Pfarrer George Thottankara in den Ruhestand verabschiedet

LICHTENFELS

Pfarrer George Thottankara in den Ruhestand verabschiedet

Bevor Pfarrer George Thottankara seinen Ruhestand antrat, feierte er am Sonntag zum letzten Mal den Gottesdienst in der voll besetzten Pfarrkirche Heilige Familie in Konzelebration mit dem Dekan Lars Rebhan, dem Stadtpfarrer Roland Neher und dem Islinger Pfarrer Henryk Chelkowski. Auch Pastoralreferent Clemens Grünbeck, Pastoralreferentin Birgit Janson, Gemeindereferentin Claudia Ruß sowie die Ministranten wirkten mit.

Pfarrer George nahm in seiner Predigt Bezug auf die von der Kirchenpflegerin Petra Hofmann vorgetragenen Lesung aus dem Buch des Predigers Kohelet, in dem es heißt: „Alles hat seine Zeit.“ So gebe es auch eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Säen. Und der Pfarrer band alle Gläubigen mit ein, indem er sagte: „Fast 16 Jahre unserer Lebenszeit haben wir miteinander hier in Lichtenfels in der Pfarrei Heilige Familie gesät und gepflanzt.

„Wir haben nach besten Kräften versucht, Gottes Reich so mitzubauen, wie wir es verstanden haben entsprechend der Botschaft Jesu.“
Pfarrer George Thottankara

Mit vielen guten und engagierten Menschen sind wir durch diese Zeit gegangen. Wir haben nach besten Kräften versucht, Gottes Reich so mitzubauen, wie wir es verstanden haben entsprechend der Botschaft Jesu, nämlich Gottes Reich einzusäen, anzupflanzen, sichtbar werden zu lassen, und ich durfte dabei die Rolle des Pfarrers, des Seelsorgers übernehmen.“

Der Seelsorger hob hervor: „Es waren immer wir gemeinsam, die den Weg der vergangenen 16 Jahre gegangen sind. Für dieses gemeinsame Gehen, für das gemeinsame Tragen der Sache Jesu in unserer Gemeinde, für die vielen gemeinsamen Projekte, für die vielen guten Ideen, die wir gemeinsam verwirklichen durften, für das gute Klima, das wir gemeinsam in unserer Pfarrei geschaffen haben, für alles gemeinsame Wirken und Streben sage ich von Herzen ,Vergelt´s Gott‘ und Dankeschön.“

Das Vertrauen auf Gott half durch die Krisenzeiten seines Lebens

Da ihm der Text aus Kohelet etwas zu ernst erschien, hatte er noch eine Stelle aus dem Matthäus-Evangelium herausgesucht, in der es heißt: „Seht euch die Vögel des Himmels an, sie säen nicht, sie ernten nicht, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.“ Hier werde etwas Zentrales widergespiegelt, was er immer wieder zu vermitteln suchte, weil es ihm selber ganz persönlich auf seinem Lebensweg geholfen habe, nicht zuletzt bei seiner Krankheit in den vergangenen Monaten: das unbedingte Vertrauen auf Gott!

Deshalb seien seine Predigten der vergangenen Jahre immer wieder auf das eine hinausgelaufen, nämlich auf das Vertrauen auf den guten, dem Menschen wohlwollenden Vater-Gott, wie ihn Jesus Christus verkündet hat. Diese Vorstellung, dieser Glaube habe ihm immer wieder geholfen, gerade in den Krisenzeiten seines Lebens. Seine Zeit als Pfarrer in Lichtenfels sei nun vorbei. So wünsche er der Pfarrei „Heilige Familie“ von Herzen alles Gute für die Zukunft und Gottes Segen.

