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OT-Faktencheck: Die Mär von den Impftoten

Gegner sehen in den Impfstoffen eine Gefahr für das Leben. Foto: Pixaby

Ein Jahr lang gelernt, aber noch nicht am Ziel: Noch immer sterben und leiden Menschen an der Infizierung mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2, wirken sich die Folgen der Pandemie auf alle aus. Als das Gegenmittel gilt die Impfung. Doch diese wird vor allem in den Sozialen Netzwerken von Corona-Leugnern, Verschwörungstheoretikern und Rechtsextremen verteufelt. Deshalb wollen wir für Sie, liebe Leser, einige der kruden Behauptungen zur Corona-Impfung einem Faktencheck unterziehen.

Behauptung: „Bei den Testläufen sind sechs Menschen am Biontech-Impfstoff gestorben.“

Faktencheck: An der Phase-3-Studie von Biontech zwischen Ende April und Mitte November 2020 starben sechs der Teilnehmer, von denen vier ein Placebo bekamen. Alle starben an alterstypischen Krankheiten. Im Detail heißt das: Alle neuen Impfstoffe und Medikamente müssen vor ihrer Zulassung in Form von nicht klinischen und klinischen Studien gründliche Tests durchlaufen.

Nach der nicht-menschlichen Erprobung des BioNTech-Impfstoffes erhielten diesen in Phase 1 eine sehr kleine Anzahl gesunder Probanden unter sorgfältig überwachten Bedingungen um mögliche Nebenwirkungen des Impfstoffs zu identifizieren und die Immunantworten zu testen.

Das Ziel der Phase 2 ist die Identifizierung der richtigen Dosierung des Impfstoffs. Sofern die Ergebnisse der Phase-1- und Phase-2-Studien positiv sind und der Impfstoff eine relevante Immunantwort mit einem annehmbaren anfänglichen Sicherheitsprofil zu induzieren scheint, wird eine Dosis gewählt und eine Phase-3-Studie eingeleitet.

Bei einer Phase-3-Studie erhält eine große Anzahl von Personen den Impfstoff oder ein Kontrollpräparat, zum Beispiel ein Placebo. Diese Vorgänge macht die Firma Biontech SE auf ihrer Homepage transparent.

An der Phase-3-Studie von Biontech nahmen 43 448 Menschen ab 16 Jahren teil. Im Studienzeitraum zwischen Ende April und Mitte November 2020 starben sechs der Teilnehmer - allerdings nicht an der Impfung. Dies beurteilt auch die für die US-Zulassung des Präparats zuständige US-Arzneimittelbehörde FDA so: „Alle Todesfälle stellen Ereignisse dar, die in der allgemeinen Bevölkerung der Altersgruppen, in denen sie auftraten, mit einer ähnlichen Rate vorkommen.“ Ebenso die europäische Zulassungsbehörde EMA: „Andere Vorerkrankungen waren eher die Todesursache.“

Außerdem interessant: Vier der Toten in der Studie erhielten gar keinen Impfstoff, sondern ein Placebo, das heißt ein Scheinmedikament, das keinen Arzneistoff enthält. Ihr Tod lässt sich auf alterstypische Krankheiten wie einen Infarkt oder einen Schlaganfall zurückführen. Einer der beiden Toten aus der Testgruppe, die den Impfstoff erhielt, erlitt rund zwei Monate nach der Verabreichung des Impfstoffes einen Herzinfarkt, der andere war durch Vorerkrankungen stark vorbelastet.

Statistische Wahrscheinlichkeit

Auch in Deutschland sah man das voraus: Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hatte schon vor vielen Monaten darauf aufmerksam gemacht, dass aufgrund der statistischen Wahrscheinlichkeit „Menschen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung versterben werden“ - etwa weil zuerst „die alten und hochaltrigen Menschen“ geimpft werden, die aufgrund ihres Alters allgemein ein höheres Risiko haben zu sterben.

Quelle: www.biontech.de, www.rki.de, www.tagesspiegel.de.

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