LICHTENFELS

Schöne Beispiele für feine Kunst leuchten in Lichtenfels

Schöne Beispiele für feine Kunst leuchten in Lichtenfels
Erleuchtung, die für angeregte Diskussionen sorgte. Foto: Markus Häggberg

Eine Vernissage ohne das übliche Gedränge, und noch nicht mal bei gutem Wetter. Luxus war das nicht, aber es war „Lux.us“. So heißt das Projekt, das leuchtendes Beispiel für die Zukunftsfähigkeit des Flechtwerks sein will. Klar, man muss einen Blick dafür haben. Aber wo, wenn nicht in der Korbstadt, darf man auf diesen Blick hoffen? Für Wochen könnte „Lux.us“ Aufmerksamkeit gewinnen, unabhängig vom Wetter und von Lichtverhältnissen.

Schöne Beispiele für feine Kunst leuchten in Lichtenfels
Fein und in ansprechendem Design. 24 unterschiedliche Lampen sorgen bei Tag und Nacht dafür, ein Handwerk ins rechte Lic... Foto: Markus Häggberg

Eine „Spätberufene“ war der einstige Beruf zu wenig kreativ

Es war kurz nach 17 Uhr, als Dorothée Rentsch an der Adresse Innere Bamberger Straße 7 ihre Stimme erhob. Die Schülerin befindet sich zwar schon in der zweiten Lebenshälfte, geht aber noch in eine 11. Klasse. „Früher war ich Krankenschwester“, sagt die von sich als „Spätberufene“ redende Frau. Doch ihr einstiger Beruf war ihr zu wenig kreativ, und so verschlug es sie an die Staatliche Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung.

Wer dort in eine 11. Klasse gerät, bekommt es im Bereich Feinarbeit mit einer Themenvorgabe zu tun. Diesmal lautete die Themenvorgabe auf Wandleuchte. Und so strahlte etwas in den diesig-verregneten Spätnachmittag, wozu Rentsch vor rund 30 Versammelten feierliche Worte zu finden hatte. Die fand sie auch, mit Übergängen ins Beschwörende, ins Hoffnungsvolle und in die Rückschau zu der Arbeit, die hinter den neun Projektteilnehmerinnen lag.

Wärmendes Licht, gefiltert durch feine Muster und frei von Plastik.

Schon im Juni sei man mit den Arbeiten beschäftigt gewesen. Und gleich zu Beginn seien die fruchtbaren Diskussionen darüber losgegangen, wie groß die Exponate werden sollten. „Dass aus Traditionellem was Neues geschehen“ mag, erklärte Rentsch, und lag damit schon insofern nicht falsch, als dass die in Feintechnik geschaffenen Wandleuchten nicht nur in Verbindung mit Handwerk, sondern auch mit Design stehen.

Schöne Beispiele für feine Kunst leuchten in Lichtenfels
Dorothée Rentsch war nicht nur die Begrüßende des Abends, sie ist auch Schülerin und Mitwirkende des Projekts. Foto: Markus Häggberg

Das mit dem Design sah die Regentin ähnlich. Korbstadtkönigin Alicia I. war gekommen, der Vernissage beizuwohnen und bestätigte etwas, worin sie einen Trend vermutet. „Deko-Magazine greifen das gerade auf“, führt sie zu dem aus, was 24-fach mit unterschiedlichem Design und raffiniert aus den vier Schaufenstern des Hauses an der Bamberger Straße 7 leuchtet und scheint: wärmendes Licht, gefiltert durch feine Muster und frei von Plastik. Begriffe wie Nachhaltigkeit und Wärme fallen in den Sinn. Letzterer angesichts von Wetter, Herbst und kommendem Winter besonders schnell.

Satz des Abends: „Was wir nicht können, kann keiner.“

Doch was steckt hinter dem Begriff Lux.us überhaupt. Lux steht für das lateinische Wort Licht und us für das englische Wort „uns“. Lux.us ist demnach „unser Licht“ und nicht nur Slogan, sondern auch Selbstverständnis der Flechtwerkgestalterinnen. Oder wie lautete ein Satz des Abends: „Was wir nicht können, kann keiner.“ Eben deshalb hieß es an diesem Abend über das Projekt auch: Es „muss raus an die Öffentlichkeit“.

„Das ist eine ganze engagierte Klasse“, bemerkte zu den 24 Ergebnissen auch Günter Mix, Fachoberlehrer und Fachbereichsleiter für Möbelbau an der Berufsfachschule. Ihm sowie den ebenfalls anwesenden Fachlehrern Elisabeth Dicker und Manfred Rauh, Geschäftsführer des ZEF (Zentrum europäischer Flechtkultur Lichtenfels e.V.), galten auch Dankesworte für ihre das Projekt unterstützende Mitwirkung.

Schöne Beispiele für feine Kunst leuchten in Lichtenfels
Das Wetter war trist, die An- und Ausblicke nicht. Foto: Markus Häggberg

„Wir hoffen natürlich auch, dass sich die Leute von der Faszination (…) anstecken lassen“, beschwor Rentsch. Bis weit in den November hinein werden die Lampen leuchten, bei Tag und bei Nacht und auch werbend für einen Beruf.

Projektteilnehmerinnen

Dorothée Rentsch, Elisabeth Richter, Margot Weiß, Bärbel Yonson, Friederike Dinkel-Schmitt, Yoko Harth, Nina Krasniqi, Lissy Johenneken und Anneberth Lux.
 

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