SONNEBERG

Sandmännchen und die Haifische in Sonneberg

Die berühmte Weltausstellungsgruppe „Thüringer Kirmes“. Foto: Corinna Tübel

Mit Sandmännchen und einer großen Modelleisenbahn werden sogar Eltern und Großeltern an ihre Kindheit und ihr Spielzeug, das sich in West- und Ostdeutschland stark unterschied, erinnert. Das Deutsches Spielzeugmuseum in Sonneberg lädt zum Staunen und vor allem zum Mitmachen ein. Im Nautiland können beeindruckend nah 100 verschiedene Arten an Meeresbewohnern, Reptilien und Insekten betrachtet werden. Mit dem 9 Euro-Ticket ist Sonneberg gut erreichbar. Zu den Zielen sind dann nur noch kurze Fußmärsche notwendig.

Moppi und Pitti-Platsch

Die Sandmännchen-Figuren samt ihrer Freunde Pitti-Platsch, Moppi oder Frau Elster verbinden die Generationen: „Das hast du auch schon geschaut, als du klein warst, oder Papa?“ Doch das Interesse der Kinder im Deutschen Spielzeugmuseum Sonneberg geht noch weiter: 5.000 Spielzeuge geben Anlass für Erklärungen „Wie kann man damit spielen, Mama?“, für Erinnerungen „Schau mal, damit habe ich ganze Nachmittage verbracht“ und vor allem zum Mitmachen.

Viele Mitmach-Stationen lassen Kinderherzen höher schlagen. Foto: Corinna Tübel

Denn inmitten der Exponate, die auf verschiedenen Ebenen mit der Geschichte der Spielwarenherstellung, technischem Spielzeug und Spielpuppen beschäftigen, ziehen immer wieder Mitmach-Stationen die Kinder an: Eine überdimensionale Murmelbahn, eine Kinderküche, ein Kinder-Theater mit Handpuppen, lebensgroße Figuren wie Ernie und Bert aus der Sesamstraße und viele mehr.

Thüringer Kirmes lädt ein

Vor dem Rundgang bietet ein Einführungsfilm kompakte Information zur Geschichte der Spielzeugherstellung in Sonneberg. Die berühmte Weltausstellungsgruppe „Thüringer Kirmes“ mit 67 zum Teil fast lebensgroßen Figuren trägt auch Kinder begeistert ins vergangene Jahrhundert, das sie gar nicht kennen. Die Sonderausstellung „Sandmännchen und Barbie. Spielgewohnheiten im geteilten Deutschland“ widmet sich hingegen der jüngsten Spielzeughistorie. Eine detailreiche, große Modelleisenbahn kann man für einen Euro rund vier Minuten auf ihrer Fahrt beobachten. Ein Wissensquiz liefert noch einen zusätzlichen Funken Spannung auf dem Weg durch das Museum.

Haifischfütterung und Fundtiere

Sieben Hai-Arten präsentieren sich im Nautiland Sonneberg. Foto: Corinna Tübel

Eine solche Rätsel-Ralley gibt es auch bei der nächsten Station: dem Nautiland Sonneberg. Klein und Groß bietet sich ein individuell gestaltetes Meeresaquarium-Exotarium. Wer eine weitläufige glasverzierte „Sea-World“ wie aus manchem Küstenort erwartet, wird hier enttäuscht. Wer dagegen Auge an Auge Haien fast wie in einer kleinen Grotte gegenüberstehen will, der erlebt hier Nervenkitzel pur. Zum Bestaunen gibt es 100 verschiedenen Arten tropischer Fische, Seepferdchen, Schildkröten, sieben Hai-Arten, Raubmuränen in Meer-und Süßwasserbecken bis zu 100.000 Liter mächtig, 22 verschiedene Reptilien inklusive Panzerechsen, tropische Insekten und exotische Säugetiere.

Das Besondere: Fast alle ausgestellten Reptilien sind Abgabe- oder Fundtiere. Wie Wärme und der natürlich-tierische Geruch im Inneren des Gebäudes nicht stört, den laden gemütliche Oasen auf drei Etagen zum Verweilen ein. Kinder begeistert ein Urwald-Indoor-Spielbereich und ein Piratenzimmer ebenso wie asiatischen Streifenhörnchen, die man mitten in Sonneberg eher selten vermutet. Ein besonderes Highlight ist auch die Haifütterung mittwochs und sonntags zwischen 15 und 15.30 Uhr.

Die Öffnungszeiten: Deutsches Spielzeugmuseum, Beethovenstraße 10, Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr. Meeresaquarium Nautiland, Marktplatz 2: Dienstag bis Sonntag sowie feiertags von 10 bis 17 Uhr, in den Ferien auch montags.

Die Erreichbarkeit

Der Regionalexpress fährt regelmäßig von Lichtenfels nach Sonneberg, die kürzeste Fahrzeit beträgt 42 Minuten, es gibt durchgehende Verbindungen.

Der Fußweg vom Bahnhofsvorplatz in Sonneberg zum Deutschen Spielzeugmuseum beträgt rund einen Kilometer, laufbar in rund 15 Minuten. Die kürzeste Strecke führt über die Bahnhofstraße und Juttastraße. Die Stadtbuslinie C mit Haltestelle lässt dagegen nur eine kurzen Fußweg von rund fünf Minuten übrig.

Nach dem Aufenthalt im Spielzeugmuseum befindet sich rund einen Kilometer weiter das Nautiland in greifbarer Nähe, die Route führt über Kirchstraße, Unterer Markt und Unterer Graben. Wer müde ist kann am Ende des Tages mit dem Bus zurück zum Bahnhof fahren. Linie B fährt ab der dortigen Haltestelle „Markt“ im nahezu Halb-Stunden-Takt zurück – oder man legt die rund 1,7 Kilometer zu Fuß zurück.

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