COBURG

Professor Mario Tvrtkovic berät den „Bürgerrat Klima“

Professor Mario Tvrtkoviæ von der Hochschule Coburg. Foto: red

Unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten a. D. Horst Köhler nimmt der bundesweite „Bürgerrat Klima“ die Arbeit auf. Architektur- und Stadtplanungsprofessor Mario Tvrtkoviæ von der Hochschule Coburg ist Mitglied im wissenschaftlichen Kuratorium des Bürgerrats.

Wie gehen wir mit der Klimakrise um, wie gestalten wir die deutsche Klimapolitik der nächsten Jahre? Professor Mario Tvrtkovic forscht und lehrt an der Hochschule Coburg zu Architektur und Stadtplanung – und das hat viel mit dem Klimawandel zu tun. „Es wird heißer, also müssen wir unsere Städte anpassen, wir müssen mehr kühlen, mehr beschatten und wir brauchen mehr Wasser in den Siedlungen“, erklärt er. „Wir sollten auch nicht draußen in der Peripherie neu bauen, sondern in den Städten und Dörfern. Wir brauchen kompakte Siedlungsformen und eine Nutzungsmischung mit kurzen Wegen.“

Als Experte für nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land wurde der Coburger Professor in das wissenschaftliche Kuratorium berufen,das den „Bürgerrat Klima“ berät. Seine 160 Mitglieder repräsentieren Deutschland im Kleinen. Sie wurden zufällig ausgewählt, entsprechen aber in Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Bildungsstand und Wohnort einem Querschnitt der Bevölkerung.

Erklärtes Ziel: den Dialog fördern

Ab Montag, 26. April,werden sie darüber diskutieren, wie Deutschland die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens noch erreichen kann. Verkehr, Gebäude und Wärme sowie Energieerzeugung und Ernährung – dafür werden Lösungen gesucht. Diese sollen gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Gesichtspunkte berücksichtigen. Die Ergebnisse werden den Parteien im deutschen Bundestag in einem Bürgergutachten im Herbst überreicht.

„Ziel des Bürgerrates ist es, Menschen aus unterschiedlichen Lebensrealitäten miteinander ins Gespräch zu bringen“, sagt Tvrtkovic. Er ist überzeugt davon, dass Politik, Gesellschaft und Wissenschaft im Dialog gemeinsam Lösungen für die dringendsten gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit finden können. Dafür steht dem Bürgerrat das wissenschaftliche Kuratorium beratend zur Seite.

Es besteht aus zwei Dutzend führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Klima- und Gesellschaftswissenschaften wie dem Vorsitzenden Prof. Dr. Ortwin Renn vom Potsdamer Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (Iass), Prof. Dr. Daniela Jacob, Direktorindes Climate Service Center Germany (Gerics) und Energieökonomin Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Diesem Kreis gehört Tvrtkovic gerne an – der Coburger Professor freut sich, dass auch außerhalb der Region wahrgenommen wird, wie stark Forschung zu Transformation und Nachhaltigkeit in den vergangenen Jahren an der Fakultät Design der Hochschule vorangetrieben wurde. „Dabei ging es vor allem um Entwicklung, Innovation und gesellschaftliche Teilhabe – auch durch die Zusammenarbeit mit der Innovations- und Vernetzungsplattform Creapolis.“ Den Bürgerrat sieht er als gute Unterstützung für die politische Teilhabe. „Solche Bürgerräte sind inzwischen international beliebt.“

Horst Köhler: Die Beteiligung von Bürgern ist wichtig

Auch der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler findet die Beteiligung von Bürgern bei diesem Thema wichtig – und dass die Politik ihre Vorschläge ernst nimmt. Deshalb hat er die Schirmherrschaft übernommen. „Wir werden auf klimaverträglichere Art und Weise unsere Wohnungen heizen, wir werden anders mobil sein oder uns ernähren“, erklärt er. „Wissenschaft und Innovationbieten den Menschen hierfür noch ungeahnte Möglichkeiten.“

Mehr zum „Bürgerrat Klima“ und seinen Zielen hier. (red)

Schlagworte