LICHTENFELS

Pflegeheim Elisabeth: Landratsamt weist Kritik zurück

Coronavirus - Impfzentrum Halle/Saale
Bisher wurden 1522 Personen im Landkreis Lichtenfels gegen Covid-19 geimpft. So auch Bewohner und Mitarbeiter im Pflegeheim Elisabeth Foto: Hendrik Schmidt

Im Zusammenhang mit dem Ausbruch von Covid-19 im Pflegeheim Elisabeth weist das Landratsamt die Kritik des Heimleiters zurück, das Gesundheitsamt hätte zu spät reagiert und er hätte sich eine bessere Information von den Behörden vor der Impfung gewünscht.

Im Vorfeld der Impfung habe das Landratsamt alle Heime und Einrichtungen nach der Impfbereitschaft abgefragt. Die Impfberatungsbögen seien im Vorfeld verteilt worden. Es habe mehrere Videokonferenzen mit den Heimleitungen gegeben und der Besuch des Impfteams sei abgesprochen worden. „Im Impfzentrum arbeitet ein hochengagiertes Team, Mitarbeiter und Ärzte. Oftmals neben der regulären Arbeitszeit. Sie alle sind fassungslos über diese Vorwürfe“, so Andreas Grosch vom Landratsamts.

Auch der Vorwurf zur Arbeit des Gesundheitsamts sei falsch. Im Landkreis Lichtenfels habe das Gesundheitsamt seit Beginn der Pandemie im März 2020 insgesamt 19 Ausbruchsgeschehen im Heimen und Einrichtungen im Landkreis professionell bearbeitet. Hinzu komme eine Vielzahl an betroffenen Schulen und Kindertagesstätten. „Die Mitarbeiter kannten hier kein Wochenende und auch keinen Feiertag. Die Bekämpfung der Pandemie war immer das oberste Ziel“, so Grosch.

Bei den Ausbruchsgeschehen in stationären Heimen und Pflegeeinrichtungen treffe es bei den Bewohnern immer die schwächste Bevölkerungsgruppe. Für die dortigen Mitarbeiter sowie die Heimleitung sei die Bewältigung ein immenser Kraftakt.

Das Landratsamt sei im Pflegeheim Elisabeth mit dem Gesundheitsamt ständig vor Ort und im Austausch mit der Pflegedienstleitung und auch dem Heimleiter. Die Mitarbeiterin der Heimaufsicht sei seit seit 4. Januar im ständigen Kontakt mit der Pflegedienstleitung. Sie unterstütze bei den Dienstplänen und bei der Personalplanung. Auch habe das Landratsamt einen Antrag auf Unterstützung durch die Bundeswehr im Pflegeheim gestellt, der mittlerweile auch bewilligt wurde.

„Es werden hier Personen nachgewiesenermaßen zu Unrecht an den Pranger gestellt, die sich über das übliche Maß hinaus zur Bekämpfung der Pandemie seit Monaten engagieren – im Gesundheitsamt, bei der Heimaufsicht, in der Führungsgruppe Katastrophenschutz und natürlich auch im Impfzentrum“, bedauert Landrat Christian Meißner. „Meine Beschäftigten und auch die Ärzte im Impfzentrum sind bestürzt über diese Vorwürfe. Sie alle machen hier eine großartige Arbeit und dies wollen sie auch weiterhin fokussiert tun. Dass wir ständig neue Vorwürfe entkräften müssen, bindet unnötige Kapazitäten, die besser bei der Bekämpfung des Ausbruchsgeschehen investiert sind.“

Wenn das Ausbruchgeschehen abgeschlossen ist und eine Analyse vorliege, finde sich sicherlich Zeit für eine Manöverkritik: „Die Pandemie und auch das Virus kennt keinen Schuldigen! Wir müssen jetzt gemeinsam – Landratsamt und Heimleitung – das Ausbruchsgeschehen in den Griff bekommen. Schuldzuweisungen helfen hier aktuell niemandem.“ (red)

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