LICHTENFELS

Melancholisch durch die Nacht

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt für OTverbindet augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute erzählt er von einem eigentlich schönen Tag – der aber melancholisch endet.

Was für ein Tag! Ich bekomme Besuch, ein lange vermisster Cousin schneit herein. Und das Frühstück war auch toll. Das Wetter ist angenehm, und ich konnte mit einem Freund gut lachen. Außerdem haben wir hier seit 75 Jahren Frieden, und ich mal wieder gut geschlafen. Von einem Bekannten erfuhr ich auch, dass Corona in seiner Familie zwar vorkam, aber auch gut ausgestanden ist. Im Grunde ist alles schön.

Doch wenn ich in dieser Nacht meinen Spaziergang durch Lichtenfels machen werde, dann wird das alles in den Hintergrund gerückt sein. Denn ich las an diesem Montag auch, dass Ennio Morricone gestorben ist. Ich werde seine Filmmusik von „Spiel mir das Lied vom Tod“ und von „Es war einmal in Amerika“ im Kopf haben.

Sie werden mich entlang der Häuserzeilen begleiten und mich beim Anblick der Abendlaternen noch melancholischer machen.

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