LICHTENFELS

Rufbus-Flyer in Brailleschrift liegt im Landratsamt aus

Rufbus-Flyer in Brailleschrift liegt im Landratsamt aus
Mit der Herausgabe des Rufbus-Flyers in Braille-Schrift übernimmt der Landkreis eine Vorreiterrolle, betonte der Blinden- und Sehbehindertenberater für den Landkreis Lichtenfels, Rainer Hader, als Landrat Christian Meißner (links), Markus Köhlerschmidt (rechts) Leiter des Arbeits... Foto: Heidi Bauer

„Wir wollen gesundheitlich beeinträchtigten Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe und barrierefreie Nutzung unseres öffentlichen Personennahverkehrs ermöglichen“, unterstreicht Landrat Christian Meißner. „Zur Barrierefreiheit zählt neben Infrastruktur und Fahrzeugen auch die Information der Fahrgäste. Deswegen haben wir unseren Rufbus-Flyer nun in Braille-Schrift herausgegeben. Eine Besonderheit auch insofern, als dass der Landkreis Lichtenfels damit noch ein Stück weitergeht, als die Neuerung des Personenbeförderungsgesetzes zum 1. Januar 2021 vorgibt.“

Sehr begrüßt wird diese Initiative vom Blinden- und Sehbehindertenberater des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes für den Landkreis Lichtenfels, Rainer Hader: „Dieser Flyer ist für uns ein Schritt nach vorne. Ich finde es äußerst lobenswert, dass der Landkreis Lichtenfels hier eine Vorreiterrolle übernimmt und auf die Bedürfnisse von Menschen mit visuellen Beeinträchtigungen eingeht. Der Prospekt ist sehr gut gemacht.

„Dieser Flyer ist für uns ein Schritt nach vorne.“
Rainer Hader, Berater des Blinden- und Sehbehindertebundes

Mein Dank gilt insbesondere dafür, dass wir unsere Anregungen bei der Gestaltung mit einbringen konnten und der Landkreis Lichtenfels dafür stets ein offenes Ohr hat. Bei der Entwicklung solcher Projekte ist nur eine Zusammenarbeit zwischen Behörden und Betroffenen konstruktiv und zielführend.“

Zum 1. September 2020 erweitert der Landkreis Lichtenfels sein Fahrtangebot des Öffentlichen Nahverkehrs auf weiteren Buslinien nochmals deutlich. Auf den VGN-Linien im Landkreis Lichtenfels werden dann künftig über 1,8 Millionen Kilometer im Jahr gefahren. Im Vergleich zu den Betriebsleistungsdaten mit Stand 1. Juni 2020 entspricht das einer Steigerung der Fahrplankilometer um etwa 35 Prozent. Ein neues und gern genutztes Angebot sind die Rufbusse.

Das Angebot wird Schritt für Schritt barrierefrei ausgebaut

Um die Busverbindungen auch für Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Handicap zugänglich zu machen, wird das Angebot Schritt für Schritt barrierefrei ausgebaut. Dies betrifft sowohl die Haltestellen als auch die Fahrzeuge und die Auskunftsmöglichkeiten, erläuterte Markus Köhlerschmidt, der neue Arbeitsbereichsleiter Öffentlicher Personennahverkehr am Landratsamt. Die soeben erschienen Rufbus-Flyer in Brailleschrift sind wohl bayernweit eine Besonderheit: Damit können blinde und sehbehinderte Mitmenschen, die die Brailleschrift nutzen können, sich über das neue Angebot informieren.

Flyer sind im Landratsamt an der Infothek erhältlich

Landrat Christian Meißner sagte dem Blinden- und Sehbehindertenberater bei der Vorstellung des Flyers besonderen Dank und stellte heraus: „Herr Hader hat uns bei der Umsetzung dieser Idee maßgeblich geholfen. Ich hoffe sehr, dass das Info-Material von den Betroffenen gut angenommen wird.“ Der Beauftragte des Landkreises Lichtenfels für Menschen mit Behinderung, Rudolf Ruckdeschel, ließ wissen, dass das Prospektmaterial auch bei Beratungen und Informationsveranstaltungen ausgegeben wird. Die Flyer sind im Landratsamt in der Infothek erhältlich.

Rainer Hader äußerte abschließend die Hoffnung, dass andere Landkreise dem Beispiel von Lichtenfels folgen und ebenfalls barrierefreies Infomaterial zum Thema ÖPNV veröffentlichen. (red)

Hintergrund

Die Brailleschrift wird von Blinden und stark Sehbehinderten benutzt, ist also eine Blindenschrift. Sie wurde 1825 von dem Franzosen Louis Braille entwickelt. Die Schrift besteht aus Punktmustern, die, meist von hinten in das Papier gepresst, mit den Fingerspitzen als Erhöhungen zu ertasten sind.

Wie funktioniert der Rufbus? An bestimmten Tagen verkehren auf den Nahverkehrslinien Rufbusse. Diese können unter Tel. (09571) 18180 oder online gebucht werden. Mehr Informationen unter www.ruf-deinen-bus.de. (red)

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