Gute Wünsche: Zeit zur Ruhe, Kraft und ein langes Leben

Die vielen Grußwortredner führte im ökumenischen Sinne Pfarrer Ralph Peter Zettler an. „Die eine (Pfarrerin Anne Salzbrenner) geht und übernimmt völlig neue Aufgaben, der andere (Pfarrer George Thottankara) geht in den Ruhestand, zeigte der evangelische Pfarrer Parallelen und Unterschiede auf. Alles habe eben seine Zeit. Aufgaben seien nun mal nur für eine Zeit gegeben, und irgendwann sei eben Zeit zur Ruhe, und so wünsche er Pfarrer Thottankara auch Ruhe.

Für seine langjährige Tätigkeit als Pfarrer des BRK-Wohnheims „Am Weidengarten“ bedankte sich die Leiterin der sozialen Betreuung, Michaela Wenzel, im Namen der Heimleiterin Annett Kürsten und der Bewohner für die gemeinsame Zeit. Sie übergab einen kleinen Ginkgo-Baum, der für Kraft und langes Leben stehen soll, und dies wünschte sie dem Pfarrer auch.

Einen Liegestuhl und eine Korbschale zum Abschied

Stadtpfarrer Roland Neher wünschte dem scheidenden Pfarrer einen angenehmen Ruhestand und übergab ihm ein kleines Modell eines Liegestuhls nebst einem Gutschein für ein richtiges Exemplar. Wolfgang Haas, der Vorsitzende der KAB, bedankte sich bei Pfarrer George, der 16 Jahre lang als Präses und geistlicher Begleiter den Mitgliedern der KAB wertvolle Impulse gegeben habe.

Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner erinnerte sich mit Freude an viele Begegnungen mit Pfarrer George und wünschte ihm auch im Namen der anwesenden Stadträte einen geruhsamen Ruhestand. Als Geschenk der Stadt übergab sie eine Korbschale. Dekan Lars Rebhan wünschte Pfarrer George im Namen des Seelsorgebereichs Lichtenfels-Obermain alles Gute für den Ruhestand und dankte ihm mit einem herzlichen „Vergelt´s Gott“ für alles, was er für die Pfarrei getan habe. Natürlich bedankten sich auch die Ministranten bei Pfarrer George und wünschten ihm alles Gute für seinen weiteren Lebensweg.

„Wir sind dankbar, dass dich Gott auf deinem Weg nach Lichtenfels in die Pfarrei ,Heilige Familie‘ geführt hat und dass du deinen Weg so lange mit uns gemeinsam gegangen bist.“
Paul Endres, Pfarrgemeinderatsvorsitzender

„Wir sind dankbar, dass dich Gott auf deinem Weg nach Lichtenfels in die Pfarrei ,Heilige Familie‘ geführt hat und dass du deinen Weg so lange mit uns gemeinsam gegangen bist“, versicherte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Paul Endres. Vor nunmehr 16 Jahren, am 1. September 2006, sei Pfarrer George Thottankara offiziell als Seelsorger in der Pfarrei eingeführt worden. Paul Endres sprach die Hoffnung aus, dass dieser Weg für Pfarrer George Zufriedenheit und Erfüllung mit sich gebracht habe.

Vor wenigen Wochen wurde Pfarrer George bei der Feier der Priesterjubilare in Vierzehnheiligen für sein zwei Jahre zurückliegendes 40-jähriges „Priesterjubiläum“ geehrt. Für ihn gelte, was Erzbischof Ludwig Schick bei dieser Feier sagte: „Die Priester müssen Brüder der Menschen sein und den Menschen dienen.“ Diesen Anspruch habe Pfarrer Georg im vollsten Sinne erfüllt. Er habe sich nicht in den Vordergrund gestellt, sondern in christlicher Demut den Dienst für die Gemeinde unermüdlich geleistet. Er habe die Menschen liebevoll als Seelsorger begleitet und ihnen viel gegeben.

Dafür bedankte sich Endres im Namen der Pfarrgemeinde herzlich. Dass die Gottesdienste stets so zahlreich besucht waren, zeige, dass Pfarrer George seine Aufgabe als Arbeiter im Weinberg des Herrn hervorragend erfüllt hat.

Nach dem Gottesdienst nahmen viele Gläubige die Gelegenheit wahr, sich von Pfarrer George persönlich zu verabschieden.