Neue Single der Lichtenfelser Band „Monkey Circus“ online

Neue Single der Lichtenfelser Band „Monkey Circus“ online
Das sitzt: Kämpferisch gibt sich die Lichtenfelser Band Monkey Circus mit (v. li.) Florian Werthmann, Max Zapf und Bastian Stemmer. Foto: red

Lichtenfels

Ihr neues Musik-Projekt „Lights Away“ veröffentlicht die Lichtenfelser Band „Monkey Circus“ an diesem Freitag. Die Single wird es nicht als CD geben, da es sich für die Musiker wegen der Kosten nicht lohnt. Stattdessen wird das Video auf Youtube und über alle gängigen Streaming-Plattformen wie Spotify oder Google Play Music zu sehen sein. 2015 wurde „Monkey Circus von Max Zapf, Florian (Flo) Werthmann und Bastian (Basti) Stemmer in einer alten Polsterfabrik gegründet. Nach Veröffentlichung ihres Debut-Albums „Beyond the Surface“ spielten sie vor allem in Süddeutschland Shows und arbeiteten seit Sommer 2020 an ihrem aktuellen Projekt „Lights Away“. „Monkey Circus“ gewann 2019 auch bei R.I.O. (Rock in Oberfranken). Im Interview plauderten die Musiker über ihr Projekt.

Obermain-Tagblatt: Wie fühlt ihr euch mit eurer Veröffentlichung?

Flo: Es ist ja nicht unsere erste CD. Wir haben 2018 unser Debütalbum rausgebracht. Da war es aber etwas anderes. Das haben wir damals durch Crowdfunding finanziert und kein Geld für die Veröffentlichung gehabt. Diesmal haben wir das Preisgeld von der R.I.O- Tour genutzt, um unsere neue Single mal mit PR-Agentur und mehr Vorbereitung zu veröffentlichen! Wir freuen uns affenartig.

Komponiert ihr selbst?

Max: Ja, ausschließlich. Wir versuchen unseren eigenen Stil zu kreieren. Die Songs entstehen meist beim gemeinsamen Jammen. Die Grundidee für die Melodie und Lyrics bringt meistens der Flo mit. Wir haben schon echt viele Songs angefangen zu schreiben und auch fertig gestellt, aber auch sehr viele wieder verworfen.

Was sagen eure Lieben und Angehörigen zu dem großen Ereignis?

Flo: Bastis Frau, seine Eltern und Geschwister, sowie Max' Freundin, Onkel, seine Schwester und Familie und meine Freundin sind sehr enthusiastisch. Sie haben beim Musikvideo mitgewirkt. Bastis Schwester Lea und Max' Onkel Wolfgang haben wichtige Rollen übernommen und sich selbst übertroffen.

Seit wann habt ihr von einer Veröffentlichung geträumt?

Flo: Ich träume davon, seit ich bei einem Familien Urlaub in Italien einen Harfenspieler bewundert habe, der in der mittelalterlichen Altstadt von Siena wunderschöne Melodien gezaubert hat. Da war der kleine Flo – zehn Jahre alt – so begeistert, dass er ein Bild gekritzelt und es dem Musiker geschenkt hat. Der hat ihm daraufhin seine CD mit der Harfenmusik geschenkt.

Wie würdet ihr drei euch beschreiben?

Max: Was den Musikgeschmack angeht, könnten wir unterschiedlicher gar nicht sein. Während Flo begeistert von Klassikern wie „Pink Floyd“ oder Jimi Hendrix ist, bringe ich, ohne feste Fixierung auf bestimmte Genres auch modernere Einflüsse mit ein. Basti kommt eher aus der Metal/Classic-Rock-Richtung, aber irgendwie hat es musikalisch untereinander von Anfang an gefunkt. Ich zanke mich oft mal mit dem Flo, weil wir beide unseren Kopf durchsetzen wollen und Basti, der Sozialpädagoge ist, möchte immer schlichten.

Neue Single der Lichtenfelser Band „Monkey Circus“ online
Ihr neues Album präsentiert die Band Band Monkey Circus mit (v. li.) Max Zapf, Florian Werthmann und Bastian Stemmer. Foto: red

Eure Webseite habt ihr in englischer Sprache eingerichtet – mit Blick auf einen internationalen Durchbruch?

Basti: Wir wollen so viele Leute wie möglich mit unserer Musik erreichen. Dazu gehört natürlich, dass potenzielle Fans auch uns kennenlernen, weshalb hier die englische Sprache praktisch ist.

Wie zu erfahren war, lag euer Tonstudio in Budapest. Näher ging' s nicht?

Flo: Corona hat viele Pläne 2020 zunichte gemacht. Irgendwann haben wir uns gedacht, wir müssen jetzt noch irgendwas richtig cooles mit der Band machen. Unser Verlag hatte uns das Studio zuvor schon mal empfohlen, was wir damals als ziemlich wahnsinnige Idee empfanden, aber dann war das ganze Jahr so verrückt, dass das dann der richtige Zeitpunkt war. Außerdem wollten wir einen Bandurlaub machen.

Wie lange haben die Aufnahmen im Studio gedauert? Max:

Wir haben erst einmal ziemlich lang im Proberaum an der Vorproduktion gearbeitet und den Song gefühlte hundert Mal überarbeitet. Die Drums haben habe ich dann in Kulmbach bei LFM Productions aufgenommen, weil es sich für den einen Song nicht lohnt, das ganze Equipment mit nach Budapest zu schleppen. In Budapest haben wir das Studio für zwei volle Tage gemietet.

Werdet ihr eure Veröffentlichung an Radiostationen oder Verlage herantragen?

Basti: Einen Verlag haben wir schon und für den Release haben wir uns Unterstützung von einer PR Agentur geholt. Wir Musiker haben aber auch selbst unzählige Mails geschrieben.

Träumt man heutzutage als Rock-Band noch von Sex and Drugs and Rock' n Roll?

Flo: Bei uns etwas schwierig, einer ist verheiratet, einer hat ein Kind und der andere ist Schlagzeuger (lacht). Wir müssen die Rock-Geschichte wohl umschreiben!

Man sagt euch Bühnenpräsenz und gutes Zusammenspiel nach. Improvisiert ihr auch bei Auftritten?

Flo: Improvisiert wird bei uns ab und zu schon, aber wir hab

en das ein bisschen vernachlässigt. Ich möchte da in Zukunft wieder mehr machen.

Wo würdet ihr euch stilistisch verorten?

Max: Wir sagen immer Vintage Rock. Wir haben aber auch einige Balladen im Repertoire.

Die Musikindustrie gibt ja schon beinahe vor, dass Songs höchstens zwei, drei Minuten lang zu sein haben. Wie steht ihr dazu?

Flo: Viele Songs sind mit zwei bis drei Minuten einfach genau richtig, aber manchen Liedern wird dieses Einheitskonzept nicht gerecht. Musik sollte so individuell wie der Mensch sein dürfen und nicht in Schemata gepresst werden.

War es unumgänglich, dass die Veröffentlichung in eine Zeit fällt, in der Auftritte wegen Corona nicht möglich sind?

Max: Wir hatten 2019 die R.I.O.-Tour gewonnen und wussten, wenn wir nicht bald was wagen mit dem Preisgeld, dann wird das nie was. Blöderweise kam Corona, was uns am Anfang echt frustriert hat. Letztendlich war aber das Gute daran, dass wir uns dann zu hundert Prozent auf das Musikvideo konzentrieren konnten.

Sind überhaupt Bandproben möglich?

Basti: Momentan leider nicht, wir erwarten sie sehnsüchtig.

 

Schlagworte