LICHTENFELS/NAILA

ÖDP will Ökolandbau fördern

ÖDP-Bezirksvorsitzender Erich Wohnig (li.) und der stellvertretende ÖDP-Landesvorsitzende Thomas Büchner mit dem Markus-Söder-„Double“. Foto: Thomas Müller

Kürzlich fand in Naila der Bezirksparteitag der Ökologisch-Demokratischen-Partei (ÖDP) statt. Bezirksvorsitzender Erich Wohnig (Bad Rodach) wies darauf hin, dass sich die Mitgliederzahlen auf dem vor zwei Jahren erreichten hohen Niveau stabilisiert und die Vernetzung der oberfränkischen Kreisverbänden sich durch die online-Meetings deutlich verbessert hätten.

Stellvertretender Bezirksvorsitzender Thomas Müller (Burgkunstadt) wies in der politischen Diskussion darauf hin, dass der Weiterbetrieb der letzten drei Kernkraftwerke keine Option sein dürfe. Nach Müllers Meinung sei dieser Vorschlag nur der offensichtliche Versuch von Ministerpräsident Söder, von den eigenen Versäumnissen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien – insbesondere der Windkraft – abzulenken. Die Staatsregierung hätte sich stattdessen für eine höchstmögliche Förderung von Stromspeichern einsetzen müssen, um den Ökostrom auch voll nutzen zu können.

Erich Wohnig freute sich, dass die Kritik der ÖDP-Landesvorsitzenden Agnes Becker am Selbstlob der Bayerischen Staatsregierung in Rundfunk und Presse gewürdigt wurde. Müller ergänzte, dass das Monitoring zur Überprüfung der Umsetzung des Naturschutz-Gesetzes von Professor Dr. Roman Lenz nach drei Jahren ergeben habe, dass schon das Zwischenziel des Freistaats – 20 Prozent Ökolandbau auf Bayerns Agrarflächen bis 2025 – wahrscheinlich verfehlt wird.

Kannibers Aussagen „peinlich und bewusst irreführend“

Becker nannte die Aussagen von Ministerin Kanniber über die angebliche bayerische Vorreiterrolle „peinlich und bewusst irreführend“. Bayern liegt nämlich mit 13 Prozent Öko-Landbau nur im Mittelfeld der Bundesländer.

Müller berichtete, dass insbesondere der Landkreis Lichtenfels dabei noch unterdurchschnittlich agiere, obwohl er sich doch als „Öko-Modellregion“ bezeichne. Müller forderte eine maximale Förderung des Bio-Landbaus in ganz Bayern. Dabei sei ein wichtiger Baustein für die Abnahme der Bioprodukte das Essen in öffentlichen Kantinen und Einrichtungen, wie zum Beispiel in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen. Aber hier liege der Anteil an Biokost zur Zeit noch nur im niedrigen einstelligen Bereich statt bei den vorgesehenen 20 beziehungsweise 30 Prozent, die bis 2030 erreicht werden sollen.

Der Hofer Kreisverbandsvorsitzende Roland Müller kritisierte den Zustand der Deutschen Bahn. Das Geld fließe nur in Großprojekte. Dabei mangelt es am Unterhalt der Strecken und der Verbesserung des Netzes, um die Bahn für die ökologische Wende fit zu machen.

Unter erschwerten Coronabedingungen wurden ferner etwa 1000 Unterschriften für den Schienenlückenschluss zwischen Oberfranken und Thüringen gesammelt. Im Detail geht es um die Bahnverbindung zwischen Bad Rodach - Hildburghausen und um die Reaktivierung der Bahnstrecke Marxgrün – Blankenstein.

Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs gefordert

Außerdem fordert die ÖDP Oberfranken den Ausbau des ÖPNV jetzt. „Das 9-Euro-Ticket zeigt, dass viele oberfränkische Fahrgäste attraktive und bezahlbare Mobilitätsangebote gerne annehmen.“, so die Einschätzung vom ÖDP Bezirksvorsitzenden Erich Wohnig.

Zum Schluss erinnerte der stellvertretende Hofer Vorsitzende Ralf Duppel (Schwarzenbach/Saale) an das Volksbegehren zum Radentscheid Bayern.

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