LICHTENFELS

Petition: Schulschließungen im Kreis Lichtenfels vermeiden

Petition: Schulschließungen im Kreis Lichtenfels vermeiden
Cecily und Ludwig Benecke haben eine Online-Petition gestartet, um die Schulen in Stadt und Landkreis Lichtenfels offen zu halten. Foto: Markus Drossel

Die Sorge der Eltern ist groß, dass nach wochenlangem und für Eltern, Schüler und Lehrer gleichermaßen kräftezehrendem Distanzunterricht die Schulen bald wieder schließen müssen. Cecily und Ludwig Benecke haben nun im Internet eine an Landrat Christian Meißner gerichtete Petition gestartet, um genau dieses Szenario aufgrund steigender Infektionszahlen zu vermeiden. Hunderte Unterstützer haben sie bereits gefunden.

„Nach langen Monaten war es den Grundschulen und den Abschlussklassen im Landkreis Lichtenfels seit dem 22. Februar wieder gestattet, Präsenzunterricht in Form von Wechselunterricht anzubieten. Nur eine Woche und zwei Infektions-Ausbrüche in Pflegeheimen des Landkreises später droht nun wieder die komplette Schließung aller Schulen und die Fortführung des Distanzunterrichts“, befürchten sie. „Viele Eltern sind bereits am Limit mit ihren Möglichkeiten, ihren Kindern und anderen Verantwortungsbereichen gerecht zu werden.“

„Viele Eltern sind bereits am Limit mit ihren Möglichkeiten, ihren Kindern und anderen Verantwortungsbereichen gerecht zu werden.“
Cecily und Ludwig Benecke, Initiatoren der Petition

Während des Lockdowns wurden hingegen nach Meinung der Beneckes keine Anstrengungen unternommen, die Schulen auf eine noch länger andauernden Lockdown vorzubereiten, so dass zumindest der Distanzunterricht durch entsprechende Angebote intuitiver und entlastender für die Eltern gestaltet wird.

„Andernorts wurde hingegen umfangreich in Maßnahmen investiert, um selbst bei steigender Inzidenz einen Präsenzunterricht möglich machen zu können“, argumentiert das Ehepaar. Beispielsweise durch den Einbau von Luftfiltern oder die die Erweiterung der Ausweichräumen, um Abstandsregeln besser einhalten zu können, sowie durch den Ausbau digitaler Lehrmethoden und dergleichen mehr.

Für die Eltern zermürbend, für die Kinder noch schlimmer

„Was für die Eltern schon in vielen Teilen zermürbend und entkräftend ist, ist für die Kinder noch wesentlich dramatischer“, fügen sie an. „Neben der sozialen Isolierung, die für Kinder natürlicherweise weitaus schwieriger zu kompensieren ist als für Erwachsene, verstärken die Schul- und Kitaschließungen negative Entwicklungen wie den ungleichen Zugang zu Bildung.“ Viele Kinder würden in dieser Zeit abgehängt und vergessen. Sie hätten keine starke Lobby.

Die Beneckes schlagen zur Lösung genannter Probleme verschiedene Ansätze vor: „Den Einbau von Luftfilteranlagen in den Schul- und Kitaräumen und die Einbeziehung alternativer Räume, um Abstands- und Hygieneanforderungen besser gerecht werden zu können.“ Auch das zur Verfügung-Stellen von regelmäßigen Schnelltests und Ausweitung der Testkapazitäten an Schulen und Kitas, zudem eine Priorisierung von Lehrern, Erziehern und Schul-/Kitapersonal bei Impfmaßnahmen und das Einsetzen eines IT-Beauftragten, um die Kapazitäten für digitales lernen im Landkreis zu erweitern und zu gewährleisten. Und den Ausbau der Kommunikation zwischen Verwaltung, Gesundheitsamt, Schul-/Kitapersonal und Eltern.

„Oberste Priorität für Kinder und deren Eltern hat es jedoch, dass die Schulen geöffnet bleiben, beiziehungsweise überhaupt wieder öffnen“, forderten die Initiatoren. „Die Folgen für Kindern und Jugendlichen aus der derzeitigen Lockdown-bedingten Isolation und Vernachlässigung hat nach den Erkenntnissen und Studien zahlreicher Fachmänner aus Kinder- und Jugendpsychologie negative bis verheerende Wirkungen auf die Zukunft der Kinder.“ Um dieses Problem zu identifizieren, brauche man kein studierter Fachmann zu sein. „Die Lage für Kinder und Jugendliche ist ernst.“

Der Lockdown habe schon jetzt viel Kraft und Lebensqualität gekostet

Die Gefahr, die eine Corona-Infektion für Kinder und deren Umgangspersonen bedeutet stehe ihrer Meinung nach mittlerweile nicht mehr im Verhältnis zu den Spätfolgen der derzeitigen Schul- und Kitaschließungen. Der anfangs nachvollziehbare Lockdown habe viele Eltern und Kinder bereits viel Kraft und Lebensqualität gekostet. Und deshalb wolle man mit dieser Petition dem Landrat die Dringlichkeit aufzeigen. „Unsere Kinder und Enkel haben keine Stimme. Die wollen wir ihnen geben.“

ONLINE-TIPP

Die Petition der Familie Benecke finden Interessenten unter folgendem Link:

www.openpetition.de

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