Badisches Rotes Kreuz“ überwiesen, der die finanziellen Mittel verwaltet und ihre Ausgabe überprüft. Mittlerweile konnte durch die vermehrten Spenden sogar das Projekt ausgeweitet werden. So wurde unter anderem eine weitere Schwester eingestellt, und es werden mehr Medikamente und Lebensmittel verteilt.

Für Spenden: BRK-Kreisverband Lichtenfels; IBAN DE 26 7835 0000 0000 0388 85; Sparkasse Coburg-Lichtenfels; Verwendungszweck: HMS-Ukraine. (red)

 

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